Armin Laschet: Erneuter Patzer vor Wahl! Werbespot der CDU löst Entsetzen aus – „mir fehlen die Worte“

CDU: Das ist die Karriere des Armin Laschet

Der kommende Kanzler? Die Karriere des Armin Laschet

CDU-Parteichef und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet kandidierte bei der Bundestagswahl 2021 als Kanzler für die Union.

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Zum Ende der Bundestagswahl beweist das Wahlkampfteam von Armin Laschet ein mehr als unglückliches Timing: Während Deutschland geschockt reagiert auf den Mord an einem jungen, 20-jährigen Tankstellenwart, wirbt der Kanzlerkandidat mit seiner Dialogbereitschaft mit einem Maskenverweigerer.

Es gibt erste heftige Reaktionen im Netz auf den neuen Spot der CDU.

Armin Laschet: Sein neuer Wahlwerbespot löst Entsetzen aus! „CDU – mir fehlen die Worte“

Zuletzt sah es wieder etwas besser aus für Armin Laschet: In zwei neuen Umfragen von Forsa und INSA konnte sich die Union ein bisschen erholen und den Abstand zur SPD auf drei Prozentpunkte verkürzen. Nun leisteten sich die Wahlkämpfer im Konrad-Adenauer-Haus aber einen erneuten Patzer!

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Aktuelle Umfragen vor der Bundestagswahl:

  • Forsa: SPD 25%, CDU/CSU 22%
  • INSA: SPD 25%, CDU/CSU 22%
  • Forschungsgruppe Wahlen: SPD 25%, CDU/CSU 22%
  • Ipsos: SPD 27%, CDU/CSU 21%
  • Infratest dimap: SPD 26%, CDU/CSU 22%

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Es geht um eine Szene im finalen Wahlwerbespot der Partei zur Bundestagswahl. Dort ist zu hören: „Erst denken, dann reden. Auch mit denen, die eine kritische Haltung haben. Ja, gerade mit denen.“

Dazu wird eine bekannte Szene gezeigt: Armin Laschet war bei einem Wahlkampfauftritt in Erfurt, als plötzlich ein Mann aus der „Querdenker“-Szene zu ihm durchkam. Ohne Mundschutz und ohne dass die Sicherheitsleute ihn aufhielten.

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Schon direkt nach dem Vorfall gab es sowohl Lob als auch Kritik für Laschet. Die einen lobten, dass der Kanzlerkandidat die Situation souverän entschärft habe, indem er dem Mann die Möglichkeit gab, eine Frage zu stellen. Die anderen, darunter SPD-Politiker Karl Lauterbach, kritisierten, dass der Christdemokrat zu dem Maskenverweigerer keinen Abstand hielt und sich von ihm aus nächster Nähe anbrüllen ließ.

Armin Laschet und der Querdenker: Er schwafelt über „Rassenmischung“

Bei dem Demonstranten handelt es sich um den Busfahrer Thomas Brauner, der sich in der „Querdenker“-Szene einen Namen gemacht hat, weil er Kinder dazu aufrief, im Schulbus ihre Masken abzunehmen. Er hat auch Kontakte in rechtsradikale Kreise und zu Verschwörungstheoretikern. So bezeichnete er in einem eigenen Clip den rechtsextremen und antisemitischen Videoblogger „Volkslehrer“ Nikolai Nerling als seinen „besten Freund“.

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In einem weiteren selbstgedrehten Video schwafelt Thomas Brauner: „Dann werden Organisationen wie die Antifa staatlich finanziert, wie bei uns im Land.“

Die Antifa fungiere als verlängerter Arm für die Eliten des Staates. Das sei „der Plan". Weiter hetzt er: „Rassenmischung zum Beispiel erzeugt natürlich auch in vielen Generationen einen gesellschaftlichen Einheitsbrei und der ist ganz offensichtlich geplant“.

Empörung über neuen Laschet-Werbespot im Netz: „Das macht fassungslos“

Und dieser Mann taucht nun also prominent im CDU-Wahlspot auf und wird verharmlost als Kritiker. Als ein Beispiel dafür, dass Armin Laschet dialogbereit sei. Zudem noch einen Tag nachdem die Nachricht das Land erschütterte, dass ein Maskenverweigerer einen Mitarbeiter in einer Tankstelle erschoss, weil dieser ihn ohne Mund- und Nasenschutz nicht bedienen wollte.

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Die Reaktionen im Netz fallen entsprechend aus! „Mit Rechten reden: streitbar. Mit Rechten werben: unverzeihlich! CDU – mir fehlen die Worte“, postet die Professorin Dr. Johanna Sprondel.

„Ausgerechnet einen bekannten Protagonisten der radikalisierten und enthemmten Corona-Leugner-Szene in einem Wahlkampfvideo als Gesprächspartner mit einer 'kritischen Haltung' darzustellen, wäre selbst ohne zeitlichen Zusammenhang zum Mord in Idar-Oberstein reichlich befremdlich“, findet Reporter Felix Huesmann vom Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Auch aus der SPD wird Kritik laut. Carline Mohr aus dem Willy-Brandt-Haus twittert: „Als positives Beispiel für seine Dialogbereitschaft wird eine Szene mit Thomas Brauner gezeigt. Ein Querdenker mit Kontakten ins Neonazi-Milieu. Wow.“

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Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Janosch Dahmen kritisiert den Auftritt des Querdenkers im CDU-Spot ebenfalls scharf: „Dieses Video ist ein Hohn für alle, die mit Solidarität und Engagement gegen das Virus kämpfen.“

„Fassungslos“ zeigt sich auch „Tagesspiegel“-Redakteur und Buchautor Matthias Meisner, dass die CDU mit Brauner Werbung mache.

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Armin Laschet hat nun auf die Kritik am Wahlvideo reagiert

Einen Tag nachdem die Kritik am Wahlspot laut wurde, hat nun Kanzlerkandidat Armin Laschet reagiert.

Im ARD-„Mittagsmagazin“ verteidigte er das Video. Er finde, „man muss die Fragen der Kritiker beantworten, aber man muss ihnen in allem Klartext auch widersprechen und sagen, wir dulden nicht, dass Hass und Ressentiments geschürt werden“.