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Russland: Wagner-Chef Prigoschin nach Absturz wohl tot – könnte DAS der Grund sein?

Beim Absturz eines Flugzeugs in Russland soll Jewgeni Prigoschin, Chef der Wagner-Truppe, ums Leben gekommen sein.

Absturzstelle, Flugzeugwrack
© AP/dpa

Wladimir Putin: Das ist Russlands Machthaber

Beim Absturz eines Privatjets bei Moskau sind zehn Menschen gestorben. Unter den Passagieren sollen sich auch der Chef der russischen Söldnertruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin, und Wagner-Kommandeur Dmitri Utkin befunden haben.

Newsblog zum Flugzeugabsturz in Russland

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Donnerstag, 24. August 2023

21:50 Uhr: USA dementieren Raketen-Gerüchte

Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums sagte bei einer Pressekonferenz im Pentagon, es gebe „keine Informationen die nahelegen, dass es eine Boden-Luft-Rakete gab“. Etwaige Berichte seien „falsch“. US-Medien wie die „New York Times“ berichteten unter Berufung auf US-Geheimdienstkreise, dass eventuell eine Explosion im Flugzeug zum Absturz geführt haben könnte.

19.01 Uhr: Putin bestätigt indirekt Prigoschins Tod

Wladimir Putin hat am Abend Stellung zum Flugzeugabsturz genommen. Laut russischen Agenturen nannte er den Söldnerführers einen „talentierten Menschen“, der viel für die gemeinsame Sache geleistet habe. Aber: „Er war ein Mensch mit einem schwierigen Schicksal, und er hat ernsthafte Fehler gemacht“, ließ der Präsident verlauten. Über die Vergangenheitsform bestätigte er somit indirekt Prigoschins Tod, allerdings nicht offiziell.

Er sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus und wolle die Umstände des Absturzes klären. Bisher konnten die Toten noch nicht identifiziert werden.

11.23 Uhr: Experte verrät – „System Putin ist angeknackst“

Unsere Redaktion hat mit Russland-Experte Dr. Stefan Meister über den Fall Prigoschin gesprochen. Er ist sich sicher, dass Putin hinter all dem steckt – und erklärt, warum der Kreml bisher zu dem Thema schweigt. Dahinter stecke absolutes Kalkül <<<

8.30 Uhr: Baerbock warnt vor voreiligen Schlüssen

Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock hat im Chaos der Ereignisse vor voreiligen Spekulationen gewarnt. Der Flugzeugabsturz sei erst einige Stunden her, deswegen könne man „keine schnellen Schlüsse ziehen“, sagte die Grünen-Politikerin am Donnerstag im Deutschlandfunk. Der Vorfall unterstreiche aber, „dass ein System, dass eine Macht, dass eine Diktatur, die auf Gewalt gebaut ist, dass sie eben auch intern nur Gewalt kennt“. Das habe man „auf traurige, dramatische Art und Weise in den Vorjahren schon gesehen, wo Oppositionelle, wo Journalisten, wo einfache Menschen aus dem Fenster gefallen sind oder vergiftet worden sind“.

8.23 Uhr: Wagner-Truppe droht mit Rache

Auf ihrem Telegram-Account reagierte die Wagner-Truppe mit deutlichen Worten. „Wir sagen direkt, dass wir die von Putin geführten Kreml-Verantwortlichen verdächtigen, versucht zu haben, ihn zu töten“, zitiert die „Sun“ die Aussagen.

Was folgt, ist eine offene Drohung in Richtung Putin: „Falls sich die Informationen über Prigoschins Tod bestätigen, werden wir einen zweiten „Marsch der Gerechtigkeit“ nach Moskau organisieren! Er sollte besser noch am Leben sein, in eurem eigenen Interesse…“

6.40 Uhr: Ex-Geheimdienst-Chef sicher – DAS ist jetzt Putins Plan mit Prigoschins Wagner-Truppe

Leon Panetta, ehemaliger US-Verteidigungsminister und Ex-CIA-Direktor ist sich sicher, dass Russland versuchen werde, die Söldnergruppe Wagner nach dem mutmaßlichen Prigoschin-Tod zu übernehmen. „Ich denke, sie (Russische Regierung) werden sehr besorgt darüber sein, dass diese Jungs im Grunde weiterhin auf eigene Faust arbeiten können“, sagte Panetta gegenüber CNN. „Es würde mich also nicht wundern, wenn sie die Kontrolle über die Wagner-Gruppe in Afrika, Asien und wo auch immer sie sich befinden, behaupten würden.

