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Podiumsdiskussion im Kolpinghaus

Bürgermeister-Kandidaten lieferten Standpunkte und Antworten

26.06.2009 | 16:07 Uhr
Bürgermeister-Kandidaten lieferten Standpunkte und Antworten

Letmathe.Zweite Gesamtschule, ja oder nein? Warum kein Arbeitslosenzentrum? Das waren die Fragen, über die am Donnerstag im Kolpinghaus am meisten gestritten wurde. Vier Bürgermeister-Kandidaten stellten sich vor.

In sachlicher Atmosphäre diskutierten Hartmut Bogatzki, Dr. Peter Paul Ahrens, Lutz Tim Tölle und Oliver Ruhnert auf Einladung der Kolpingfamilie. Harald Eufinger (Grüne) fehlte, sein Auto war mit Motorschaden auf der A 46 stehen geblieben. Moderiert wurde die zweistündige Runde von IKZ-Redakteur Reinhard Köster. Über 50 Männer und Frauen, unter ihnen viele Kommunalpolitiker, hörten zu und stellten viele Fragen.

Der unabhängige Kandidat Lutz Tim Tölle (44) erklärte, er wolle gemeinsam mit der Bevölkerung Visionen für die Zukunft entwickeln. Als Bürgermeister will er „nicht verwalten, sondern gestalten” und die Bürger wie auch die Rathaus-Mitarbeiter „mitreißen”. Die Stadtverwaltung soll schneller auf Veränderungen reagieren können. Besonders am Herzen liegen Tölle die Kindergärten und die Grundschulen. In Letmathe hält er es als einziger Kandidat für ein vordringliches Ziel, die Fußgängerzone weiterzuentwickeln und zu verbessern.

„Wir müssen uns unsere (finanzielle) Handlungsfähigkeit erhalten”, lautet das Credo von CDU-Kandidat Hartmut Bogatzki (42). Eine weitere Gesamtschule wäre aus seiner Sicht ein großer Fehler. In Letmathe hält er die Stadtentwicklung von Genna und den Bahnhofsumbau für die vordringlichsten Themen. „Wir müssen die Stadt näher an den Fluss bekommen.” Das Bürgerbüro möchte er in der Trillingschen Villa erhalten.

Dr. Peter Paul Ahrens (SPD) legt Wert auf Weitblick in der Planung und sorgfältiges Abwägen. Großes Augenmerk ist auf die Integrationsbemühungen, Bevölkerungsentwicklung und Schulentwicklungsplanung zu richten. Es dürfe nicht so weit kommen, „dass wir keine jungen Leute für die Lehrstellen mehr.” In Letmathe haben aus seiner Sicht der Stadtumbau in Genna und die Lenne Vorrang.

Oliver Ruhnert (Linke) will auch ein Bürgermeister der „vermeintlich Schwachen” sein und soziale Belange obenan stellen. Eindeutig bekannte er sich zu einer weiteren Gesamtschule für Iserlohn. Scharf verurteilte Ruhnert die Weigerung der Kreistagsmehrheit, ein Arbeitslosenzentrum in Iserlohn mitzufinanzieren.

Unterschiede zwischen den Kandidaten wurden in mehreren Punkten deutlich.

Arbeitslosenzentrum: Der Erhalt eines neutralen Arbeitslosenzentrums ist für Ruhnert, Dr. Ahrens und Tölle sehr wichtig. Sie haben kein Verständnis dafür, dass der Kreistag einen jährlichen Zuschuss von 10 000 Euro abgelehnt und damit das Zentrum verhindert hat. Bogatzki verteidigte als einziger den Beschluss der Kreistagsmehrheit aus CDU und FDP. Es sei nicht richtig, dass jedesmal die Kommune einspringe, wenn das Land sich aus der Finanzierung zurückziehe.

