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Ampel plant Aktienrente – das bringt sie dir

Die Ampel-Regierung um Olaf Scholz plant die Aktienrente. Was darunter zu verstehen und was daran zu kritisieren ist, erfährst du hier.

Boerse
© IMAGO / Zoonar

Die fünf wichtigsten Versicherungen im Alter

Mit dem Start in den Ruhestand ist es sinnvoll, bestimmte Versicherungen abzuschließen. Diese fünf Versicherungen sollte man im Alter haben oder bereits früh abschließen.

Die Ampel-Koalition plant eine Aktienrente. Was darunter genau zu verstehen ist, hat der rentenpolitische Sprecher der FDP, Pascal Kober, gegenüber dieser Redaktion erklärt. Kritik an den Plänen der Regierung übt der rentenpolitische Sprecher der Linken, Matthias W. Birkwald.

Das steckt hinter der Aktienrente

Wie sieht die Aktienrente konkret aus? „Die Aktienrente ist eine Forderung der FDP, die wir gegen Widerstände der Regierungspartner im Koalitionsvertrag durchgesetzt haben. 10 Milliarden Euro als Anschubfinanzierung fließen jetzt an die Stiftung Generationenkapital, die das Geld langfristig und breit in Aktien anlegt. Die daraus gewonnene Rendite stabilisiert die Rentenkasse, die aufgrund des demografischen Wandels mittelfristig zunehmende Finanzierungsprobleme bekommt. Das ist ein erster, wichtiger Schritt. Das Modell soll dann stufenweise vom Generationenkapital hin zu einer Aktienrente weiterentwickelt werden, in die dann auch Rentenversicherungsbeiträge fließen und individuelle Anwartschaften entstehen.“

Was kann da für die Rentner herausspringen? „Die Aktienrente ist ein langfristiges Projekt. Profitieren werden daher vor allem die künftigen Generationen, die weniger Beiträge zahlen müssen und höhere Auszahlungen im Alter erwarten können. Schweden und Norwegen machen uns vor, wie man mit langfristig angelegtem Kapital auch im Durschnitt hohe Renditen erzielen kann, nämlich bis zu 11 Prozent. Zum Vergleich: Die durchschnittlichen Renditen der gesetzlichen Rentenversicherung liegen nur zwischen 2,9 und 3,6 Prozent“.

Was empfehlen Sie generell zur Altersvorsorge? „Wer ein auskömmliches Alterseinkommen will, muss auf alle drei Säulen setzen, die gesetzliche Rentenversicherung, die betriebliche und die private Altersvorsorge. Hierfür müssen wir vor allem auch die Renditen in der betrieblichen und der privaten Altersvorsorge verbessern. Damit das möglich wird und auch die Chancen für kleinere Einkommen verbessert werden, arbeitet die FDP aktuell an Lösungen“. 

Diese Kritik an den Plänen gibt es

Das Vorhaben der Aktienrente erfährt jedoch auch Kritik.



Der rentenpolitische Sprecher der Linken, Matthias W. Birkwald, bemängelt: „Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sollte sich nicht der Illusion der FDP hingeben, die Rentenfinanzen könnten in den kommenden Jahrzehnten über kreditfinanzierte, staatliche Zockerei mit vielen Milliarden Euro in Ordnung gebracht werden. Die Zeit niedriger Zinsen ist erstmal vorbei. Ich fordere Minister Hubertus Heil auf, sehr klar den heute geäußerten Absichten von Finanzminister Christian Lindner entgegenzutreten, Beitragsmittel der Rentenversicherten auf dem Aktienmarkt zu verramschen. Bei drei Prozent Rendite bräuchte es mehr als 570 Milliarden Euro im Staatsfonds, um den Beitragssatz der gesetzlichen Rente um einen Prozentpunkt zu senken. Das sind fast 100 Milliarden Euro mehr als der komplette aktuelle Bundeshaushalt und ist völlig bizarr!“