Erika Steinbach fällt auf „Postillon“-Satire herein – und macht sich damit komplett lächerlich

Politikerin Erika Steinbach scheint auf den „Postillon“ hereingefallen zu sein. (Archivbild)
Politikerin Erika Steinbach scheint auf den „Postillon“ hereingefallen zu sein. (Archivbild)
Foto: imago stock&people / imago/Jürgen Heinrich

Meint sie das ernst - oder ist es ihre Art, Scherze zu machen?

Fest steht: Erika Steinbach (74) hat am Freitag bei Twitter einen Screenhot gepostet, auf dem folgende Schlagzeile zu lesen ist: „Verletzt seine religiösen Gefühle: Muslim will wegen Kreuz im Logo keinen ,Jägermeister' mehr trinken“. Auf dem Bild dazu ist ein junger Mann mit dunklen Haaren, dunklem Bart und Sonnenbrille zu sehen.

Die Politikerin, die seit ihrem Austritt aus der CDU im Januar 2017 parteilos ist, aber die „Alternative für Deutschland“ (AfD) unterstützt, hat dazu eine klare Meinung:

„Hoppla, ich dachte Muslime dürfen keinen Alkohol trinken. Also kann Jägermeister diese Drohung gelassen hinnehmen. Aber es ist schon dreist, was hier in Deutschland abgeht.“

Mal abgesehen von der offen muslim-kritischen Ausdrucksweise (für die sie bekannt ist): Die zitierte Schlagzeile stammt von der Satire-Seite „Der Postillon“.

„Der Postillon“ nimmt echte Proteste aufs Korn

Mit dem scherzhaften Artikel nimmt die Seite Vorfälle aufs Korn, die in jüngster Zeit tatsächlich vorgekommen sind: Der Protest gegen Kindersocken von H&M etwa, auf denen angeblich der arabische Schriftzug für „Allah“ zu lesen ist.

In Gelsenkirchen haben Muslime in Rewe-Filialen Druck auf die Mitarbeiter ausgeübt, weil ein solcher Schriftzug auf einer Wodka-Flasche zu lesen sei. Man solle das Getränk aus den Regalen nehmen.

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Ob Erika Steinbach aber den Postillon-Text überhaupt gelesen hat? Schnell hätte sie bemerken können, dass die Satire beißend ist.

Die Seite zitiert nämlich einen (fiktiven) Muslim mit den Worten: „Ich hatte gerade eine Flasche Jägermeister ausgetrunken und wollte die nächste öffnen, als mir plötzlich dieses Kreuz auffiel. Das hatte ich in all den Jahren davor nie bemerkt. Das geht natürlich gar nicht! Als strenggläubiger Muslim verletzt das meine religiösen Gefühle! Ich habe dann sofort den Rest weggekippt und bin auf Bier umgestiegen.“

Immerhin hat Steinbach erkannt, dass streggläubige Muslime und Alkohol nicht zusammengehen. Leider scheint sie an dieser Stelle aufgehört zu haben, weitere Schlüsse daraus zu ziehen. Oder es war doch alles nur ein großer Witz? Meta-Satire quasi?

Gnadenloser Spott unter Tweet von Erika Steinbach

Die Twitter-Nutzer sind sich (relativ) einig: Nein. Steinbach ist einfach nur auf die Satire-Seite hereingefallen. Und ihr Spott ist gnadenlos.

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