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Bully Herbig: Trifft der Winnetou-Skandal auch „Der Schuh des Manitu“? – „Comedy-Polizei ist sehr streng geworden“

Das Traumschiff im Wandel der Zeit

Seit 1981 ist das Traumschiff eine Institution im deutschen Fernsehen. Mehr als 80 Folgen hat das ZDF bereits ausgestrahlt.

Er ist einer der erfolgreichsten deutschen Filme nach dem Zweiten Weltkrieg, und trotzdem sieht Michael Bully Herbig seinen Kultfilm „Der Schuh des Manitu“ heute aus einem anderen Blickwinkel.

Michael Bully Herbig, der Produzent, Regisseur und Drehbuchautor der Westernkomödie, gibt 21 Jahre nach Kinostart zu, dass er „Der Schuh des Manitu“ heute nicht mehr so drehen würde oder könnte wie damals noch.

Nach „Winnetou“-Skandal: Michael Bully Herbig spricht über „Der Schuh des Manitu“

Kaum eine Diskussion erschüttert derzeit die Unterhaltungsbranche so sehr wie der „Winnetou“-Skandal. Im Netz werden immer wieder Stimmen laut, die die Romantisierung der Karl-May-Geschichten sowie die Verwendung des Wortes „Indianer“ kritisieren.

Doch was sagt eigentlich Michael „Bully“ Herbig zu dem Aufreger? Immerhin hat er mit seiner Parodie der „Winnetou“-Filme stolze 65 Millionen Euro Umsatz an den Kinokassen gemacht. Bis heute gilt „Der Schuh des Manitu“ für viele Fans als bester Film, den Bully je produziert hat.

In der Talkshow „3 nach 9“ gibt Michael Bully Herbig nun zu, dass er den Film in der heutigen Zeit nicht mehr so drehen würde wie Anfang der 2000er-Jahre. „Die Comedy-Polizei ist so streng geworden. Das nimmt einem ein bisschen die Unschuld. Und die Freiheit“, erklärt der Filmemacher.

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Das ist Michael „Bully“ Herbig:

  • Der Komiker ist auch als Schauspieler, Drehbuchautor, Regisseur und Synchronsprecher bekannt
  • Mit seiner Ehefrau Daniela ist er seit 2003 verheiratet – das Paar hat einen gemeinsamen Sohn
  • Seit 2021 präsentiert er die Comedy-Show „LOL: Last One Laughing“ bei Amazon Prime

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Michael Bully Herbig traurig: „Kommen sehr dunkle Zeiten auf uns zu“

Bully sei ein Befürworter davon, Dinge zu hinterfragen. Dass gewisse Ausdrücke heute nicht mehr blind durchgewunken werden, sei eine gute Entwicklung. Doch vielen Menschen würde mit dieser Diskussion der Spaß und vor allem der Mut daran genommen werden, neue Komödien zu produzieren.

„Weil man den Leuten inzwischen viel schneller auf die Füße tritt. Wir haben damals nach der Philosophie gelebt, wenn wir diejenigen zum Lachen bringen, die wir auf den Arm nehmen, haben wir alles richtig gemacht. Heute ist es dahingehend schwierig, dass, wenn mir jemand das Totschlagargument entgegenschleudert ‚Du hast meine Gefühle verletzt‘, dann kann ich nicht sagen: ‚Stimmt doch gar nicht’“, merkt der 54-Jährige an.

Sollte die Comedy eines Tages einem Reglement unterliegen, das festlegt, worüber man Witze machen darf und worüber nicht, würde es wohl das Ende seiner Karriere bedeuten. „Ich hätte dann keinen Spaß mehr daran. Und ich sehe, wenn in so eine Richtung weiter galoppiert wird, sehr dunkle Zeiten auf uns zukommen. Dann wird es irgendwann Leute geben, die sagen: ‚Ich mache keine Komödien mehr, das ist mir zu heiß’“, behauptet Bully Herbig.

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Auch die ARD hat Stellung zum „Winnetou“-Skandal bezogen. Sehr zum Leidwesen der Zuschauer.