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Rente mit 85: Klingt realitätsfern – aber eine Pille soll es möglich machen

Rente mit 85 klingt unmöglich. Doch die Forschung ist dabei, Medikamente zu entwickeln, die die Fitness bis ins hohe Alter ermöglichen.

Arbeit bis ins hohe Alter? Das ist keine Zukunftsmusik! Wie Medikamente und Roboter uns in das Alter begleiten.
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7 Renten-Irrtümer, die du nicht glauben solltest

Damit man beim Thema Rente wieder durchblickt, räumen wir mit den sieben gängigsten Renten–Irrtümer auf.Dieses Video wurde mit der Hilfe von KI erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.

Das Eintrittsalter in die Rente in Deutschland beträgt für die meisten 67 Jahre. Schon hoch genug, möchte manch einer sagen. Nicht hoch genug, betrachtet man die Lücke im Arbeitsmarkt, die die Babyboomer hinterlassen.

Die meisten Menschen hierzulande sind um die 60. Nicht zuletzt durch den sogenannten Pillenknick in den 1970er-Jahren konnten insbesondere Frauen besser kontrollieren, ob sie Kinder bekommen wollten oder nicht. Die Geburtenrate sank – heute können die 20- bis 30-Jährigen die frei werdenden Arbeitsplätze ihrer Eltern und Großeltern nicht ausreichend besetzen.

Rente: Durch die Technik erleichtern

Auch die Zuwanderung aus dem Ausland von jungen und gut ausgebildeten Arbeitskräften reicht nicht aus, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken. Um das System der Rente aufrechtzuerhalten, müssten Menschen also länger arbeiten. Doch das ist vielen nicht möglich. Körperliche Erschöpfungserscheinungen machen es für viele Menschen notwendig, in den Ruhestand zu gehen.

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Nicht nur Personalverantwortliche, Rentner und Politiker zerbrechen sich über das Problem die Köpfe, auch die Wissenschaft forscht an Lösungen. Beispielsweise soll die Entlastung bestimmter Berufsgruppen wie etwa Pflegeberufe, die chronisch unterbesetzt sind, durch das Fortschreiten der Technik erreicht werden. Pflegeroboter und digitale Diagnosen eines Mediziners durch Ultraschall aus der Ferne. Diese Möglichkeiten stellt das Munich Institute of Robotics and Machine Intelligence der Technischen Universität München im „ZDF“ vor.



Doch auch für andere Bereiche sollen Arbeitskräfte gewonnen werden. Wie? Sie gehen erst gar nicht in Rente. Die Wissenschaft forscht an Möglichkeiten, Menschen über das Alter von 67 hinaus fit zu halten. Der Renteneintritt mit 85 ist dann vielleicht ein Kinderspiel.

Die Pillen gegen das Alter

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Rapamycin heißt eines der Medikamente. Eigentlich wurde es dafür entwickelt, die Immunabwehr des Körpers bei einer Organtransplantation zu unterdrücken. Metformin hingegen ist ursprünglich ein Medikament für Diabetespatienten. Sie beide sollen den Tod der Zelle aufschieben. Das können sie, indem sie das Zellwachstum hemmen und den Abbau schädlicher Stoffe fördern. Die lebensverlängernde Wirkung dieser Pillen zeigte sich bereits bei Tierversuchen.


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Auch die Fitness im hohen Alter wird absehbar durch die Medizin weiter verbessert. Dies kann beispielsweise durch die Reparatur des Epigenoms möglich werden. Hierbei wird der Alterungsprozess der Erbstruktur eines Menschen aufgehalten oder sogar umgekehrt. Die Folge ist die länger bestehende Fitness des Körpers und des Geistes. Menschen wären also länger in der Lage, ohne Mühe zu arbeiten. Das könnte die Rente bei vielen aufschieben.

„Das Ziel der Altersforschung wird sein, dass sie sich mit 80 Jahren noch deutlich jünger fühlen“, sagt der Altersforscher Peter Tessarz dem „ZDF“. „Ich denke, dass wir in den nächsten Jahrzehnten eine deutliche Zunahme an Menschen sehen werden, die jenseits der 100 alt werden und auch gesund alt werden. Das ist das, was wir mit der Erforschung erreichen möchten.“