Lidl, Aldi und Co: Discounter wollen aus Protest knallharten Schritt gehen – du wirst es im Geldbeutel merken

Lidl, Aldi und Co.: (Symbolbild)
Lidl, Aldi und Co.: (Symbolbild)
Foto: IMAGO / Chris Emil Janßen

Lidl, Aldi und Co. machen ernst. Die Discounter haben sich zusammengeschlossen und wollen aus Protest einen knallharten Schritt gehen.

Sollten sie diesen tatsächlich umsetzen, wirst du es im Geldbeutel merken. Dabei steckt dahinter eine gutgemeinte Intention.

Lidl, Aldi und Co.: Discounter legen gemeinsamen Protest ein

Lidl, Aldi und Co. gehören zu den größten Lebensmittelketten Deutschlands. Dementsprechend groß ist die Menge ihrer verkauften Produkte. Auch brasilianische Lebensmittel gehören zum Sortiment der Discounter. Doch das könnte sich bald ändern.

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„Im vergangenen Jahr haben wir eine Reihe von Umständen gesehen, die zu extrem hohen Waldbränden und Abholzungen in Brasilien geführt haben“, schreiben sie in einem offenen Brief an den nationalen Kongress Brasiliens. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem auch:

  • Metro AG
  • Marks & Spencer
  • Ahold Delhaize
  • Woolworth Group
  • The Big Prawn Company

Weiter heißt es, dass die Ziele zur Reduzierung dieser Werte sowie die zur Verfügung stehenden Budgets zur Durchsetzung dieser Ziele zunehmend unzureichend seien. Es sei daher äußerst besorgniserregend zu sehen, dass dieselbe Maßnahme, auf die die Unterzeichner vergangenes Jahr reagiert haben, wieder als Gesetzesvorschlag eingebracht werden, der den Amazonas-Regenwald potenziell noch stärker bedrohe als zuvor.

Und: „Diese Maßnahmen stehen im Widerspruch zu der Darstellung und Rhetorik, die wir international von Brasilien erst am 22. April 2021 auf dem Gipfel mit US-Präsident Joe Biden gesehen haben.“ Die Unterzeichner drohen: „Wenn diese oder andere Maßnahmen, die diese bestehenden Schutzmaßnahmen untergraben, Gesetz werden, werden wir keine andere Wahl haben, als unsere Unterstützung und Nutzung der brasilianischen landwirtschaftlichen Lieferkette zu überdenken.“

Schließlich sehen Lidl, Aldi und Co. den Amazonas als einen „lebenswichtigen Teil des Erdsystems“ an. Er sei „ein kritischer Teil einer wohlhabenden Zukunft für Brasilianer und die gesamte Gesellschaft“ und für die Sicherheit unseres Planeten essentiell. Deshalb fordern die Konzerne von dem brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro, ihren Vorschlag zu überdenken.

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Lidl, Aldi und Co.: Kunden drohen höhere Preise

Andernfalls könnten Lidl, Aldi und Co. diverse südamerikanische Produkte aus dem Sortiment nehmen. Als wichtiger Importeuer von Rindfleisch, Soja und Kaffee könnte das verheerende Folgen für Brasilien haben - aber nicht nur für Brasilien. Denn ein Boykott könnte die Preise in Europa erhöhen, wie „Spiegel Online“ schreibt.

Dabei ist noch unklar, ob und ob der rechtspopulistische Staatschef aus Brasilien auf das Schreiben reagiert. Er hatte immer wieder eine Ausweitung der Landwirtschaft befürwortet und gilt als enger Verbündeter der Agrarlobby. Die Verantwortung des Menschen für den Klimawandel hatte er bereits angezweifelt.

Studie: Amazonas-Regenwald stößt derzeit mehr CO2 aus, als er aufnimmt

Eine kürzlich in der Zeitschrift „Nature Climate Change“ veröffentlichte Studie zeigt: Aus dem Amazonas ist im vergangenen Jahrzehnt fast 20 Prozent mehr CO2 in die Atmosphäre gelangt, als von der sogenannten grünen Lunge des Planeten aufgenommen werden konnte. Grund ist die zunehmende Zerstörung des Waldes durch Brände und Holzfäller.

Das Ausmaß der Entwaldung stieg demnach 2019 im Vergleich zu den Vorjahren um fast das Vierfache an, von rund einer Million Hektar auf 3,9 Millionen - eine Fläche von der Größe der Niederlande. Einen Grund dafür sehen die Forscher auch in der Politik. Nach dem Amtsantritt von Jair Bolsonaro im Januar 2019 habe es eine deutliche Schwächung von Umweltschutzmaßnahmen gegeben, hieß es in einer Mitteilung. Es bleibt also zu hoffen, dass Brasilien die illegale Abholzung des Amazonas-Regenwaldes tatsächlich beenden wird. (nk mit dpa)