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Ikea: Expertin zerlegt Mythos – darauf sollten Kunden achten

Ikea: Die Erfolgsgeschichte des Möbelhauses

Die schwedische Möbelhauskette Ikea erfreut sich in Deutschland bei Kunden großer Beliebtheit. Immer mehr Möbelhäuser entstehen und die Umsätze wachsen. Ikea erzielte im abgeschlossene Geschäftsjahr 2020 in Deutschland einen Einzelhandelsumsatz von 5,325 Milliarden Euro.

Ikea ist bei vielen Menschen beliebt. Das spiegelt sich an den Geschäftszahlen des Möbelriesen wieder. Allein im Jahr 2020 erzielte das Unternehmen einen weltweiten Umsatz von 37,4 Milliarden Euro. Damit ist Ikea globaler Marktführer.

Zu seinem großen Erfolg dürfte auch ein Mythos beitragen. Doch eine Expertin hat nun genau diesen zerlegt. Worauf sollten Ikea-Kunden achten?

Ikea: Expertin zerlegt Mythos und hat dringenden Rat an Kunden

Ikea feilt an seinem Image und verspricht ein umfangreiches Konzept für nachhaltige Produkte. Aber die Realität ist eine andere, wie Ursula Bittner von Greenpeace gegenüber dem Onlineportal „Watson“ schildert.

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Bittner sagt: „In den meisten Zertifizierungssystemen konnten wir feststellen, dass die Transparenz und Rückverfolgbarkeit der Lieferketten nicht gegeben war.“ So sei Ikea mit dem FSC-Siegel zertifiziert und werde von Subfirmen beliefert, die wiederum nachgewiesenermaßen Wälder zerstörten. 2014 hatte Swedwood, eine Tochterfirma von Ikea, das FSC-Umweltsiegel verloren.

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Das ist Ikea:

  • 1943 in Schweden gegründet
  • Weltweit 433 Filialen
  • Verschiedene Franchise-Nehmer betreiben Ikea-Filialen in einzelnen Ländern
  • 211.000 Mitarbeiter weltweit

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Die Expertin sieht das Nachhaltigkeitsversprechen der Möbelriesen daher kritisch: „Zunächst ist die Selbstverpflichtung zur verantwortungsvollen Beschaffung dem ungebremsten Wachstumsdrang des Unternehmens gegenüberzustellen. Berichten zufolge hat sich der Holzverbrauch von Ikea in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt.“

Auch eine Untersuchung der Umweltorganisation Earthsight aus dem vergangenen Jahr ergab, dass Ikea Zehntausende Stühle aus illegal beschafftem Holz verkauft hat. Laut Earthsight muss Ikea pro Jahr circa 1,8 bis 2,5 Millionen Bäume mehr als im jeweiligen Vorjahr verarbeiten, um bei seinem Wachstumstempo zu bleiben. Selbst aus nachhaltigem Anbau wäre es schwierig, so viel zu roden. Bittner ruft schließlich zu besonderer Vorsicht bei Holz aus den Karpaten oder aus dem Kongo auf. Vom Kauf von Tropenholz rät sie Verbrauchern allgemein ab.

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Ikea beteuert achtsame Ressourcennutzung

Ikea gab indes auf Anfrage von „Watson“ an, dass 98 Prozent des für seine Produkte verwendeten Holzes aus nachhaltigen Quellen stammten. Und: „Wir werden unseren Holzverbrauch nicht exponentiell steigern. Aus weniger mehr zu machen und neue, kreative Wege zu finden, Ressourcen achtsam zu nutzen, ist Teil der Arbeitsweise von Ikea.“

Weiter heißt es, FSC sei „die vertrauenswürdigste und glaubwürdigste globale Forstzertifizierung, die es gibt“. Aber zugleich: „Wir verlassen uns nicht allein auf das FSC-Zertifikat. Der Ikea-Verhaltenskodex für Lieferanten, Iway, umreißt Kriterien für Lieferanten, die forstwirtschaftlich nutzbare Materialien verwenden.“ Es ist also ratsam, beim Möbelkauf genau auf den Ursprung des Holzes zu achten. (nk)