Doch auch Prigoschins Kollegen kann ein weiterer möglicher Schlag Putins treffen: „Übrigens denke ich, dass sich die Mitglieder der Wagner-Gruppe auch um ihr eigenes Leben sorgen müssen.“ Der Flugzeugabsturz in Russland ereignete sich nur zwei Tage nach einem Video, in dem Prigoschin behauptete, er sei in Afrika, „um Russland auf allen Kontinenten noch größer und Afrika noch freier zu machen“.

Mittwoch, 23. August 2023

22.26 Uhr: Wagner-Chef Prigoschin an Bord des abgestürzten Flugzeuges

Der Chef der russischen Söldnertruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin, stand nach Angaben der Luftfahrtbehörde Rosawiazija auf der Passagierliste eines nordwestlich von Moskau abgestürzten Flugzeuges. Insgesamt standen die Namen von sieben Passagieren, unter ihnen auch Wagner-Kommandeur Dmitri Utkin, und drei Besatzungsmitgliedern auf der am Mittwoch von der Behörde veröffentlichten Liste. Rosawiazija teilte auch mit, dass es sich um Angaben der Fluglinie handelte. Viele Kommentatoren sahen das als Bestätigung für den Tod Prigoschins. Eine direkte Bestätigung von Rosawiazija oder sonst einer offiziellen Stelle in Russland, dass Prigoschin tot ist, gab es allerdings weiter nicht.

21.41 Uhr: Prigoschin-Kanal spricht von seinem Tod

Der russische Söldnerführer Jewgeni Prigoschin ist nach Angaben seines Telegram-Kanals Grey Zone vom Mittwoch tot. Von offizieller Seite steht eine Bestätigung aus. Nach russischen Behördenangaben stand er aber auf der Passagierliste eines abgestürzten Flugzeugs.

+++ Wladimir Putin: Dieser Satz ist eine Warnung – sie galt auch Jewgeni Prigoschin +++

21.07 Uhr: Weißes Haus: Tod von Wagner-Chef Prigoschin wäre „keine Überraschung“

Der mögliche Tod von Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin bei einem Flugzeugabsturz am Mittwoch in Russland wäre nach Ansicht der US-Regierung keine Überraschung. „Wir haben gesehen, was (über den Absturz) berichtet wurde. Wenn es bestätigt wird, wäre es für niemanden eine Überraschung“, erklärte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats der USA, Adrienne Watson. 

US-Präsident Joe Biden wurde nach Angaben des Weißen Hauses nach dem Flugzeugabsturz in Russland über die Lage auf dem Laufenden gehalten.

20.29 Uhr: Prigoschin-Kanal nennt Flugzeugabsturz gezielten Abschuss

Nach dem Absturz eines Flugzeugs in Russland, bei dem auch Söldnerchef Jewgeni Prigoschin getötet worden sein soll, verbreitetet sein Internetmedium die Version eines gezielten Abschusses. Die Maschine sei über dem Gebiet Twer von der Flugabwehr abgeschossen worden, hieß es auf dem Telegram-Kanal Grey Zone. Priogoschin nutzte ihn üblicherweise, um seine Videos zu verbreiten. Überprüfbar war die Behauptung eines Abschusses nicht.

Grey Zone schrieb, es seien zwei Flugzeuge der Privatarmee Wagner in der Luft gewesen. Das zweite habe auf dem Flug nach St. Petersburg kehrt gemacht und sei im Flughafen Ostafjewo südlich von Moskau gelandet. Grey Zone zog die Behördenversion in Zweifel, wonach Prigoschin auf der Passagierliste der ersten Maschine gestanden habe und getötet worden sei. „Wo Jewgeni Prigoschin letztlich war, dazu gibt es im Moment keine genauen Informationen“, hieß es.


Weitere News:


19.22 Uhr: Russische Behörden: Prigoschin Passagier in abgestürztem Flugzeug

Bei einem Absturz eines Privatflugzeugs nordwestlich von Moskau soll nach russischen Behördenangaben auch der Chef der Söldnertruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin, ums Leben gekommen sein. Prigoschins Name stehe auf der Passagierliste, teilte die Luftfahrtbehörde Rosawiazija am Mittwoch mit, wie russischen Agenturen meldeten.