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Wo die Deutschen sparen – und wo nicht: So hat sich das Konsumverhalten verändert

Das Konsumverhalten hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Eine neue Umfrage zeigt, wo die Deutschen am ehesten sparen und wo nicht.

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© IMAGO / Gustavo Alabiso

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Die derzeitige Wirtschaftslage in Deutschland drückt auf die Konsumfreude der Deutschen. Die Folge: Viele Menschen sparen wo es nur geht. Trotz einer Abschwächung der Inflation bleiben viele Verbraucher zurückhaltend beim Geldausgeben.

Eine aktuelle Umfrage des Preisvergleichsportals „Idealo“ hat nun gezeigt, welche Branchen besonders von dieser Sparsamkeit betroffen sind – und in welchen Bereichen die Deutschen weiterhin nicht geizen!

Kleidung und Elektronik auf Sparflamme

Die Befragung von über 2000 Personen zwischen 18 und 64 Jahren zeigt deutlich: Die Deutschen sparen vor allem bei Kleidung und Accessoires (52 Prozent). Elektronikartikel stehen mit 44 Prozent ebenfalls hoch im Kurs der Sparmaßnahmen. Auch bei Hobby- und Freizeitbedarf wie Rennrädern oder Trekking-Zelten (43 Prozent) wird der Gürtel enger geschnallt.

Florian Kriegel, Preisexperte bei „Idealo“, erläutert: „Es hat sich gezeigt, dass manche Branchen mehr unter den Folgen leiden als andere. So verzichten die Menschen eher auf neue Kleidung oder größere Anschaffungen wie neue Elektronik, als bei ihrer Gesundheit zu sparen.“

Drogerie und Lebensmittel weniger betroffen

Interessanterweise sind Drogerieartikel und Kosmetik (27 Prozent) sowie Lebensmittel (30 Prozent) nämlich weniger von Sparmaßnahmen betroffen. Bei diesen grundlegenden Ausgaben wollen die Deutschen also nicht sparen.

Lediglich 15 Prozent der Befragten gaben an, bei Gesundheitsprodukten zu sparen.

Freizeitgestaltung auf dem Prüfstand

Neben Kleidung und Elektronik trifft die Sparsamkeit vor allem die Freizeitgestaltung der Deutschen hart. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Befragten gibt an, den Besuch von Restaurants und Bars zu reduzieren.

Auch kulturelle Aktivitäten wie Konzerte, Festivals und Clubbesuche (jeweils 47 Prozent) sowie Ausstellungen und Museen (36 Prozent) sind häufige Opfer der Sparmaßnahmen. „Bildung und körperliche Fitness genießen einen hohen Stellenwert, der Besuch von Restaurants oder Bars scheint für viele verzichtbar zu sein“, so Kriegel. Grund für das Sparen sei auch, dass die Mehrwertsteuer auf Nahrungsmittel wieder erhöht worden ist. Dadurch sind die Preise ganz klar gestiegen.

Wirtschaftliche Unsicherheit dämpft Konsumlaune

Die Umfrage zeigt auch, dass die allgemeine Konsumstimmung weiterhin düster bleibt. 43 Prozent der Befragten konsumieren weniger als im Vorjahr, während nur sieben Prozent angeben, mehr auszugeben. Für die Hälfte der Teilnehmer hat sich das Konsumverhalten im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert.

Besonders auffällig: 82 Prozent der Befragten gaben an, gezielt auf etwas zu sparen. Am häufigsten wird für einen Urlaub oder eine Reise (42 Prozent) gespart, gefolgt von der Altersvorsorge (31 Prozent), der Zukunft der Kinder (19 Prozent) und dem Erwerb einer Immobilie (15 Prozent).



Die Umfrage zeigt: Die wirtschaftlichen Unsicherheiten haben deutliche Auswirkungen auf das Konsumverhalten der Deutschen. Während in bestimmten Bereichen wie Kleidung, Elektronik und Freizeitangeboten erheblich gespart wird, bleiben grundlegende Bedürfnisse wie Gesundheit und Lebensmittel weitgehend verschont.