Karies ist die häufigste Erkrankung in Deutschland

Essen. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts ist Karies noch vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Volkskrankheit in Deutschland. Demnach leiden neun von zehn Menschen an Karies.

Laut der Kassenärztlichen Bundesvereinigung der deutschen Zahnärzte stand es in vor dreißig Jahren noch schlechter um die Gesundheit der Zähne als heute. Damals hatte jeder Jugendliche im Schnitt sieben Zähne die an Zahnfäule, der sogenannte Karies, erkrankt waren.

Heute ist dagegen bei den Zwölfjährigen durchschnittlich weniger als ein Zahn durch Karies angegriffen. Trotzdem geben Zahnärzte keine Entwarnung, sondern beklagen die schlechte Karies-Statistik, denn jedes Jahr werden rund zehn Millionen Zähne aufgrund von Karies und Parodontose gezogen.

Bakterien produzieren Säuren

Im Mund jedes Menschen sind ungefähr dreihundert verschiedene Bakterienarten beheimatet. Die meisten sind wichtig für die Verdauung und spalten die Nahrung in einzelne Bestandteile.

Es gibt aber auch Kariesbakterien, die sich an die Zähne heften und mit Nahrungsresten und Speichel einen weichen Belag, der auch als Plaque bezeichnet wird, bilden. Aus Zucker produzieren sie Säuren, die auf die äußere Zahnschicht einwirken und dort wichtige Mineralien, wie Kalzium und Phosphat, entziehen. Mit der Zeit entsteht so ein Loch. Wie schnell es zu Karies kommt, hängt aber nicht von der Masse an Zucker ab, die gegessen wird, sondern vielmehr von der Häufigkeit, also den Zeitabständen zwischen dem Zuckerkonsum.

Der Speichel schützt vor Karies

Speichel hat eine wichtige Funktion, denn er kann die Säuren, die den Zahnschmelz angreifen, neutralisieren. Beim Umspülen bringt er außerdem die entzogenen Mineralien zurück.

Kräftiges Kauen, beispielsweise von Kaugummis oder das Lutschen von Bonbons, regt die Speichelbildung besonders an. Wichtig ist dabei, dass Kaugummi und Bonbon keinen Zucker enthalten. Den entstehenden Speichel bezeichnen Zahnärzte als stimuliert, denn aufgrund seines besonderen Mineralstoffreichtums ist er härter als der normale.

Wie gefährdet man ist, verrät der Kariesrisikotest

Manche Menschen sind kariesanfälliger als andere. Die genauen Ursachen sind noch nicht bekannt. Vermutet wird aber, dass die Zusammensetzung und Form der Zähne einen Ausschlag geben können, sowie die Eigenschaften des Speichels und der allgemeine gesundheitliche Zustand des Einzelnen.

Man kann Karies vorbeugen, indem man:

  • regelmäßig zum Zahnarzt geht (zweimal im Jahr)
  • weinig zuckerreiche Speisen und Getränke zu sich nimmt
  • morgens und abends mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta die Zähne putzt
  • wenn man nach der Mahlzeit die Zähne nicht putzen kann, einen zuckerfreien Kaugummi kaut oder ein Zahnpflege-Bonbon lutscht
 
 

EURE FAVORITEN