Gesamtschule: Bogatzki lehnte eine weitere Gesamtschule für Iserlohn ab. Sie ist ihm zu teuer, und er will lieber die Hauptschule fördern. Dr. Ahrens machte sich für eine Prüfung stark, Ruhnert will die Gesamtschule unbedingt. Sie sei dringend nötig, um mehr Chancengleichheit und Fördermöglichkeiten zu schaffen. Die Eltern forderten die Gesamtschule zu Recht.

Ehrlichkeit: Tölle warf der Stadt vor, einen unehrlichen Haushalt aufgestellt zu haben, da er mehr Einnahmen enthalte als die Prognosen zugelassen hätten. Er verband diesen Vorwurf mit der Unterstellung, wer einer Partei angehöre, könne nicht ehrlich sein. Dagegen verwahrte sich Bogatzki. Es sei unverschämt, Parteipolitiker als unehrlich zu bezeichnen.

Integration und Förderung in Kindergärten und Schulen: Tölle machte sich dafür stark, verstärkt ehrenamtliche „Lesemütter” oder „Bastelväter” einzusetzen. Von 44 Schulanfängern der Albert-Schweitzer-Schule seien acht „auffällig”. Das mache ihm Sorge. Ruhnert widersprach: Eine so wichtige Aufgabe dürfe nicht allein dem Ehrenamt überlassen bleiben, hier müssten hauptamtliche Kräfte her. „Wir müssen sparen”, erwiderte Tölle. „Eine Kombination von Haupt- und Ehrenamt brauchen wir”, empfahl Dr. Ahrens einen Mittelweg.

Wohnungsgesellschaften: Ruhnert forderte, die Ruhr-Lippe-Wohnungen in öffentlicher Hand zu lassen. Tölle erklärte: „Ich schließe mich an.” Ahrens versprach, sich dafür einzusetzen, LEG-Wohnungen, so wirtschaftlich vertretbar, wieder in öffentlichen Besitz zu führen. Dies entspreche dem Ratsbeschluss, pflichtete Bogatzki bei.

Sowohl Dr. Ahrens als auch Bogatzki ließen keinen Zweifel daran, dass der Volksgartenteich in absehbarer Zeit ausgebaggert werden muss. Bogatzki widersprach dem Wunsch eines Zuhörers, das Letmather Trinkwasser durch eine zentrale Anlage zu entkalken: Zu teuer und zu viel Chemie. Im Gleichklang mit Ahrens erklärte er: „Das Iserlohner Wasser ist, so wie es ist, gesund.”

Helmut Rauer



Kommentare
01.07.2009
17:37
Bürgermeister-Kandidaten lieferten Standpunkte und Antworten
von Der Neugierige | #17

@ Bogus Trumper
dann schauen Sie sich doch mal die Kandidaten und Kandidatinnen auf den Listen an . Ab Platz 10/ 12 bis 25 finden Sie neue, junge Politiker die mit neuen Meinungen / politischen Wegen die Politik in Iserlohn verändern wollen. In einigen Gesprächen in der Partei sowie mit den politischen Mitstreitern fällt immer wieder auf, dass die jungen Wilden bereit sind Veränderungen in Iserlohn mit dem Bürger GEMEINSAM herbeizuführen. Ich bin weiterhin der Meinung, dass POLITIK in Iserlohn endlich mal wieder GREIFBAR und ERKENNBAR von Iserlohnern für Iserlohner gemacht werden muss

29.06.2009
09:50
Bürgermeister-Kandidaten lieferten Standpunkte und Antworten
von Bogus_Trumper | #16

