Hartz 4: Sind Aldi-Einkäufe für die Empfänger bald nicht mehr bezahlbar?

Bürgergeld, Aktienrente und Kindergrundsicherung: Diese Reformen kommen

Bürgergeld, Aktienrente und Kindergrundsicherung: Diese Reformen kommen

Wir stellen einige der geplanten Sozial-Reformen der Ampelkoalition vor.

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Die Lage für Empfänger von Hartz 4 und Sozialhilfe wird immer prekärer! Die neuen Preisanstiege bei Discountern und Supermärkten treffen sie besonders hart.

Die Einmalzahlung von 200 Euro durch den Staat lässt auf sich warten – ist so für Hartz-4-Empfänger kaum mehr ein Einkauf bei Aldi drin?

Hartz 4: Können Empfänger bald nicht mehr bei Aldi einkaufen?

Rund 5 Euro pro Tag hat ein Empfänger laut Hartz-4-Regelsatz für Lebensmittel zur Verfügung. 155,82 Euro sind es im Monat, die vom Regelsatz laut Rechnung des Gesetzgebers dafür vorgesehen sind.

Das Problem: Selbst beim Discounter Aldi explodieren jetzt die Preise! Am Montag wurden erneut viele Produkte deutlich teurer. Die Butter der Aldi-Eigenmarke kostet beispielsweise statt 1,65 Euro nun 2,09 Euro. Wie diese Redaktion berichtete, beträgt der Preis für das „Fair & Gut“ Puten-Schnitzel statt 4,49 Euro mittlerweile 5,99 Euro. Kaffee der Eigenmarke Amaroy ist einen Euro teurer geworden und kostet nun 4,99 Euro. Die Preise klettern also teilweise um 25 Prozent und mehr nach oben – und das summiert sich!

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Das ist Hartz 4:

  • Hartz 4 heißt eigentlich Arbeitslosengeld II (ALG II).
  • Es existiert seit dem 1. Januar 2005.
  • Es ist die Grundsicherungsleistung für erwerbsfähige Leistungsberechtigte nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch.
  • Es soll Leistungsberechtigten ermöglichen, ein würdevolles Leben zu führen. Allerdings kann die Leistung durch Sanktionen gekürzt werden.
  • Die Ampel-Koalition will Hartz 4 in ein neues Bürgergeld umwandeln.

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Nicht nur Aldi reagiert auf steigende Kosten für Rohstoffe, Energie und Logistik angesichts des Ukraine-Krieges, auch bei anderen Supermarkt-Ketten schießen die Preise in die Höhe.

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Hammer für Hartz-4-Empfänger: Schon im März stiegen die Lebensmittel-Preise um 6,2 Prozent

Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, verteuerten sich Nahrungsmittel im März im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,2 Prozent. Da gleichzeitig der Hartz-4-Regelsatz aber seitdem nur um drei Euro angehoben wurde (Singles bekommen 449 Euro monatlich), bedeutet das einen Kaufkraftverlust. In den nächsten Monaten könnten die Preise für Lebensmittel noch weiter steigen, auch aufgrund des Einbruchs der Getreideexporte aus der Ukraine und Russland.

Ulrich Schneider vom Paritätischen Wohlfahrtsverband ist in Sorge um Bezieher von Grundsicherung im Alter und Hartz 4: „Man muss sich vorstellen, die haben als Single pro Tag nur fünf Euro zur Verfügung für Ernährung, für alles: Getränke, Essen. Oder ein Kind hat gerade mal drei Euro zur Verfügung für Ernährung den ganzen Tag“, sagt er dem WDR.

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Auch Tafeln unter Druck

Auch die Tafeln als Alternative geraten an ihre Grenzen. Aufgrund der Inflation suchen immer mehr Arbeitslose, Armutsrentner und Sozialhilfeempfänger und nun auch noch zusätzlich Geflüchtete aus der Ukraine sie auf.

Bereits Mitte März klagten die Tafeln in Deutschland, dass der Ukraine-Krieg auch für sie zu einer „Belastungsprobe“ werde und baten um Spenden von Privatpersonen und Firmen. Ein Problem für die Tafeln sind auch Lieferengpässe, etwa bei Mehl und Gemüse, weil die Händler weniger abgeben können.