„Tatort“-Star Axel Prahl im Interview: „Die Bombe tickte im Hinterkopf“

„Tatort“-Star Axel Prahl.
„Tatort“-Star Axel Prahl.
Foto: IMAGO / Revierfoto

Er ist der kongeniale Partner von Jan Josef Liefers. Mit dem Münsteraner „Tatort“ fahren Axel Prahl und sein Schauspielkollege regelmäßig Rekordquoten ein.

Dass Axel Prahl noch viel mehr kann als 'nur' „Tatort“-Kommissar, beweist er am Montagabend in der ZDF-Komödie „Extraklasse 2+“. Wir haben mit Axel Prahl über den Film, seine schulischen Leistungen und natürlich den „Tatort“ gesprochen.

Herr Prahl, in ‚Extraklasse 2+‘ spielen Sie einen Lehrer, sie sind Kommissar im ‚Tatort‘… welche Rolle würde Sie noch richtig reizen?

In der Regel ist es so, dass die Bösewichte die interessanteren Rollen sind. Aber auf eine konkrete Rolle kann ich mich wirklich nicht festlegen, zumindest nicht im Film. Auf der Bühne wäre der ‚Mephisto‘ eine großartige Rolle.

Also wird der nächste James Bond ohne Sie auskommen müssen?

(lacht) Das war zum Beispiel nie meine Traumrolle.

Warum?

Das reizt mich nicht. Klingt komisch, aber ist so. Da habe ich andere Prioritäten im Kopf, was mich am Geschichtenerzählen fasziniert. Beispielsweise ‚Die Luftpiraten‘. Das ist ein Kinderroman von Markus Orths, der, wie ich finde, wirklich Ottfried-Preußler-Qualitäten hat und wie kein anderer in diese Zeit passt. Der bietet Potenzial, ihn à la Harry Potter aufzubereiten. Dafür braucht man aber einen Haufen Geld.

Sie spielen in ‚Extraklasse 2+‘ einen Lehrer. Glauben Sie, dass Sie ein guter Lehrer geworden wären?

Ich habe ja tatsächlich Mathematik und Musik auf Lehramt studiert. Ich glaube, ich wäre kein ganz schlechter geworden, denn ich denke, dass Lehrer und Schauspieler zwei durchaus artverwandte Berufe sind. Im besten Falle ist der Lehrer auch ein guter Entertainer, der die Schüler mit seinem Fachwissen unterhält. Wenn er es schafft, dass ihm die Kinder an den Lippen kleben und wissen wollen, was Sache ist, ist das natürlich der bestmögliche Fall.

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Das ist Axel Prahl:

  • Axel Prahl wurde am 26. März 1960 in Eutin geboren
  • Er ist Schauspieler und Musiker
  • Zu seinen bekanntesten Filmen gehört die „Tatort“-Reihe und „Der ganz große Traum“

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Wie kam es, dass Sie trotz des Studiums nicht Lehrer geworden sind?

Das hatte vielerlei Gründe. Zum einen hatte ich schon während des Studiums das Gefühl, dass die Ausbildung eigentlich nicht geeignet ist, um wirklich gute Lehrer auszubilden. Beispielsweise war es so, dass wir in wissenschaftlicher Mathematik acht Stunden Unterricht die Woche hatten. Da ich Grund- und Hauptschullehrer werden wollte, fand ich das komplett widersinnig, dass wir Unterrichtsdidaktik, also das eigentliche Rüstzeug für einen Lehrer, nur zwei Stunden die Woche hatten. Dazu kam erschwerend, dass die Hierarchie an den Schulen noch sehr an Befehl und Gehorsam orientiert war und jemand, der frisch von der Hochschule mit neuen Ideen kam, ganz schlechte Karten hatte.

‚Extraklasse 2+‘ wurde im vergangenen Jahr gedreht. Im Film spielt Corona jedoch keine Rolle. Wie sind Sie mit dem Thema umgegangen?

Es war ja tatsächlich so, dass wir im März die Dreharbeiten unterbrechen mussten und dann im Juli den Film erst fertiggestellt haben. Man sieht das auch an der Vegetation in einigen Aufnahmen. Es war zum Glück mit Tests und den entsprechenden Maßnahmen möglich, den Film zu Ende zu drehen, aber die Bombe tickte im Hinterkopf. Die Angst ist mit auf die Reise gegangen.

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Haben Sie eigentlich Mitspracherecht bei ihren ‚Tatort‘-Drehbüchern?

Natürlich stehen wir Schauspieler im Austausch mit den Sendern und auch mit den Produktionsfirmen, wir tauschen uns über die Drehbücher auch gemeinsam aus. Machen Anmerkungen, äußern unsere Bedenken und teilen unsere Ideen mit. Ob diese im Drehbuch umgesetzt werden, obliegt dann schlussendlich Autor, Produktion und Redaktion.

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