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Kindergeld-Nachfolger leidet unter Ampel-Zoff – gehen Familien jetzt doch leer aus?

Eigentlich soll die Kindergrundsicherung das Kindergeld ablösen. Doch jetzt leidet die Finanzspritze unter dem Ampel-Zoff.

© IMAGO / Bihlmayerfotografie

Kindergeld beantragen: So einfach geht’s

Jede Familie hat Anspruch auf Kindergeld. Allerdings bekommt man das Geld nicht einfach so. Es muss ein Antrag bei der zuständigen Familienkasse gestellt werden. Wie das geht und welche Nachweise ihr erbringen müsst, erklären wir.

Der Zoff unter den Ampel-Parteien bricht nicht ab. Erst waren Habecks Heizungsplan und diverse FDP-Sticheleien gegenüber den grünen Kollegen die Streitpunkte. Jetzt wird der Streit auch noch auf das Kindergeld geschoben.

Genauer gesagt auf die Kindergrundsicherung. Denn diese soll das Kindergeld bald ablösen und Familien mehr Geld bringen. Bundesfinanzminister Christian Lindner stellte sich dem Vorhaben jetzt zwar in die Quere, doch er rechnete nicht mit dem Veto seiner Grünen-Kollegin.

Kindergeld: Kann Nachfolger gerettet werden?

Bundesfamilienministerin Lisa Paus hat ihre Forderung nach mehr Geld für die geplante Kindergrundsicherung bekräftigt. Ihr Ziel sei es, besonders von Armut betroffene Familien in den Fokus zu nehmen, argumentierte Paus. Dafür brauche es Steigerungen beim Bürgergeld-Regelsatz für Kinder und beim Kinderzuschlag. Nach einem „größeren Sprung“ sei hingegen das Kindergeld nicht die erste Stellschraube, an der gedreht werden müsse.

Damit stellt sie sich Finanzminister Christian Lindner (FDP) in die Quere. Dieser hatte in der Debatte am Montag (20. März) stattdessen auf jüngste Erhöhungen hingewiesen. Beim Kindergeld habe es gerade das größte Plus seit 1996 gegeben. Ebenfalls der Kinderzuschlag sei gestiegen, dazu komme ein Sofortzuschlag für von Armut betroffene Kinder, erklärte er am Montag auf Twitter: „Insgesamt sieben Milliarden Euro jährlich mehr setzen wir für die Bekämpfung von Kinderarmut ein.“

Kindergeld: Kindergrundsicherung soll mehr Abhilfe schaffen

Die staatlichen Leistungen für Familien sollen reformiert und unter der sogenannten Kindergrundsicherung zusammengefasst werden. Ob das auch eine milliardenschwere finanzielle Aufstockung bedeuten soll, ist wegen der schwierigen Haushaltslage vor allem zwischen Grünen und FDP umstritten. Man befinde sich allerdings in guten Gesprächen, betonte Paus. Sie hatte einen Bedarf von zwölf Milliarden Euro angemeldet.


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Nach den Regierungsplänen soll beim Kindergeld-Nachfolger ein sogenannter Garantiebetrag künftig Teil der Kindergrundsicherung sein und damit das heutige Kindergeld ersetzen. Damit Kinder aus armen Familien besonders unterstützt werden, soll gestaffelt nach finanzieller Lage der Berechtigten ein Zusatzbetrag obendrauf kommen. ari/dpa