Tod von Julen (†2): Endgültiger Autopsiebericht widerlegt umstrittene Theorie

Foto: dpa

Totalán. Ganz Spanien bangte 13 Tage lang um den zweijährigen Julen. Das Kind war am 13. Januar beim Spielen in einen 110 Meter tiefen Brunnenschacht gestürzt. Jetzt ist klar: Julen ist tot.

Nach einer tagelangen Rettungsaktion konnten die Einsatzkräfte den kleinen Julen um 1.25 Uhr am Samstagmorgen nur noch leblos aus dem Brunnenschacht befreien.

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Montag, 15.April:

Nun sind auch die letzten Umstände um den Tod von Julen geklärt. Der kleine Junge ist vor drei Monaten im südspanischen Totalán unmittelbar nach seinem Sturz in einen engen Brunnenschacht an seinen schweren Kopfverletzungen gestorben. Der Zweijährige habe am 13. Januar nach dem Unglück nur noch wenige Minuten gelebt, ergab jetzt der Abschlussbericht der Pathologen, die die Autopsie durchgeführt hatten. Die Experten schlossen aus, dass der Einsatz der Retter mit einer Spitzhacke für den Tod des Kindes mitverantwortlich sein könnte, wie im Februar in einem Bericht spekuliert worden war.

Verfasst hatte das Schriftstück der Architekt Jesús María Flores, der bereits in der Vergangenheit den Rettungseinsatz kritisiert hatte. Die Anwälte des Finca-Besitzers, auf dessen Grundstück der Unfall passierte, hatten diese These daraufhin der zuständigen Richterin unterbreitet. Die Zeitung „El Mundo“ zitierte am Montag Justizkreise, wonach bei der Obduktion aber keine entsprechenden Wunden am Schädel des Kindes gefunden worden seien und die Arbeiten mit der Hacke zudem erst vier Stunden nach dem Sturz begonnen hätten. Zu diesem Zeitpunkt sei Julen bereits tot gewesen.

Donnerstag, 28. Februar

Woran starb der kleine Julen? Diese Frage schien eigentlich schon längst geklärt. Doch ein neues Gutachten könnte eine unerwartete Wende bringen. Wie ,„El Pais“ berichtet, haben die Anwälte des Grundstücks-Eigentümer einen neuen Bericht vorgelegt. Demnach besteht Grund zur Annahme, dass Julen vielleicht durch die Rettungsarbeiten den Tod fand.

Im Zentrum der Vorwürfe steht dabei eine Spitzhacke, die ein Arbeiter wohl bei der Rettung verloren hat. Sie fiel laut dem Bericht in den Schacht und traf den Jungen am Kopf.

Allerdings verfolgt natürlich auch Grundstücks-Besitzer David Serrano eine eigene Agenda. Denn der illegale Brunnen in den Julen stürzte, wurde auf seinem Grundstück gebohrt. Gegen ihn wird deshalb wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Ob der von ihm veranlasste Bericht neue Ermittlungen anstößt, ist noch unklar. Seine Anwälte fordern jedenfalls, dass Polizisten und Feuerwehrleute befragt werden sollen.

Dienstag, 29. Januar

9.51 Uhr:

Wie viele tödliche Fallen gibt es noch in der Region um Málaga? Nach dem Tod von Julen starb ein 45-Jähriger bei dem Sturz in den Brunnen. In der Provinz gibt es keine genaue Anzahl illegaler Brunnen. Die Behörden rechnen mit mindestens hundert, berichtet „La Opinión de Malaga“. Die meisten sind demnach wohl schon älter. Viele waren bis vor wenigen Jahren geöffnet und sind nun geschlossen. Die befragten Umweltgruppen weisen jedoch darauf hin, dass es nur in der Region Axarquía mehr als 200 illegale Bohrlöcher gibt, deren Eigenschaften denen des Brunnenschachtes, in den Julen gestürzt war, sehr ähnlich sind.

6.17 Uhr:

Ein Farm-Besitzer und ein Landwirt könnten laut spanischen Medienberichten verantwortlich für Julens Tod sein. Sie könnten den Brunnen, in dem das Kind ums Leben kam, illegal erbaut haben. Auf die beiden sollen sich laut der spanischen Zeitung „El Mundo“ derzeit die Ermittlungen konzentrieren. Die Zeitung berichtet, dass den Brunnenbauern zwischen einem und vier Jahren Gefängnis droht - sollten die Behörden ihre Schuld an Julens Tod beweisen können. Beide Männer seien laut dem Bericht bereits vernommen worden.

