Ukraine-Krieg: Kölner (19) will freiwillig kämpfen – „Ich kann nicht einfach hier sitzen“

Ein 19-Jähriger aus Deutschland will Putin stoppen (Symbolbild).
Ein 19-Jähriger aus Deutschland will Putin stoppen (Symbolbild).
Foto: IMAGO / ZUMA Wire, picture alliance/dpa/AP | Vadim Ghirda

Hunderte Deutsche sind bereits freiwillig in den Ukraine-Krieg gegen Putin gezogen. Diese Zahl teilt zumindest die ukrainische Regierung mit. Sie folgten dem Aufruf von Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj: „Jeder, der sich der Verteidigung der Ukraine, Europas und der Welt anschließen will, kann kommen und Seite an Seite mit den Ukrainern gegen die russischen Kriegsverbrecher kämpfen.“

Auch ein erst 19-jähriger aus Köln will sich dieser internationalen Fremdenlegion anschließen. Was treibt ihn an, in der Ukraine sein Leben aufs Spiel zu setzen?

Ukraine-Krieg: Kölner (19) will freiwillig kämpfen – schon Hunderte Deutsche an der Front?

Das Nachrichtenportal „Business Insider“ recherchierte in verschlüsselten Chat-Gruppen. Laut den Chat-Protokollen erwägten kurz nach Kriegsausbruch Hunderte deutsche Staatsbürger, insbesondere viele Bundeswehr-Reservisten, freiwillig die ukrainische Armee zu unterstützen. Darunter Familienväter zwischen 40 und 50, die dem Krieg nicht mehr tatenlos vor dem Fernseher zuschauen wollten.

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Mehr zum Ukraine-Krieg:

  • Der Überfall der Ukraine startete am 24. Februar 2022.
  • Die Kampfhandlungen begannen aber bereits 2014 zwischen prorussischen Separisten in den Gebieten Donezk und Luganks und der ukrainischen Armee.
  • Ebenfalls 2014 annektierte Russland die Halbinsel Krim.
  • Auf Seiten Russlands beteiligt sich Belarus am Krieg.
  • Die Ukraine wird mit Waffenlieferungen von NATO-Staaten unterstützt.

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Laut ukrainischer Regierung sollen auch tatsächlich allein in der ersten Kriegswoche schon rund 500 Bundesbürger zum Kriegsdienst angereist sein. Die internationale Legion umfasse mittlerweile rund 22.000 Kämpfer, berichtete „Bild“. Sie sollen zumeist aus Osteuropa stammen, viele aber auch aus den USA.

Vor Jahren gab es eine ähnliche Situation: Da zogen etwa 100 russlanddeutsche Spätaussiedler in die Ost-Ukraine, um sich den Moskau-treuen Separatisten anzuschließen. Die damalige ukrainische Regierung beschwerte sich bei der Merkel-Bundesregierung über diesen Kriegstourismus. Nun aber fordert Selenskyj selbst Unterstützung aus dem Ausland an.

+++ News-Blog zum Ukraine-Krieg +++

Junger Mann aus NRW will gegen Putin kämpfen: Das treibt ihn an

Davon angesprochen fühlt sich auch ein 19-jähriger Student aus Köln, den die „Welt“ befragte. Er bereitet sich aktuell auf seine baldige Ausreise in die Ukraine vor. „Ich kann nicht einfach hier sitzen und nichts machen“, erklärte der junge Mann. „Nicht, wenn Putin gerade alles zu zerstören droht, was in Europa in den vergangenen Jahrzehnten aufgebaut wurde.“

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Dem Kölner imponiert vor allem das unerschrockene Auftreten von Präsident Selenskyj in der Hauptstadt Kiew: „Anders als der afghanische Präsident Aschraf Ghani, der bei der Machtübernahme der Taliban geflohen ist, bleibt Selenskyj standhaft.“

Als zusätzliche Motivation kommt für den 19-Jährigen hinzu, dass Selenskyj Jude ist, denn er selbst ist Sohn eines Deutschen und einer französischen Jüdin. Viele seiner jüdischen Bekannten würden den Mut des Präsidenten bewundern.