Wirbel um Vegan-Koch: Hier fordert Attila Hildmann Journalisten auf, ein Kalb zu töten

Hier fordert Attila Hildmann Journalisten auf, ein Kalb zu töten

Hier fordert Attila Hildmann Journalisten auf, ein Kalb zu töten
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  • Nach seinem Ausraster wegen einer Gastrokritik hatte Vegan-Guru Attila Hildmann zum Testessen geladen
  • Falls die Mehrheit der Journalisten weiter Fleischburger vorziehen sollte, versprach er, ein Steak zu essen
  • Doch so weit kam es nicht

Berlin.  Man nehme: Deutschlands prominentesten Veganer, eine vernichtende Gastrokritik, eine Hand voll Pommes, um es der Autorin in die Visage zu stopfen, ein Hausverbot für den „Tagesspiegel“, eine Einladung zum Testessen mit gezogener Waffe – und schon hat man selbst als Veganer ordentlich Beef.

Doch der dürfte Attila Hildmann ausnahmsweise mal schmecken. Denn so voll wie an diesem Mittwochnachmittag war sein Laden in Berlin-Charlottenburg wohl noch nie. Drei Dutzend todesmutige Journalisten sind der Einladung des Wutburger-Braters gefolgt. Zum ultimativen Kick hätte jetzt nur noch ein „Tagesspiegel“ unterm Arm gefehlt.

Attila Hildmann drohte Komplett-Ausraster an

Aber Hildmann wollte ja ruhig bleiben, hat er gesagt. Okay, das Foto von ihm mit der Pumpgun war bei der vertrauensbildenden Maßnahme nicht gerade förderlich. Aber warum sollte man jemandem nicht glauben, wenn er auf Facebook schreibt, dass er „mit Kritik auch manchmal umgehen“ könne?

Etwa weil er kurz darauf einschränkte: „Es sei denn, Sie schreiben oder sagen wieder irgendeine Scheiße, dann werde ich diesmal komplett ausrasten!“? Na gut, ist vielleicht ein Argument. Oder Sarkasmus. Es muss Sarkasmus sein. Bitte lass es Sarkasmus gewesen sein.

Attila Hildmann verliert seine Steak-Wette

Bei seiner Audienz an diesem Nachmittag scheint sich der Tofu-Trump jedenfalls im Griff zu haben. Zumindest eine gute Stunde lang. Dann zückt Hildmann das Messer.

Gerade hat er erfahren, dass er seine Wette verloren hat. Dass der Mehrheit der Journalisten sein veganer Burger aus Kichererbsen und Mandelmehl-Käse-Ersatz zwar geschmeckt hat, sie aber dennoch weiter Fleischburger bevorzugen. Heißt für den eingefleischten Veganer eigentlich: Ran ans Steak! Das nämlich war sein Wetteinsatz. Oder doch nicht?

„Das Steak wartet auf der Straße“

„Ich hab’ gesagt, ich werde ein Steak essen, aber ich werde ein Steak nicht umbringen“, verkündet Hildmann von der Türschwelle seines Ladens aus, das Fleischmesser dabei in die Luft gerichtet. „Das Steak wartet auf der Straße.“

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Ein Wagen mit Anhänger steht jetzt an der Stelle, an der zuvor noch Hildmanns werbebedruckter, „70-Prozent-Kunstleder“-Porsche stand. Als sich der Vegan-Koch und seine Zuhörer um den Anhänger scharren, fängt ein Tier an zu brüllen.

„Wer bringt dieses Tier um?“

„Jeder von euch, der meint, ich soll meinen Wetteinsatz erfüllen, und wenn Fleischessen so harmlos ist, wie es gezeichnet wird in den Medien, der kann mir jetzt selber dieses Kalb hier umbringen“, sagt Hildmann. Die Journalisten antworten mit klickenden Kameras – zur Tat aber mag niemand schreiten.

„Wer ist bereit dazu?“, fragt Hildmann noch einmal. „Wer bringt dieses Tier um?“

Hildmanns Mission geht in der Show unter

Was er zeigen wollte, ist klar: Es ist etwas anderes, ob das Schnitzel fertig verpackt im Supermarkt liegt, oder ob man den ganzen Prozess mitdenkt. „Wenn ihr selber das Tier nicht töten könnt, dann lasst es auch nicht die anderen machen.“

Eines muss man Hildmann lassen: Er weiß, wie man eine Show macht. Doch ob er mit dieser krawalligen Art wirklich mehr Leute für den Veganismus begeistern kann?

Strafanzeige gegen Hildmann wegen Pumpgun-Bild

„Ich bin sehr emotional in allen Bereichen“, sagt Hildmann. „Alles bei mir ist echt, auch ein Wutausbruch ist echt.“ Dass die Sache so hohe Wellen schlägt, hätte er nicht gedacht. Dass nun eine Strafanzeige wegen des Pumpgun-Bildes gegen ihn vorliegt, vermutlich auch nicht.

Was wäre eigentlich passiert, wenn sich doch jemand gemeldet hätte, um das Kalb zu erlegen? „Er hätte sich eh nicht getraut“, sagt Hildmann. „Und wenn doch, hätte ich ihm vorher auf die Nase gehauen.“ (cho)

 
 

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