Bushido spricht Klartext über sein Image: „Ich bin nicht Florian Silbereisen“

Rapper Bushido steht zu seiner Art.
Rapper Bushido steht zu seiner Art.
Foto: picture alliance / dpa | Bernd von Jutrczenka

Kaum ein Rapper in Deutschland steht so sehr in der Kritik wie Bushido. Schon seit Beginn seiner Karriere muss er sich für seine frauenfeindlichen und homophoben Texte rechtfertigen. Als der Musiker im Jahr 2011 den Bambi für Integration bekam, war der Aufschrei groß.

Schließlich fallen in den Songs von Bushido immer wieder Wörter wie „Schlampe“, „Fot**“ oder „Schwuchtel“. Dass man mit solch hasserfüllten Texten überhaupt Erfolg haben kann, stößt in der Gesellschaft auf großes Unverständnis. Jetzt äußert sich der 43-Jährige selbst zu der Kritik.

Bushido zeigt keine Reue: „Brauchen uns darüber nicht mehr unterhalten“

Um Bushido verstehen zu können, solle man zunächst einen Blick in seine brandneue Amazon Prime-Doku „Unzensiert“ werfen. „Jeder, der interessiert ist, kann sich darüber informieren. Wer es nicht möchte – kein Problem. Das ist wie ein Mathebuch. Wenn du kein Bock auf Mathe hast, guckst du nicht rein, aber dann beschwer' dich nicht, wenn du bei der Prüfung verkackst. Wenn dann wieder jemand sagt: 'Bushido ist homophob und frauenfeindlich', dann ist es kein Problem, aber dann brauchen wir uns darüber auch nicht mehr unterhalten“, erklärt der Rapper im Interview mit „Bild“.

Der selbsternannte „Ghettobürgermeister“ zeigt also noch immer keine Reue. Harmlosere Texte? Daran ist bei Bushido auch nach 21 Jahren Karriere und der Geburt seiner vier Kinder nicht zu denken.

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Das ist Bushido:

  • Anis Mohamed Youssef Ferchichi wurde am 28. September 1978 in Bonn geboren
  • Sein Vater war Tunesier, seine Mutter Deutsche
  • Als Rapper ist er unter dem Künstlernamen „Bushido“ bekannt
  • Bushido ist nicht nur Songwriter, sondern auch Produzent und Inhaber des Plattenlabels „Ersguterjunge“
  • Im November 2011 bekam Bushido den Bambi-Integrationspreis verliehen
  • Seit 2011 ist er mit Anna-Maria Lagerblom, der Schwester von Sängerin Sarah Connor, zusammen – das Paar heiratete im Mai 2012
  • Das Paar hat vier gemeinsame Kinder – aktuell ist Anna-Maria schwanger mit Drillingen

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Bushido gesteht: „Es lag in meiner Hand, ich habe das lange Jahre auch nicht genutzt“

Dennoch hat Bushido großes Verständnis dafür, dass man ihn als einen solch hasserfüllten Mann wahrnimmt. „Ich bin nicht Florian Silbereisen, dem jetzt plötzlich ein Bart gewachsen ist. Es ist überhaupt kein Problem, ich verstehe das vollkommen. Es lag in meiner Hand, ich habe das lange Jahre auch nicht genutzt. Ich wollte das so stehen lassen“, verrät Anis Ferchichi – so der bürgerliche Name des Musikers.

Inzwischen wünscht er sich allerdings, dass man auch den Mann hinter den Songtexten sieht, der am Ende des Tages eben auch nur ein ganz normaler Familienvater ist. Da er es aber jahrelang versäumt hat, an seinem Imagewandel zu arbeiten, wolle er niemandem Vorwürfe machen, der Bushido weiterhin als homophob und frauenfeindlich abstempelt.

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Denn zumindest die wichtigsten Menschen in seinem Leben sollen ihm für seine wilde Vergangenheit vergeben haben. „Meine Frau hat mir verziehen“, offenbart Bushido.

Bushidos Schwägerin Sarah Connor bekam nun ebenfalls harte Kritik. Grund war dieser Auftritt.

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