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Minijob: Deutlich mehr als 450 Euro! DAS ändert sich für Minijobber

Das ist Hartz IV

Seit das Arbeitslosengeld II 2005 eingeführt wurde, wird es im Volksmund Hartz IV genannt. Doch woher kommt der Name?

Der Mindestlohn, der aktuell bei 9,82 Euro liegt, soll schon ab dem 1. Oktober 2022 auf 12 Euro pro Stunde steigen. Was bedeutet das aber für Menschen, die einen Minijob haben und bislang weniger als 12 Euro die Stunde verdienen?

Müssen sie einfach nur weniger Stunden arbeiten, um auf ihre Lohngrenze von 450 Euro zu kommen? Oder werden Menschen mit einem Minijob dann auch mehr verdienen, bei identischer Arbeitszeit wie bisher?

Minijob: Mehr als 450 Euro? DAS verändert der Mindestlohn von 12 Euro für Minijobber

Ein Blick in den Koalitionsvertrag der Ampel-Koalition gibt darauf eine klare Antwort.

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Mehr über Minijobs in Deutschland:

  • Das Recht auf geringfügige Beschäftigung wurde mit den Hartz-Gesetzen 2003 geändert.
  • Die Verdienstgrenze wurde auf 400 Euro angehoben und die Begrenzung auf 15 Wochenstunden entfiel.
  • Zudem wurden Midijobs eingeführt für Beschäftigungsverhältnisse bis 800 Euro (mittlerweile 1300 Euro).
  • 2013 erfolgte die Anhebung der Minijob-Entgeltgrenze auf 450 Euro.
  • 2003 arbeiteten 4 Millionen Menschen als Minijobber, 2019 waren es mehr als 7 Millionen. In der Corona-Krise nahm ihre Zahl auf rund 6 Millionen ab (Quelle IAB).

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Angesichts der Inflation, besonders im Bereich der Energiekosten und bei Lebensmitteln, scheint die alte Entgeltgrenze von 450 Euro im Monat längst überholt zu sein. Die Lebenshaltungskosten sind deutlich gestiegen, doch die Minijob-Grenze wurde nicht angepasst.

Das wird sich aber durch die Ampel-Bundesregierung ändern, voraussichtlich zum Herbst 2022!

Minijob: DAS soll durch die Reform ändern

Künftig wird die Minijob-Grenze an den Mindestlohn und entsprechend der wöchentlichen Arbeitsstunden angepasst. Laut Koalitionsvertrag werden zehn Stunden pro Woche die neue Grenze sein. Steigt der Mindestlohn, erhöht sich damit auch der mögliche maximale Verdienst.

Wörtlich heißt es in der Vereinbarung von SPD, Grünen und FDP auf Seite 70: „Künftig orientiert sich die Minijob-Grenze an einer Wochenarbeitszeit von zehn Stunden zu Mindestlohnbedingungen. Sie wird dementsprechend mit Anhebung des Mindestlohns auf 520 Euro erhöht.“

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Minijob: Mindestlohn-Empfänger werden doppelt profitieren

Von dem Mindestlohn von 12 Euro, wie er ab Herbst 2022 in Deutschland gelten soll, profitieren Minijobber somit durch ein höheres maximales Gehalt. Wer bislang nur den Mindestlohn von 9,82 Euro bekommt, hat sogar zwei Vorteile: mehr Lohn und zwei Stunden weniger Arbeitszeit pro Monat!

Um fast 450 Euro zu erreichen, müssen Minijobber auf Mindestlohn-Niveau bislang 45 Stunden im Monat arbeiten. Dagegen reichen 43 Stunden, um bei 12 Euro Stundenlohn fast auf 520 Euro zu kommen!

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Auch bei den Midi-Jobs plant die Bundesregierung eine Reform. Die Grenze hier soll von 1300 Euro auf maximal 1600 Euro erhöht werden.