„Armes Deutschland“ auf RTL2: Hartz-IV-Pärchen richtet sich neue Wohnung ein – dann kommt den beiden eine asoziale Idee

Nathalie und Christian aus Frankfurt erwarten ein Baby.
Nathalie und Christian aus Frankfurt erwarten ein Baby.
Foto: RTL2

Armes Deutschland – Stempel oder Abrackern“ heißt es dienstags auf RTL2. In der Sozialdoku stellt der Privatsender Menschen vor, die von Hartz IV leben. Und es oft auch gar nicht einsehen, sich einen Job zu suchen. Wie das frischverheiratete Paar Christian und Nathalie. Die beiden leben von Hartz IV – und haben auch nicht vor, das zu ändern.

„Wenn das Amt eh alles zahlt, dann müssen wir auch nicht arbeiten gehen“, findet Christian. „Es war nicht schwer, das (Anm. d. Red.: Hartz IV) zu beantragen. Viel einfacher als arbeiten“, ergänzt seine Frau Nathalie. Die übrigens auch die Mutter seines Kindes ist – Nathalie ist im 8. Monat schwanger. Was sie aber nicht vom Rauchen abhält.

„Gut, das kann dann halt Spätfolgen haben. Dass es ein Schreikind wird, oder ein bisschen hibbeliger. (...) Meine Mutter hat aber auch geraucht und ich bin ja auch normal geworden“, klärt sie bei „Armes Deutschland“ auf.

„Armes Deutschland“ auf RTL2: Christian muss Sozialstunden machen, findet das aber asozial

Christian, der wegen Rauschgifthandel im Gefängnis war, muss derzeit Sozialstunden bei Eintracht Frankfurt leisten.

Weil er eine JVA-Beamtin als „fette Hure“ bezeichnet hat. Dass er dafür jetzt Sozialstunden machen muss, nennt Christian „asozial“. „Das ist ja Arbeit, für die ich kein Geld bekomme“, sagt er RTL2. Wenigstens bekommt er von seinem Chef Tennisbälle geschenkt, die er dann im Internet verkauft. Ob er diesen Nebenverdienst beim Amt angibt? Fraglich.

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Statt sich eine Arbeit zu suchen, kauft sich Christian lieber neue Schuhe. Aber keine für 30 Euro. „Die sind mir zu billig“, erklärt er vor den „Armes Deutschland“-Kameras. Unter 200 Euro gibt Christian nach eigener Aussage nicht für Turnschuhe aus. Glücklicherweise gibt es Nathalies Oma und Vater – die beiden stecken dem jungen Paar ab und an mal Geld zu.

Und dann wäre da ja noch das Geld vom Jobcenter.

„Armes Deutschland“ auf RTL2: Jobcenter bezahlt Wohnungseinrichtung - Christian kommt eine „bessere“ Idee

2320 Euro hat das Amt dem Paar für die Wohnungseinrichtung gegeben. Doch in die Einrichtung selbst wanderte nicht der ganze Betrag. „Sagen wir mal, so 800 Euro haben wir in die Wohnung investiert“, erklärt Christian. Aber wo kommen denn dann die ganzen Möbel her, die in der Wohnung stehen? Vom Sperrmüll, von Freunden und so weiter, erklärt Christian RTL2.

Damit dem Jobcenter das aber nicht auffällt, hat sich das „Armes Deutschland“-Paar kurzerhand einen Quittungsblock besorgt und sich selbst Zahlungsbelege für Küche und Co. ausgestellt. Auch als das Kamerateam von RTL2 die werdenden Eltern darauf aufmerksam macht, dass das Betrug ist, zuckt Christian nicht mit der Wimper. Im Gegenteil. Er hat sogar noch einen Ratschlag an die „Armes Deutschland“-Reporter. Mit dem sie viel Geld sparen können.

„Zahl doch einfach keine Steuern, dann ist doch alles okay“, rät der 22-Jährige. Ah ja.

Ist „Armes Deutschland“ wirklich echt?

Doch ist die vom Privatsender angepriesene Doku wirklich echt oder haben sich kreative Redakteure die Geschichte nur ausgedacht? Wir haben bei RTL2 nachgefragt.

„Bei dem Format „Armes Deutschland – Stempeln oder abrackern?“ handelt es sich um eine Dokumentation. Sie bildet somit die Realität ab. Ziel ist es, einen nahen und unverfälschten Blick auf das Leben der porträtierten Personen zu zeigen, die in dem Format frei zu Wort kommen“, sagt ein Sendersprecher gegenüber DER WESTEN. (bs)

 
 

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