Montag, 28. Januar

20.21 Uhr:

Derzeit untersuchen die Behörden, wie es dazu kommen konnte, dass der Mann und sein Hund in dem Brunnenschacht bei Malaga starben.

Das Unglück passierte kurze Zeit nach dem tragischen Tod des kleinen Jungen Julen.

Die Gemeinde, aus der der Mann stammt, hat die Nachricht mit großer Bestürzung aufgenommen. Der 45-Jährige sei dort sehr bekannt und beliebt gewesen, Nachbarn kannten ihn als großen Naturfreund. Das berichtet das Portal "Malaga Hoy".

20.12 Uhr:

Nur kurze Zeit nach dem tragischen Tod des kleinen Julen in Andalusien ist in der gleichen Region erneut ein Unglück in einem Brunnenschacht geschehen.

Laut spanischen Medien wurden in dem Ort Villanueva del Trabuco die Leichen eines 45-jährigen Mannes und seines Hundes in einem mit Wasser gefüllten Schacht entdeckt.

Der Mann war den Angaben zufolge am Sonntagabend mit seinem Hund spazieren gegangen. Als er nicht zurückkam, alarmierte seine Familie die Einsatzkräfte. Das Opfer soll sich gut in der Gegend ausgekannt haben. Es wird angenommen, dass sein Hund zuerst in den Schacht gestürzt war und der Mann zu Tode kam, als er das Tier retten wollte.

In Spanien gibt es zahlreiche illegal gebohrte Brunnenlöcher. Julen war am 13. Januar in einen 107 Meter tiefen Schacht mit einem Durchmesser von nur 25 Zentimeter gestürzt. In der Nacht zum Samstag war er nach aufwendigen, fast zweiwöchigen Bergungsarbeiten tot geborgen worden.

17.10 Uhr:

Die Staatsanwaltschaft konzentriert ihre Ermittlungen auf zwei Männer, das berichtet die spanische Zeitung El Mundo. Demnach könnten ein Farm Besitzer namens David und Brunnenbauer Antonio Sánchez verantwortlich für den tragischen Tod des kleinen Julen sein. Sie sollen den Brunnen illegal gebaut haben. Zudem sollen sie verschiedene, nicht genauer definierte Arbeiten ohne Erlaubnis durchgeführt haben.

10.12 Uhr:

Die spanische Polizei untersucht auf Ersuchen des Gerichts Nr. 9 von Malaga alle Umstände, die dazu führten, dass Julen durch den illegalen Brunnen von Totalán (Malaga) gestürzt ist. Dabei stellt sich vor allem die Frage, wie schwer die Schuld durch die Errichtung des Brunnens wiegt. Laut El Mundo geht es um den Tatbestand der fahrlässigen Tötung, die mit ein bis vier Jahren Gefängnis bestraft werden könnte.

8:02 Uhr:

Wie der „Tagesspiegel“ berichtet, wird der Tod von Julen bald auch die spanische Justiz beschäftigen. Unklar ist nämlich, wer die Kosten des Rettungseinsatzes tragen soll. Schließlich waren hunderte Helfer im Einsatz, über 80.000 Kubikmeter Erde wurde ausgehoben. Und obwohl viele Helfer ehrenamtlich arbeiteten und in Privathäusern übernachten durften, werden die Kosten des Einsatzes auf 800.000 Euro geschätzt. Doch wer soll für die Kosten aufkommen? Laut „Tagesspiegel“ gibt es mehrere Optionen:

  • Julens Eltern, da sie den Sturz des Jungen nicht verhinderten
  • Der Besitzer des Grundstücks auf dem der Junge in den Brunnen stürzte
  • Die Firma, die ohne Genehmigung das mehr als 100 Meter tiefe Loch gebohrt hat

6.14 Uhr:

Unter riesiger Anteilnahme der Bevölkerung wurde Julen am Sonntag im Viertel El Palo der andalusischen Stadt Málaga beigesetzt. Die Beerdigungszeremonie wurde geprägt von Tränen und weißen Blumen. Auch zahlreiche Rettungskräfte nahmen Abschied von dem kleinen Jungen. Julens Sarg wurde direkt über dem seines Bruders in einer Gedenkwand untergebracht.

Sonntag, 27. Januar:

19.00 Uhr:

Jetzt ist es amtlich bestätigt: Die Obduktion hat ergeben, dass der kleine Julen an einem Schädel-Hirn-Trauma starb.

