Schmerz-Experte warnt: Ibuprofen und Co. töten mehr Menschen als Autounfälle – er empfiehlt stattdessen DIESES Mittel

Kopfschmerzen mit Ibuprofen oder Aspirin zu behandeln, kann auf Dauer böse enden. (Symbolbild)
Kopfschmerzen mit Ibuprofen oder Aspirin zu behandeln, kann auf Dauer böse enden. (Symbolbild)
Foto: Oliver Killig

Hand aufs Herz: Wie oft nimmst du Ibuprofen? Aspirin? Paracetamol?

Mindestens nach einem ausgeuferten Party-Abend, oder? Zwischendurch spannt der Nacken ja auch mal, und der Rücken gibt auch nicht so recht Ruhe. Einmal im Monat hauen dich außerdem die Unterleibsschmerzen mehr oder weniger raus – wenn du eine Frau bist.

Es kommt also ganz schön viel zusammen, was – zumindest der Durchschnittsdeutsche – so an Schmerzmitteln schluckt. Schmerzmittel, die du einfach ohne Rezept in der Apotheke kaufen kannst.

Ibuprofen, Aspirin und Co. gefährlich? Das sagt der Schmerz-Experte

Das findet der Schmerz-Experte Sven Gottschling sehr problematisch. Gottschling ist leitender Arzt am Zentrum für Palliativmedizin und Kinderschmerztherapie am Universitätsklinikum des Saarlands.

Er hat ein Buch geschrieben: „Schmerz loswerden: Warum so viele Menschen unnötig leiden und was wirklich hilft“.

In einem Interview mit Focus Online erklärt der Arzt, was an Ibuprofen, Aspirin und Co. gefährlich ist.

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Nicht Schmerzmittel an sich seien so schädlich, sondern die freie Verfügbarkeit und zu lange und falsche Verwendung.

Mehr Tote durch Ibuprofen und Aspirin als durch Straßenverkehr

„Vorsichtig geschätzt sterben bei uns jedes Jahr rund 4000 Menschen durch innere Blutungen infolge von Schmerzmittelgebrauch. Das sind mehr Todesopfer als durch Verkehrsunfälle“, sagt Gottschling. Vor allem seien das Menschen, die die Mittel jahrelang nehmen, um chronische Schmerzen zu bekämpfen.

Der Palliativmediziner meint, dass Aspirin, Ibuprofen, Paracetamol und Co. nicht mehr rezeptfrei verkauft werden sollten. Die Alternative? Morphin.

Arzt schlägt Morphin statt rezeptfreie Schmerzmittel vor

Gottschling erklärt dem Focus: „Die meisten Ärzte und Patienten haben eine Heidenangst vor Opioiden gegen Schmerzen. Ich plädiere dagegen für einen viel häufigeren Einsatz von Morphin und ähnlichen stark wirkenden Schmerzstillern. Morphin ist für Patienten auf Dauer weniger gefährlich als Ibuprofen oder Diclofenac. Ein Opioid können chronisch Kranke ein Leben lang ohne gesundheitliche Folgen nehmen, die Schmerztabletten eher nicht.“

Die Gefahr, drogenabhängig zu werden, schätzt er gering ein.

Kopfschmerzen mit Ibuprofen oder Aspirin behandeln, ist schon sinnvoll

Natürlich solle nun nicht jeder Mensch Morphin statt Aspirin im Medikamentenschränkchen haben. Eine Sportverletzung oder einen Spannungskopfschmerz mit Aspirin oder Ibuprofen zu behandeln sei sinnvoll – aber eben nicht länger als drei bis sieben Tage lang.

„Wer regelmäßig an mehr als fünf Tagen Medikamente gegen Schmerzen braucht, sollte weg von den frei verkäuflichen Mitteln. Dauern Schmerzen länger oder drohen chronisch zu werden, darf man durchaus auch auf Opioide schauen. Das ist natürlich dann definitiv kein Fall für Selbstmedikation mehr.“

 
 

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