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Vernetzung für die Zukunft

12.08.2009 | 11:49 Uhr

Uni-Visionen verworfen. Wie Marl mit einem kleinem Geldbeutel trotzdem weiterhin Großes bewirken will...

Eine respektable Kultur-Zentrale: In der Scharoun-Schule gibt's schon Musik und Tanz. Foto: WAZ, Hein

Marl. Ein Amphitheater statt des abbruchreifen Jüttner-Stadions in Hüls, eine See-Bühne direkt vor dem Rathaus, ein eigenes Theater-Ensemble – das sind eindrucksvolle Ideen für die Kulturstadt Marl. Doch haben sie eine Chance auf Realisierung? Die Stadt, die sich als kultureller Mittelpunkt des Kreises sieht, hat schwer mit ihren Finanzen zu kämpfen und muss sich wohl von der Lieblingsidee einer Museumserweiterung verabschieden. Im Rathaus reifen Pläne, wie man mit neuen Konzepten mehr Kultur vermitteln kann - ohne mehr Geld auszugeben.

Für Irritationen hatte kürzlich die etwas schroffe Abfuhr für den Dirigenten Armin Klaes gesorgt. Der hatte 2007 (als Leiter der Abteilung Musik des Zentrums für Musik und Kunst der Gerhard-Mercator Universität Duisburg) mit seinen Studenten eine Marler Kultur-Bilanz gezogen und Visionen entworfen. „Unrealistisch”, meinten die Politiker.

Was auch mit kleinem Geldbeutel denkbar ist, daran arbeitet Klaus-Peter Lauche, Hauptamtsleiter und „Kultur-Koordinator” der Stadt, zusammen mit der gesamten Kulturverwaltung.

Denkbar ist eine Vernetzung von Musik, Theater und Museum. An allen drei Punkten müssen die pädagogischen Ansätze verstärkt (bei Museum und Theater) bzw. die Pädagogik neu ausgerichtet werden (bei der Musikschule).

Tatsächlich gibt es mit der Musikschule (die ihren Sitz in der Scharoun-Schule hat) schon ein respektables Angebot, um dort die nötigen Innovationen und eine modernen ansprechenden Konzeption machen zu können. Alles unter Beachtung der finanziellen Rahmenbedingungen.

Dass durch eine verstärke Musik-Unterrichtung in den Schulen, insbesondere Grundschulen und Kindergärten, Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung genommen wird, darüber ist man sich einige. „Und wir versuchen, das konzeptionell umzusetzen”, sagt Klaus-Peter Lauche.

Die Stadt tut schon vieles: Es gibt den musikalischen Zweig in Grundschule Sickingmühle, die Muse-Stiftung in der Martin-Luther-King-Gesamtschule und der Max-Reger-Schule. Marl hat sich nicht für das landesweite Jeki-Model (jedem Kind ein Instrument) entschieden sondern für ein ähnliches Modell (aber kostengünstiger), das es bereits an acht Grundschulen gibt und das in diesem Jahr in fünf Kindergärten an den Start geht. Die Musikerziehung baut aufeinander auf, vom Kindergarten bis zum Abitur.

Wichtig für die Entwicklung ist aber eine verstärkte Vernetzung mit hiesigen Musikträgern. Ähnlich wie bei Musikschule ist es nötig, für Theater und Museum pädagogische Konzepte zu bereit zu halten, um der Bevölkerung alle Richtungen nahe zu bringen.

Am Ende werden die Politiker über ein Konzept zu beraten haben, in dem auch die interessanten Gedanken von Armin Klaes ihren Platz gefunden haben.

Haus der Künste - Eine neue Aufgabe

Eine besondere Aufgabe ist der Scharounschule zugedacht. Sie soll das „Haus der Künste” werden - als zentraler Punkt einer Vernetzung. Sie bietet die idealen Räumlichkeiten und eine schöne Aula, die der Architekt der Philharmonie nachempfunden hat. Und sie ist vielseitig nutzbar, bis hin zum Kino. Gleichzeitig soll sie aber auch die „Heimat” der Marler Musikträger wie Musikgemeinschaft, Junges Blasorchester und „Kumuli” sein.

Gert Eiben



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