AfD in NRW: Chats aufgetaucht! Landesvize unter Druck – „das freundliche Gesicht des NS“

Der rasante Aufstieg der AfD

Der rasante Aufstieg der AfD

Seit 2013 gibt es die Alternative für Deutschland (AfD). Seit ihrer Gründung hat die rechtspopulistische Partei einen rasanten Aufstieg hingelegt.

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Schockierende Enthüllungen um AfD-Politiker Matthias Helferich! Der Vize-Chef der AfD in NRW muss sich am Montag wegen zweifelhafter Chats vor dem Bundesvorstand verantworten.

Der stellvertretende AfD-Landesvorsitzende in NRW soll 2017 ein Foto von sich verschickt haben, unter das er „das freundliche Gesicht des NS“ (Abkürzung für Nationalsozialismus, Anm. d. Red.) geschrieben habe.

AfD in NRW: Chats mit nationalsozialistischem Hintergrund aufgetaucht

Der AfD-Politiker Helferich ist in NRW eine große Nummer, belegt auf der Landesliste für die Bundestagswahl den siebten Platz und soll im Herbst nach Berlin gehen. Doch veröffentlichte Chats bringen den 33-Jährigen jetzt in Erklärungsnot.

Die eindeutigen Chats mit Verweisen auf den Nationalsozialismus sorgen innerhalb und außerdem der AfD für Ärger. Das berichtet der WDR. Demnach hatte sich Helferich 2017 in Chats über den Facebook-Messenger selbst als „freundliches Gesicht des NS“ bezeichnet und von Kontakten in die rechtsextreme Szene im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld berichtet.

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Das ist die AfD:

  • Die Alternative für Deutschland wurde 2013 als EU-skeptische und rechtsliberale Partei gegründet.
  • Seit der Flüchtlingskrise 2015 ist die Partei ideologisch immer weiter nach rechtsaußen gerückt.
  • Im Jahr 2017 gelang der AfD der Einzug in den Bundestag.
  • AfD-Parteivorsitzende sind derzeit Jörg Meuthen und Tino Chrupalla.
  • Zu den weiteren Spitzenpolitikern der Partei gehören Alice Weidel, Stephan Brandner, Alexander Gauland und Beatrix von Storch.

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Sein Gesprächspartner war dabei AfD-Freund und Aachener Kommunalpolitiker Markus Mohr, der eine siebenseitige Erklärung an den Bundesvorstand schickte. Dieser liegen Screenshots über Äußerungen Helferichs bei – zum Beispiel auch, dass der 33-Jährige sein bürgerliches Image nur zum „Schein nutze“, um andere „anzugreifen“. Außerdem soll Helferich laut WDR geschrieben haben, er will den „demokratischen Freisler“ geben – eine Anspielung auf den Richter Roland Freisler, der als Vorsitzender des Volksgerichts während der NS-Zeit Tausende Todesurteile aussprach.

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AfD in NRW: Junge Alternative stellt sich hinter Helferich

Der zweite Vorsitzende der AfD in NRW, Michael Schild, sieht die Veröffentlichungen der Chats als sehr problematisch an. In einer E-Mail an die AfD-Bundesvorsitzenden Tino Chrupalla und Jörg Meuthen schreibt er besorgt, dass die Nachrichten das Potenzial hätten, die AfD in NRW „nachhaltig zu schädigen, wenn nicht sogar zu vernichten“, so der WDR.

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Der Parteinachwuchs der Jungen Alternative stellt sich dagegen hinter Helferich, gab öffentlich bekannt: „Die AfD lebt von Köpfen wie dir!“ Der „kommunikative Gesamtzusammenhang“ sei wichtig, um „Ironie und Ernst, Galgenhumor und grobe Verfehlung voneinander unterscheiden zu können.“

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Chat-Partner Mohr widerspricht einer solchen Ansicht in seiner Erklärung. Demnach seien die Aussagen von Matthias Helferich „nicht satirisch oder humorvoll“ deutbar. Dazu und zu den Hintergründen wird sich der AfD-Politiker in der Sitzung mit dem Bundesvorstand an diesem Montag äußern müssen. (kv)