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Gericht

Motiv für versuchten Mord bleibt im Dunkeln

23.09.2009 | 00:01 Uhr

Gericht bestraft Schüsse im Revierpark Mattlerbusch mit zwölf Jahren Gefängnis. Täter beteuert Unschuld – und Reue

Zwölf Jahre Gefängnis wegen versuchten Mordes: Mustafa B. nahm das Urteil der Schwurgerichtskammer gestern mit unbewegtem Gesicht entgegen. Die Richter hatten am Ende der zweitägigen Beweisaufnahme keinen Zweifel daran, dass der 41-Jährige in der Nacht zum 28. September 2008 am Revierpark Mattlerbusch einen 24-jährigen Bochumer durch zwei Schüsse lebensgefährlich verletzt hat.

Per Flirt-Line im Videotext eines Fernsehsenders hatten Angeklagter und Opfer Kontakt bekommen. Mit SMS, in denen er sich als Frau ausgab, hatte der Angeklagte den liebeshungrigen Bochumer von einem Treffpunkt zum nächsten gelockt. Als Jogger war B. auf der Bildfläche erschienen und hatte sich mit dem arglosen Opfer unterhalten, bevor er die Pistole zog.

Die Version des Täters, der entgegen früheren Geständnissen bei Polizei und Haftrichterin nun plötzlich einem unbekannten Dritten die wahre Schuld zuschieben wollte, sahen die Richter als widerlegt an. Der ominöse „Amed”, der B. angeblich bedroht und erpresst hatte, sei eine Erfindung. Die Richter befanden, B. habe heimtückisch und mit direktem Tötungsvorsatz gehandelt, als er mit einer umgebauten Schreckschusswaffe von hinten auf Kopf und Rücken des 24-Jährigen zielte, dessen Leben nur mit einer Notoperation gerettet werden konnte. Die Kammer kam in vollem Umfang dem Strafantrag der Staatsanwältin nach. Die hatte den Angeklagten in ihrem Schlussvortrag zahlreicher Lügen überführt; nicht nachvollziehbar bleibe, wieso der Angeklagte auf sein Opfer, das er nach eigenen Angaben nur auf den Arm nehmen wollte, geschossen habe.

Vergeblich hatte B. bis zuletzt seine Unschuld beteuert. So unverständlich die Tat, so seltsam seine Schlussworte: „Ich bin unschuldig, aber ich bereue es sehr.”

Bodo Malsch


Kommentare
24.09.2009
12:42
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Name von Moderation entfernt | #5

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24.09.2009
09:47
Motiv für versuchten Mord bleibt im Dunkeln
von Pete2009 | #4

Vielen Dank für das Urteil - möglicherweise ein Wendepunkt in der Kuscheljustiz. (?)

23.09.2009
19:44
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Name von Moderation entfernt | #3

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23.09.2009
14:31
Motiv für versuchten Mord bleibt im Dunkeln
von SvenBerns | #2

Wie kann man seine Unschuld bereuen?

Der Kerl gehört in die Geschlossene, Abteilung Gummizelle.

23.09.2009
09:19
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Name von Moderation entfernt | #1

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