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Netflix: Zuschauer erheben Antisemitismus-Vorwürfe gegen „Do Revenge“ – „F***t euch!“

„Do Revenge“, die neue Komödie bei Netflix, soll eigentlich eine Hommage an die Teenie-Filme aus den 90er- und 2000er-Jahren darstellen: Extravagante Outfits, viel Pink, Glitzer und Kitsch sowie eine ordentliche Portion Zickenkrieg.Zunächst kommt die Netflix-Eigenproduktion auch gut beim Publikum an. Ein „Daily Beast“-Redakteur bezeichnet „Do Revenge“ sogar als „generationenprägendes Meisterwerk“. Aber ob sich dieser Titel […]

© Kim Simms/Netflix

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„Do Revenge“, die neue Komödie bei Netflix, soll eigentlich eine Hommage an die Teenie-Filme aus den 90er- und 2000er-Jahren darstellen: Extravagante Outfits, viel Pink, Glitzer und Kitsch sowie eine ordentliche Portion Zickenkrieg.

Zunächst kommt die Netflix-Eigenproduktion auch gut beim Publikum an. Ein „Daily Beast“-Redakteur bezeichnet „Do Revenge“ sogar als „generationenprägendes Meisterwerk“. Aber ob sich dieser Titel halten lässt? Aufmerksame Zuschauer haben ein fragwürdiges Muster in dem Film erkannt.

Netflix lässt Bösewicht mit Davidstern und Jiddisch auftreten

In der Teenie-Komödie geht es um Drea (gespielt von „Riverdale“-Star Camilla Mendes) und Eleanor (gespielt von „Stranger Things“-Darstellerin Maya Hawke), die einen Plan aushecken, um sich an den Feinden der jeweils anderen zu rächen. Der Film hat sich seit seinem Release am 16. September innerhalb kürzester Zeit zu einem der beliebtesten Netflix-Inhalte entwickelt.

Während Eleanor einer ehemaligen Mitschülerin eins auswischen will, plant Drea, ihren Ex-Freund Max Broussard bloßzustellen. Immerhin soll er ihr geheimes Nacktvideo veröffentlicht und der ganzen Schule gezeigt haben. Abgesehen davon tritt der Bösewicht als äußerst manipulativ und frauenfeindlich auf, weshalb die Zuschauer schnell auf Dreas Seite sind.

In "Do Revenge" spielen Camila Mendes (l.) und Maya Hawke (r.) die Hauptrollen.
In „Do Revenge“ spielen Camila Mendes (l.) und Maya Hawke (r.) die Hauptrollen. Foto: Kim Simms/Netflix

Ein Detail an Max (gespielt von Austin Abrams) stößt dem Publikum jedoch übel auf. So trägt der Bösewicht als einziger Charakter im Film eine Davidstern-Halskette und verwendet sogar jüdischen Slang. Dass das Judentum offensichtlich mit dem Bösen verbunden wird, lässt einige Zuschauer vor Wut kochen. Prompt werden die sozialen Medien von kritischen Beiträgen geflutet.

Netflix-Zuschauer sind fassungslos: „Antisemitismus ist lebendig“

„Lustiger ‚Zufall‘, wie in ‚Do Revenge‘ der Bösewicht des Films einen Davidstern auf seiner nackten Brust trägt und während seines bösen Monologs am Ende Jiddisch spricht, obwohl er dem Publikum nicht einen einzigen Hinweis darauf gibt, dass er den ganzen Film über jüdisch ist“, schreibt beispielsweise ein Twitter-Nutzer.

Ein anderer Zuschauer wird da schon deutlicher: „Ich wollte den nicht-jüdischen Autoren und dem Regisseur von ‚Do Revenge‘ dafür danken, dass sie dafür gesorgt haben, dass der reichste, manipulativste, politisch am meisten vernetzte, lügende Scheißkerl in der Handlung ein Typ ist, der einen Magen David (Judenstern) um den Hals trägt. F***t euch!“

Netflix' "Do Revenge"
Der Bösewicht Max Broussard (Mitte), trägt in „Do Revenge“ einen Davidstern und benutzt jiddischen Slang. Foto: Kim Simms/Netflix

Schließlich bringt sich auch eine jüdische Person in die Diskussion ein: „Ich liebe fast alles an ‚Do Revenge‘ – die Musikauswahl war klasse, ich habe den Camp-Charakter des Films geliebt, und die Schauspieler waren alle auf den Punkt; ABER mussten sie den Hauptbösewicht während seiner großen Bösewicht-Rede einen Magna David tragen lassen? Gezeichnet, ein müder Jude.“

„Stört es noch jemanden, dass in dem neuen Film ‚Do Revenge‘ der Bösewicht – der alles Böse in der Gesellschaft repräsentiert – ein weißer, wohlhabender Jude ist? Antisemitismus ist lebendig und es macht mich jedes Mal fertig“, heißt es von einem weiteren Nutzer.


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Zuschauer trauen ihren Augen nicht: Antisemitisches Buch taucht in Netflix-Film auf

Die „Times of Israel“ merkt zwar in ihrer Berichterstattung an, dass Max auch eine Schwester hat, die ebenfalls jüdisch ist und sich deutlich moralischer verhält, jedoch gibt es im Film keine erkennbaren Hinweise auf ihre Glaubensrichtung – anders als beim Bösewicht Max.

Ein weiteres Detail, das für Ärger sorgt, ist das Buch „Der Fremde im Zug“ von Patricia Highsmith, das Eleanor zu Beginn des Filmes liest. Die Autorin des Werkes gilt als unverblümt antisemitisch und bezeichnet sich selbst als „Judenhasserin“. Der „Guardian“ hat zudem darüber berichtet, dass Highsmith den Holocaust als „Semicaust“ bezeichnet, weil sie enttäuscht darüber sei, dass nicht mehr Juden in Konzentrationslagern gestorben sind.

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Die US-amerikanische Autorin Patricia Highsmith ist im Februar 1995 verstorben. Foto: IMAGO / Leemage

Dass also ausgerechnet ihr Buch, dessen Handlung einige sogar an die von „Do Revenge“ erinnert, in dem Film auftaucht, scheint äußerst bedenklich. Bisher haben sich weder Netflix noch die Regisseurin Jennifer Kaytin Robinson zu den Vorwürfen geäußert.

Schon gewusst? Die Dreharbeiten zu „Do Revenge“ mussten sogar wegen „Stranger Things“-Star Maya Hawke verschoben werden.