München: Krasse Zahlen! Stadt lässt bis zu 300 Tiere jährlich abschießen – das steckt dahinter

Krasse Zahlen aus München!
Krasse Zahlen aus München!
Foto: picture alliance/dpa | Felix Hörhager

München. An Bahnhöfen, auf Plätzen oder in den Bäumen – diese Tiere gehören zum Stadtbild einfach dazu. Doch in München geht es einigen der Tiere an den Kragen. Hier wird mit offizieller Genehmigung auf sie geschossen. Gleich 300 pro Jahr.

Was verrückt klingt, hat sehr spezielle Hintergründe. Eine vielen Menschen lästige Tierart darf in München – unter bestimmten Auflagen – abgeschossen werden.

München: Zwischen 150 und 300 Tauben jährlich

Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, werden in München jährlich zwischen 150 und 300 Tauben abgeschossen. Diese Zahlen gehen aus einer Anfrage des Bezirksausschusses Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt an das Referat für Klima- und Umweltschutz hervor.

Eigentlich sind Stadttauben genauso wie alle anderen Tiere, durch das Tierschutzgesetz geschützt. Doch in manchem Fällen können Genehmigungen für ihrem Abschuss eingeholt werden. Tauben können nämlich immense Schäden anrichten.

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München: Bestimmte Bedingungen müssen bei der Tauben-Jagd erfüllt sein

Natürlich wird nicht jede Taube direkt als Schädling angesehen. Dafür muss mindestens eine von fünf Bedingungen erfüllt sein. Die Faktoren treffen zu, wenn:

  • „Wenn sich mehr als zehn Tiere auf 100 Quadratmetern aufhalten
  • „Wenn eine konkrete Gesundheitsgefahr besteht
  • „Wenn die Arbeitssicherheit gefährdet ist
  • „Ein hoher wirtschaftlicher Schaden entsteht
  • „Oder wenn es sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude handelt“

So fasst es die „Süddeutsche Zeitung“ zusammen.

An einundzwanzig gewerblichen Standorten wurden in München in den letzten sechs Jahren Genehmigungen zum Abschuss erteilt. Insgesamt 1236 Tiere mussten dran glauben.

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Das ist die Stadt München:

  • erstmals 1158 urkundlich erwähnt
  • Landeshauptstadt von Bayern, wird zu den Weltstädten gezählt
  • mit rund 1,5 Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt Deutschlands
  • besteht aus 25 Stadtbezirken
  • Oberbürgermeister ist Dieter Reiter (SPD)

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München: Menschen sollen durch die Maßnahme geschützt werden

In München praktizierte Hauptgründe für das Töten der Tauben sind zum einen die Wahrung der Lebensmittelsicherheit und zum anderen der Schutz von Arbeitern, Fahrgästen, Kindern und älteren Menschen. Bei Lebensmittelherstellern, bei denen sich Tauben einnisten und das Essen verunreinigen könnten, wird radikal gehandelt.

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Auch an Orten, wo die Tauben Arbeiter und Fahrgäste etwa durch Stromüberschläge oder das Ausfallen von Bremsen in öffentlichen Verkehrsmitteln gefährden, werden sie bekämpft. Gleiches gilt für die Tiere, die zu nah an Kindergärten, Schule und Altersheimen leben. Weil sie gefährliche Krankheiten übertragen können, sollen die Menschen, deren Immunsysteme nicht so abwehrstark sind, geschützt werden. (cm)