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Rente: So bezahlst du selbst im Ruhestand günstigere Beiträge bei der Krankenkasse

Freiwillig und privat Versicherte müssen für ihre Krankenversicherung oftmals viel zahlen. Doch so kannst du in die günstigere Krankenversicherung kommen!

Rente: So hast du die Möglichkeit, in die günstigere Krankenversicherung zu rutschen!
© IMAGO / photothek

Die fünf wichtigsten Versicherungen im Alter

Mit dem Start in den Ruhestand ist es sinnvoll, bestimmte Versicherungen abzuschließen. Diese fünf Versicherungen sollte man im Alter haben oder bereits früh abschließen.

Von wegen entspanntes Rentendasein! Viele Rentner haben zu wenig Geld im Monat zur Verfügung, leiden unter finanziellem Druck und müssen immer öfter einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Das zeigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes.

Auch die Beiträge für die Krankenversicherung sind im Alter oftmals hoch. Das gilt besonders für freiwillig und privat versicherte Senioren. Doch für einige besteht die Möglichkeit, noch in die günstige Krankenversicherung der Rentner (KVdR) hinein zu rutschen. So kannst du vorgehen!

Rente: Das sind die Voraussetzungen für die KVdR

Menschen mit Lücken im Lebenslauf rutschen im Alter nicht so leicht in die günstige Krankenversicherung der Rentner (KVdR). Solche „Lücken“ können etwa dann entstehen, wenn man wegen dem Großziehen von Kindern eine längere Job-Pause eingelegt hat, wenn man länger im Ausland oder zeitweise freiberuflich tätig war.

Die Betroffenen müssen sich dann meist für viel Geld freiwillig oder privat krankenversichern. Doch die gute Nachricht ist, dass diese Menschen, wenn sie Kinder haben, als Rentner doch noch in der KVdR versichert sein können. Selbst rückwirkend kann das klappen.

Grundsätzlich gilt, dass nur derjenige im Ruhestand in die KVdR rutschen kann, der in der zweiten Hälfte seines Arbeitslebens mindestens zu 90 Prozent bei einer gesetzlichen Krankenversicherung oder dort mitversichert war.

Die günstige Pflegeversicherung ist keine eigene Kasse, sondern ein versicherungsrechtlicher Status, den alle gesetzlichen Krankenkassen anbieten. Wer drin ist, kann viel Geld sparen. Ein Beispiel aus der Beratung des Sozialverbands VdK Bayerns rechnet vor: Ein freiwillig krankenversicherter Rentner und vierfacher Vater könne jetzt monatlich 300 Euro an Beiträgen sparen. Noch zu seinem Rentenbeginn hatte der frühere Selbstständige die Hürde zur KVdR nicht geschafft. Seine Kinder erwiesen sich letztlich als Türöffner für eine günstigere Absicherung.

Rente: Pro Kind wird dir Zeit gutgeschrieben!

Manchmal fehlen nur ein paar Tage, Monate, manchmal auch Jahre, um in die KVdR zu kommen. Wer es nicht schafft, dem bleibt im Alter nur die freiwillige oder private Absicherung. Menschen mit Lücken in der Erwerbsbiografie gibt es viele, wie Stefan Schemm, Krankenversicherungsexperte der Verbraucherzentrale Bayern gegenüber „Welt“ berichtet. Wer Lücken im Arbeitsleben hat oder zeitweise privat versichert war, bekommt oft die erforderliche Versicherungszeit nicht zusammen.

Doch diese Hürde kannst du umgehen. Seit August 2017 werden durch die Reform des Heil- und Hilfsmittelgesetzes nicht nur die Tage zur Versicherungszeit gezählt, sondern auch die Anzahl der Kinder. Pro Kind wird so die Zeit von drei Jahren gutgeschrieben. Das kann sich jeder Elternteil anrechnen lassen, wie Schemm betont. Diese Möglichkeit betrifft nicht nur Neu-Rentner, sondern auch Menschen, die schon im Ruhestand sind. Auch im Nachhinein ist es möglich in die günstige Krankenversicherung (KVdR) zu kommen.

Rente: Wie geht man vor?

Wer in die KVdR kommen und so Geld sparen möchte, muss selbst aktiv werden. Dafür müssen Betroffene einen Antrag stellen, auch ein formloser Brief mit Kopie der Geburtsurkunden der Kinder reicht am Anfang aus. Krankenversicherungsexperte Schemm rät, einen Antrag bei der Kasse zu stellen, bei der man zuletzt einmal versichert war.


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Die Versicherungspflicht kann rückwirkend geändert werden. Zu viel Gezahltes gibt es zurück. Am besten lässt man sich von einem Rentenberater, der Verbraucherzentrale oder auch vom Sozialverband VdK beraten. Denn jeder Fall ist individuell, ob sich ein Wechsel in die günstige Krankenversicherung überhaupt lohnt, muss einzeln betrachtet werden.