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Rente: Darum geht es deutschen Rentnern schlechter als Österreichern, Franzosen und Schweden

Die Rente in Deutschland sorgt immer wieder für Diskussionen – Nachbarstaaten wie Frankreich, Schweden oder Österreich haben bessere Lösungen.

Deswegen geht es Rentnern in anderen EU-Ländern besser als den deutschen.
© Petra Schneider

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1,3 Millionen Menschen beziehen in Deutschland Rente. Die Differenz der Rentner zu den Arbeitenden wächst. Auch in den anderen europäischen Ländern ist die Absicherung im Ruhestand und deren Finanzierung ein großes Thema. Einige Nachbarstaaten haben eine bessere Lösung dafür gefunden als Deutschland. Dieser Eindruck entsteht zumindest, wenn man sieht, wie viel mehr Geld den Rentnern in Österreich, Frankreich und Schweden zur Verfügung steht.

Deutschland ist EU-weit eines der letzten Länder, das sich bei der Rentenauszahlung hauptsächlich am Erwerbseinkommen orientiert. In vielen anderen europäischen Ländern erhalten alle Menschen eine Mindestrente – egal, wie viel sie verdient haben. In Frankreich beispielsweise soll die Mindestrente auf 1.200 Euro erhöht werden. Die Grundrente in Deutschland hingegen ist an Bedingungen geknüpft, die nicht jeder erfüllen kann.

So machen es die Nachbarn

Ein weiterer Faktor, der am deutschen Rentensystem immer wieder kritisiert wird, ist, dass es nicht einheitlich ist. Besser macht das Österreich. Dort werden die verschiedenen Altersvorsorgesysteme zusammengeführt. Das bedeutet, dass Beamte und Selbstständige ebenfalls in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen müssen. Das scheint sich auszuzahlen.

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„Nach 46 Erwerbsjahren ist die Einkommensersatzrate bei 80 Prozent des durchschnittlichen Lebenseinkommens“, erklärte Ökonomin Christine Mayrhuber gegenüber dem Sender „Arte“. Das ist in Deutschland anders: Hier liegt die durchschnittliche Bruttorente etwa 70 Prozent niedriger als in Österreich. Allerdings werden im Schnitt auch vier Prozent mehr Rentenbeiträge gezahlt als in Deutschland.

Auch in Frankreich werden höhere Renten gezahlt als in Deutschland. Besonders die Rente der Frauen, durchschnittlich 1.160 Euro im Monat, liegt hier weit über dem deutschen Standard von 711 Euro monatlich. Das hat auch damit zu tun, dass Französinnen meist nach drei Monaten wieder in den Job einsteigen. Ganztagsbetreuung auch schon im frühen Kindesalter ist dort normaler und wird zuverlässiger angeboten als in Deutschland.
Die Franzosen zahlen ebenfalls höhere Beiträge in die Rentenversicherung ein, als die Deutschen. Besonders Arbeitgeber zahlen mehr als sieben Prozent mehr ein.


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Schweden spekuliert auf eine gute Rente

Schweden hat ebenfalls eine Versicherung für Erwerbstätige, in die alle einzahlen, egal, welchen Beruf sie ausüben. Hinzu kommt hierbei die verpflichtende Betriebsrente. Die Besonderheit in Schweden ist, dass 2,5 Prozent der Rentenbeiträge in Aktien angelegt werden. Die Einzahlenden können sich entscheiden, ob sie sich selbst um die entsprechenden Fonds kümmern wollen, oder ob das Geld in staatliche Fonds laufen soll. Bis jetzt läuft dieses System ganz gut und auch deutsche Politiker sprechen sich für dieses Konzept aus.