12.52 Uhr:

Die Beerdigung des kleinen Julen (†2) wird zunächst um 12.30 Uhr mit einer religiösen Zeremonie beginnen. Die tatsächliche Beisetzung findet dann um 13.30 Uhr statt. Den trauernden Eltern von Julen Beistand leisten werden unter anderem Verwandte, Freunde und Nachbarn sowie lokale Politiker.

10.01 Uhr:

Die Beerdigung des kleinen Julen (†2) soll am heutigen Sonntagmittag auf dem Friedhof von El Palo stattfinden, dem Stadtteil Malagas, in dem Julen mit seinen Eltern wohnte. Das berichten spanische Medien übereinstimmend. Der Sarg mit dem kleinen Jungen war schon am Samstag in El Palo eingetroffen. Die Familie hat um Abstand, Respekt und Privatsphäre gebeten.

7.05 Uhr:

„Nicht noch einmal, nein!“, soll Julens Vater in der Nacht gerufen haben, als die Familie die Nachricht vom Tod ihres Sohnes Julen überbracht bekommen hatte. Das berichtet der „Focus“ und beruft sich auf einen Fotograf vor Ort. Julens Eltern hatten 2017 bereits ihr erstes Kind verloren. Es starb an einem Herzfehler.

Samstag, 26. Januar

21.50 Uhr:

Tränen und Trauer bei einer Trauerfeier für den kleinen Julen. Wie die Bild berichtet, kamen rund 400 Menschen zu einem kleinen Friedhof gekommen. Dort nahmen sie gemeinsam Abschied von dem Jungen, der in den Schacht fiel.

18.56 Uhr

Mittlerweile liegt der vorläufige Obduktionsbericht vor. Wie "El Mundo" berichtet, habe der Junge eine schwere traumatische Hirnverletzung und mehrere Traumata erlitten. Die Arme des Kindes seien nach oben gestreckt gewesen.

Beim Sturz in den Schacht haben sich offenbar Steine gelöst, die den Junge nach seinem Aufprall in mehr als 70 Meter Tiefe am Kopf trafen.

18.38 Uhr

Der kleine Julen ist tot geborgen worden. Nachdem die Gerät für die Rettung abtransportiert worden sind, beginnt die Frage nach möglichen Schuldigen. Julen war in ein sogenanntes „Mondscheinloch“ gefallen. Brunnen, die wegen der Dürre in ganz Spanien illegal gegraben wurden. Im 20 Kilometer entfernten Malaga untersucht nun die Justiz, wie es zu dem Unglück kommen konnte. Laut "El Mundo" war auch der Brunnen in Totalán illegal.

Der Besitzer des Grundstücks, der mit Juan Rosellós Cousine verheiratet ist, und der Mann, der den Brunnen ausgehoben hatte, mussten sich vor einem Untersuchungsrichter erklären.

Sie beschuldigen sich demnach gegenseitig, dass sich beide nicht um die erforderliche Genehmigung gekümmert hätten. Der Brunnen sei am 18. Dezember angelegt worden. Wenige Tage vor dem Unglück begannen wohl Bauarbeiten auf dem Gelände und daher wurde ein Felsblock, der den Schacht verdeckte, offenbar verschoben.

17.37 Uhr

Das schwere Gerät, dass für die Rettung des kleinen Julen eingesetzt wurde, wird nun nach und nach wieder abtransportiert. Das berichtete Francisco Delgado von der Provinzfeuerwehr Malaga der "El Pais".

15.52 Uhr

Etwa 200 Nachbarn der Familie des kleinen Julen haben am Mittag eine Schweigeminute abgehalten. Zuvor wurde der Arbeit des Rettungsdienstes in diesen Tagen gedankt und der Familie sein Beileid übermittelt: "Die Nachbarschaft von Palo ist heute in Trauer."

14.41 Uhr:

Wie hart der Schlag nicht nur für die Menschen in der Provinz Málaga, sondern in ganz Spanien war, beweist die Verzweiflung vieler auch im 500 Kilometer entfernten Madrid. „Ich bin aufgeblieben, um die Rettungsaktionen im Fernsehen zu verfolgen. Nachdem die schreckliche Nachricht kam, konnte ich nicht mehr einschlafen“, sagte weinend die Bankangestellte María in einer Bäckerei der Hauptstadt.

13.44 Uhr:

Nach dem tragischen Ausgang im Drama um den kleinen Julen nahmen viele Anteil. „Ganz Spanien teilt die unendliche Traurigkeit von Julens Familie“, twitterte mitten in der Nacht Ministerpräsident Pedro Sánchez, der sich auch bei den Helfern bedankte. Das Königshaus von Monarch Felipe VI. sprach seinen „tiefsten Schmerz“ und der Familie sein Beileid aus.