Man kann als normaler Bürger ja immer nur von außen auf die Politik sehen. Dass man dies manchmal nur mehr schlecht als recht tun kann, ist offensichtlich. Dafür bleibt einfach zuviel im Verborgenen, was ich mal als „Strippenzieherei“ bezeichnen möchte. Aber trotzdem wage ich zu bezweifeln, dass es in Iserlohn - wie in Deutschland allgemein - bei der CDU und der SPD sogenannte „junge Wilde“ gibt. Es fällt doch eher auf, dass es zwar einige junge Mitglieder gibt, unter „wild“ stelle ich mir jedoch etwas anderes vor. Vielmehr wird auch von ihnen nur in dieselbe Kerbe gehauen, die die Altvorderen schon lange bearbeitet haben. Als einzige Ausnahme würde ich vielleicht noch Herrn Axourgos von der SPD bezeichnen, der zwar meistens nichts sagt, was mich vom Hocker reißt. Der aber schon allein dadurch, dass er etwas zu sagen hat, positiv auffällt. Der Rest, insbesondere im Rat, gehört doch wohl eher zur älteren Generation. Ich möchte jedoch darauf hinweisen, dass diese Feststellung keine Disqualifizierung von Politik ist. Denn auch bei vielen Älteren wird das politische Feuer für Iserlohn mit Sicherheit noch brennen. Offensichtlich wird hier nur das massive Nachwuchsproblem der Parteien. Neben kompetenten alten Hasen braucht es einfach auch einige junge Leute, die herangeführt werden. Da sehe ich bei CDU und SPD jedoch nur schwarz respektive rot.

Ich denke, man sollte das Thema Bürgermeisterwahl ins Forum bringen. Also:
Bürgermeisterwahl: Wer soll es in Iserlohn machen?

http://forum.derwesten.de/viewtopic.php?t=20293

28.06.2009
20:54
Bürgermeister-Kandidaten lieferten Standpunkte und Antworten
von parser | #15

Was soll denn dann diese Geheimniskrämerei, wenn schon kein Namen, dann doch wenigstens mal eine klare Linie.

28.06.2009
20:41
Bürgermeister-Kandidaten lieferten Standpunkte und Antworten
von Der Neugierige | #14

@ kein SPD / CDU Freund und @ Parser

Es sind die neuen jungen Wilden der SPD und CDU

Wir wollen hier wieder Politik nah am Bürger und mit dem Bürger tätigen ! Deshalb kommen Sie ab dem 04.Juli SA in die Innenstadt und sprechen Sie mit uns ! Jeder junge Politiker der Parteien freut sich auf konstruktive Gespräche ! Dabei ist es vollkommen egal ob SPD / CDU / GRÜNE

Und @ Parser nein ich bin nicht in der Partei des 6.Bürgermeisterkandidaten ! Diese Partei udn auch deren Kandidaten lehne ich mit ALLER mir zur Verfügung stehenden Wehemens ab !!!!

28.06.2009
09:00
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #13

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

28.06.2009
07:07
Bürgermeister-Kandidaten lieferten Standpunkte und Antworten
von parser | #12

@10 Es kann sich doch nur um die Partei, um den 6. Bürgermeister-Kandidaten handeln.

27.06.2009
22:26
Bürgermeister-Kandidaten lieferten Standpunkte und Antworten
von kein sPDF/cDU Freund mehr | #11

Wer sind eigentlich die Jungen Iserlohner Politiker ???????

27.06.2009
18:34
Bürgermeister-Kandidaten lieferten Standpunkte und Antworten
von kohlenpottler | #10

@ Der Neugierige

Für welche Partei werben Sie denn ????????????

27.06.2009
18:32
Bürgermeister-Kandidaten lieferten Standpunkte und Antworten
von kohlenpottler | #9

Bogatzki war einguter Autoverkäufer und das sollte er auch bleiben !!!!!!!!!!!

27.06.2009
17:55
Bürgermeister-Kandidaten lieferten Standpunkte und Antworten
von Manhelm | #8

@BVB Dauerkarte: Bogatzki und Ahrens (stellvertretend für die SPD und CDU Fraktionen) sind für die Finanzmisere direkt mitverantwortlich.
In den Jahren des Aufschwungs wurde tendenziell nichts auf die Seite gelegt. Da haut so eine Krise richtig rein...
Mal abgesehen davon sehe ich keinerlei Indiz dass Bogatzki ein guter Mann wäre!

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