Robert Habeck: „Fridays for Future“ rechnet mit ihm ab – „Bruch der Versprechen“

Carla Reemtsma von „Fridays-for-Future“ geht auf Distanz zu Robert Habeck.
Carla Reemtsma von „Fridays-for-Future“ geht auf Distanz zu Robert Habeck.
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Am Dienstag hat Robert Habeck seinen Fahrplan für die Energiewende vorgestellt. Obwohl der Vizekanzler bereits vor Ostern ein Sofortprogramm auf den Weg bringen will, gibt es energische Kritik von Fridays for Future.

Carla Reemtsma, eine der bekanntesten Aktivistinnen der Klimaschutzbewegung geht hart mit Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck und der gesamten Bundesregierung ins Gericht. Kritik an Habecks Plänen kommt aber auch von anderer Seite.

Robert Habeck: Fridays for Future rechnet mit ihm ab – „Bruch der Versprechen“

Robert Habeck kündigte am Dienstag auf der Bundespressekonferenz eine deutlich beschleunigte Energiewende in Deutschland an. Bis Ostern und dann im Sommer will Habeck zwei Gesetzespakete präsentieren und damit vor allem beim Ausbau von Wind- und Solarenergie Tempo machen.

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Mehr zu Robert Habeck:

  • Der 52-Jährige stammt aus Schleswig-Holstein.
  • In seinem Heimatbundesland war der Grüne von 2012 bis 2018 Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und Natur.
  • Zusammen mit Annalena Baerbock führte er die Grünen als Parteichef in den Bundestagswahlkampf.
  • Er musste Baerbock den Vortritt als Kanzlerkandidatin lassen.
  • Jetzt ist Robert Habeck Vizekanzler und Wirtschafts- und Klimaschutzminister der Ampel.
  • Er ist verheiratet, hat vier erwachsene Söhne und spicht fließend Dänisch.

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Robert Habeck will Tempo bei der Energiewende machen – „Fridays-for-Future“ reicht das nicht

Der Grüne (mehr zur Partei) gab sich ambitioniert: „Wir müssen dreimal besser sein in allen Bereichen. Während im letzten Jahrzehnt die Emissionen im Durchschnitt jährlich um 15 Millionen Tonnen gesunken sind, müssen sie von nun an bis 2030 um 36 bis 41 Millionen Tonnen pro Jahr sinken.“

Das ist Luisa Neubauer
Das ist Luisa Neubauer

Aus Sicht der Klimaaktivistin Carla Reemtsma von „Fridays-for-Future“ sind die angekündigten Gesetzesvorhaben aber alles andere als ausreichend.

Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) erklärte die Cousine von Luisa Neubauer (ein aktueller Artikel über sie hier): „Die Lücke zwischen den Versprechen im Klimaschutz und den tatsächlichen Emissionen war nie größer als heute“. Und weiter: „Statt nun konsequent umzusteuern, entscheidet sich die Ampel weiter gegen jede einzelne Maßnahme, die den Ausstoß schnell senken würde.“

Carla Reemtsma, die neben Luisa Neubauer (mehr zu ihr auch hier) zu den bekanntesten Köpfen der deutschen „Fridays-for-Future“-Bewegung in Deutschland zählt, gab sich im Gespräch mit dem RND enttäuscht. Die Bundesregierung ignoriere den Verkehrssektor, „hält an fossilem Gas fest und lässt den viel zu niedrigen CO2-Preis unangetastet.“

Es sei ein „Bruch der Versprechen mit Ansage“, wenn die Ampel-Regierung „als Reaktion auf das Versagen der großen Koalition nur in einem Sektor Maßnahmen zur Einhaltung der eigenen unzureichenden Klimaziele“ umsetze.

„Fridays for Future Deutschland“ enttäuscht von Robert Habeck: „Sieht so mehr Fortschritt wagen aus?“

Über Twitter äußerte „Fridays for Future Deutschland“ ebenfalls klare Kritik. „Habeck verabschiedet sich von den Klimazielen der kommenden Jahre – sieht so 'mehr Fortschritt wagen' aus, liebe Ampel“, heißt es da.

Kritische Worte an Robert Habeck auch vom Bund der Steuerzahler und Mieterbund

Auch vom Bund der Steuerzahler kamen prompt kritische Worte zu den Plänen Habecks, aber aus ganz anderen Beweggründen.

„Ich fürchte, auf uns Steuerzahler kommt jährlich ein zweistelliger Milliardenbetrag zu“, sagte Reiner Holznagel, Präsident des Steuerzahler-Bundes, der „Bild“.

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Damit Klimaschutz auch wirklich gelinge, müsse auf der Kostenseite mit offenen Karten gespielt werden. „Deshalb mein Appell: Wir brauchen seriöse Preisschilder für einzelne Maßnahmen und eine kritische Überprüfung, ob erklärte Ziele überhaupt erreicht werden können“, so Holznagel weiter.

Mieterbund-Chef Lukas Siebenkotten warnte in der „Bild“: „Für Mieter bedeuten Habecks Klima-Pläne höhere Kosten, solange diese nicht sozial abgefedert werden.“