„Armes Deutschland“ bei RTL2: Kölnerin (33) schockt TV-Zuschauer

Willi und Carola aus Köln.
Willi und Carola aus Köln.
Foto: RTL II

Köln. In jeder Woche begleitet die RTL2-Sendung „Armes Deutschland – stempeln oder abrackern“ Menschen, die entweder von Hartz IV wegkommen wollen, oder es sich mit dem Geld vom Amt gut gehen lassen. Am Dienstagabend war der Sender in Köln zu Gast – bei dem Obdachlosenpärchen Carola (33) und Willi (39).

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Seit drei Jahren wohnen die arbeitslose Carola und ihr Mann, Gabelstaplerfahrer Willi, in einem Zelt am Rand der NRW-Millionenstadt.

Verblüffend eigentlich, da Willi einer festen Arbeit nachgeht. Er ist Gabelstaplerfahrer, verdient 1.600 Euro im Monat. Seine Frau macht zumindest arbeitstechnisch nichts.

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Sie verbringt ihre Tage mit Rauchen, trinken und dahinvegetieren. Einer Arbeit möchte sie nicht nachgehen. Und Mühe, sich um eine zu bewerben, macht sie sich auch nicht wirklich. Lediglich ein einziges Mal hatte sich die junge Frau auf eine Stelle als Verkaufshilfe in einem Supermarkt beworben. Trotz oder gerade wegen einer handgeschriebenen, vier Sätze langen Bewerbung entschied sich der Chef dann doch dagegen, Carola einzustellen.

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Hartz IV bezieht sie jedoch auch nicht. Viel zu viel Arbeit wäre es, den Antrag dafür auszufüllen: „Da muss man einen Antrag mit sechs Seiten und den ganzen Kram einreichen. Das ist einfach zu viel. Stress pur.“

Wohnung von sozialer Einrichtung vermittelt

Und doch, das Leben schien es vermeintlich gut mit dem Paar zu meinen. Über eine soziale Einrichtung wurde ihnen eine Wohnung vermittelt. Zwar im Brennpunktviertel Kölnberg. Aber immerhin ein Dach über dem Kopf. Zumindest sollte man das meinen. Carola sieht das anders: „Also von einer sozialen Einrichtung hätte ich mir eine bessere Wohnung erwartet.“

Zudem sei die Küche zu klein und die Lage ja auch eher suboptimal. Naja, und doch kann man die Wohnung ja erst mal einrichten. Blöd nur, wenn man dafür eigentlich kein Geld hat und die Prioritäten des Paares dezent schief gesetzt sind.

Lieber TV als Miete

Davon ein Bett, eine Küche oder vielleicht auch einfach die Miete zu zahlen, hält das Paar nichts. Ein Fernseher plus Receiver ist da schon wichtiger. Und natürlich bedarf es auch der privaten HD-Kanäle. Carola: „Wenn ich nur die öffentlichen Sender habe, kann ich den Fernseher ja gleich wegschmeißen.“ Diese Aussage dürfte zumindest RTL2 gefreut haben.

Logisch, dass recht zügig der Räumungsbescheid in die neue Wohnung flatterte. Denn das Paar hat auch nach Monaten noch keinen einzigen Cent Miete gezahlt. Doppelt blöd, dass Carola auch noch schwanger ist. Dreifach blöd, dass sie von Arztbesuchen und auch deren medizinischen Hinweisen nicht allzu viel hält: „Jeder Frauenarzt sagt, dass man in der Schwangerschaft rauchen darf. Nur halt nicht so viel. Du kannst auch Alkohol in der Schwangerschaft trinken, nur nicht so viel.“

Zwanzig Zigaretten während der Schwangerschaft

Ob zwanzig Zigaretten am Tag nun zu viel oder gerade noch im Rahmen sind, mag nun jeder für sich selbst entscheiden. Wenig überraschend erleidet die 33-Jährige eine Frühgeburt. Ganze vier Monate vor der Zeit und mit gerade einmal 1020 Gramm Körpergewicht kommt der kleine Benjamin auf die Welt. Die sechs anderen Kinder von Carola kamen in Pflegefamilien.

Das Jobcenter lehnte weiterhin die Geldersuche der Kölnerin ab. Die einfache Begründung: Sie hat es noch immer nicht geschafft, alle Anträge auszufüllen. Und das, obwohl Carola vorher noch frech in die Kamera provozierte: „Das Jobcenter will ja verarscht werden.“

Wo ein Weg ist, ist auch ein Wille

Scheint nicht ganz geklappt zu haben. Aber auch dafür hatte Carola den passenden Spruch: „Wo ein Weg ist, ist auch ein Wille.“ Schade, vor allem für das kleine Baby, dass sie den Weg nicht finden will.

Viele TV-Zuschauer reagierten entsetzt auf die Folge. Auf Twitter machten sie ihrem Ärger Luft:

Was ist echt an der Sendung?

Ist die Doku wirklich echt oder haben sich kreative Redakteure die Geschichte nur ausgedacht?

„Bei dem Format „Armes Deutschland – Stempeln oder abrackern?“ handelt es sich um eine Dokumentation. Sie bildet somit die Realität ab. Ziel ist es, einen nahen und unverfälschten Blick auf das Leben der porträtierten Personen zu zeigen, die in dem Format frei zu Wort kommen“, sagt ein Sendersprecher gegenüber DER WESTEN.

 
 

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