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Ukraine-Krieg: SIM-Karten in der Luft – Russlands neue Strategie

Russland rüstet mit Mobilfunk-Drohnen auf. Mit der neuen Technik verfolgen die Russen ein ganz bestimmtes Ziel.

© IMAGO/Pacific Press Agency

Russische Putin-Gegner kämpfen für die Ukraine

In der Ukraine kämpfen Russen in mehreren Freiwilligen-Bataillonen gegen ihre eigenen Landsleute. In der Region Kiew lassen sich Kämpfer des "Sibirischen Bataillons" an der Waffe ausbilden. Sie eint der Wille, dem Putin-Regime in ihrer Heimat den Garaus zu machen.

Im Angriffskrieg gegen die Ukraine kommt Russland nun mit einer Innovation um die Ecke. Russland setzt eine neue Kriegstaktik ein: mit Mobilfunktechnik ausgestattete Drohnen.

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Schwärme von Kamikaze-Drohnen mit Sprengladungen fliegen nachts über den ukrainischen Himmel. Ihr Ziel: lebenswichtige Infrastruktur, vor allem solche, die die Energieversorgung sichert. Hinter der innovativen Technik soll eine perfide Taktik stecken. Denn in der kalten Jahreszeit könnte ein Ausfall dieser Systeme katastrophale Folgen haben.

Die Taktik der „Sättigungsangriffe“

Russlands Strategie der „Sättigungsangriffe“ ist so einfach wie skrupellos: Ein Schwarm billiger Drohnen wird losgeschickt, in der Hoffnung, dass wenigstens eine Drohne die Abwehr überwindet und ihr Ziel trifft.

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Mit westlichen Flugabwehrsystemen wie dem deutschen Flakpanzer „Gepard“ können viele der Drohnen abgeschossen werden. Denn über dem ukrainischen Himmel ist inzwischen ein Netzwerk von Abwehrwaffen entstanden.

Technischer Fortschritt durch SIM-Karten

Um den Flugabwehrsystemen zu entgehen, setzt Russland jetzt SIM-Karten und Modems in den „Shahed-136“-Drohnen ein, die auch als „Geran 2“ bekannt sind. Diese von Russland in Massenproduktion hergestellten Drohnen, die ursprünglich aus dem Iran stammen, sind technologisch einfach, aber effektiv.

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Die Neuerung der Mobilfunktechnik in diesen Drohnen könnte ein Game-Changer für Russland sein. Nach Informationen des „Spiegel“ ist das System in einem Kunststoffgehäuse untergebracht. Die Stromversorgung erfolgt über eine typische Powerbank, wie sie auch zum Aufladen von Smartphones verwendet wird.

Während des Drohnenfluges Daten sammeln

Diese Technologie ermöglicht es Russlands Streitkräften, während des Fluges Daten von den Drohnen zu erhalten, was eine genauere Beobachtung der Flugbahnen und die Identifizierung von Schwachstellen in der ukrainischen Luftabwehr erlaubt.

So sagt auch Federico Borsari vom Center for European Policy Analysis (CEPA) gegenüber dem „Spiegel“: „Die Position der Drohne ließe sich ermitteln, dazu könnten weitere Informationen gesammelt und gesendet werden, beispielsweise eine rudimentäre Schadensbewertung.“

Ein weiterer Vorteil ist, dass sie mit geschätzten Kosten von 20.000 bis 50.000 US-Dollar für militärische Drohnen sehr preiswert sind.



Direkte Steuerung nicht möglich

Eines haben die russischen Entwickler allerdings versäumt. Eine direkte Steuerung über die Mobilfunkmodule wurde von Russland nicht integriert. Damit können die Kamikaze-Waffen nicht präziser gesteuert werden.

Diese Entwicklung birgt aber auch Risiken für die russischen Streitkräfte. Die Ukraine könnte in der Lage sein, die Funksignale zu stören oder falsche Daten zu senden, was die Effektivität dieser Technologie in Frage stellen würde.

Die Ukraine und ihre Verbündeten stehen nun vor der Herausforderung, innovative Strategien zu entwickeln, um sich gegen diese neue Form der Bedrohung zu verteidigen.