Die Stadt Málaga verkündete eine dreitägige Trauer, vor dem Rathaus der Küstenstadt versammelten sich am Samstagvormittag Hunderte zu einer Trauerkundgebung und einer Schweigeminute zu Ehren des Kleinen.

Politiker, Persönlichkeiten wie die italienische Sängerin Laura Pausini („Ich kann es nicht glauben“) und Hollywoodstar Antonio Banderas, der sich „erschüttert“ zeigte, und sogar der spanische Fußballverband und auch sehr viele Menschen im Ausland, die ebenfalls tagelang mitgezittert hatten, versuchten den Eltern José und Victoria auf den sozialen Netzwerken Trost zuzusprechen.

Ein äußerst schwieriges Unterfangen, denn der arbeitslose Marktverkäufer und die Bedienung einer Fastfood-Kette werden vom Schicksal hart auf die Probe gestellt. 2017 hatten sie bereits einen Sohn verloren. Julens älterer Bruder Oliver starb bei einem Strandspaziergang mit drei Jahren an Herzversagen.

13.17 Uhr

Nach den jüngsten amtlichen Erkenntnissen fiel Julen am 13. Januar durch das enge Loch rund 71 Meter tief „im freien und schnellen Fall“. „Darauf deutet die Stellung des Körpers hin“, erklärte am Samstag vor Journalisten der Delegierte der Zentralregierung in Andalusien, Alfonso Rodríguez Gómez de Celis.

Der Kleine könnte sofort tot gewesen sein. Eine Autopsie sollte noch am Samstag dazu beitragen, die genauen Todesumstände zu ermitteln. Die Justiz hatte schon vor Tagen eine Untersuchung eingeleitet.

11.49 Uhr:

Im armen Málaga-Vorort El Palo, wo die Familie von Julen wohnt und wo der Kleine immer mit seinem grünen Dreirad rauf und runter unterwegs war, sind die Menschen untröstlich. „Ich wache nachts auf und sage mir: Mein Gott, wie ist das möglich“, sagte eine ältere Frau. Man weiß dort: Die Eltern hatten 2017 einen Sohn verloren, der mit drei Jahren einem Herzversagen erlag. Noch am Donnerstagabend hatte in Totalán eine Nachtwache für die Familie stattgefunden, Julens Eltern José und Vicky konnten dabei die Tränen nicht zurückhalten.

Während sich die Bergarbeiter durch den harten Felsen bis zu Julen durchkämpften, war der Kleine derweil in Kneipen, Cafés und Büros Gesprächsthema Nummer eins. Dabei wurden oft Zweifel an der Arbeit und den Einschätzungen der Retter und der Behörden laut. „Und wenn der Kleine nicht im Loch ist? Man hat ihn dort unten doch nie gesehen“, fragte zum Beispiel der Rentner Manuel (85) noch wenige Stunden vor der Bergung des Kindes in einer Madrider Kneipe in die Runde. Ein anderer warf ein: „Und findet ihr nicht, dass man für die Rettungslöcher zu lange gebraucht hat?“

Die an der Suche beteiligten Experten und Politiker hatten aber stets alle Zweifel und jede Kritik zurückgewiesen. Und schlechte, zu langsame Arbeit? „Nichts wurde dem Zufall überlassen. Eine vergleichbare Aktion hat es noch nie gegeben“, sagte der Präsident des Feuerwehrverbandes von Málaga, Francisco Delgado Bonilla. Man habe „eine sehr anspruchsvolle Arbeit, für die man eigentlich Monate braucht, in Tagen geschafft“.

11.02 Uhr:

Bei der Pressekonferenz am Samstagmorgen zum Fund Julens stellte sich Alfonso Gómez de Celis von der Regionalregierung vor die Presse. Er sagte der „Bild“: „Der Junge ist vermutlich im freien Fall den Schacht hinuntergestürzt. Er war vermutlich sofort tot. Aber erst müssen die Untersuchungen und die Autopsie abgewartet werden.“

10.55 Uhr:

Die spanische Zeitung „El Pais“ (englische Ausgabe) berichtet, wie Julens Eltern vom traurigen Fund der Minenretter erfahren haben: Kurz nachdem die Bergleute den kleinen Leichnam entdeckt hatten, fuhr ein Team der spanischen Guardia Civil (Zivilgarde) zum Haus, in dem die Eltern von Julen in den vergangenen Tagen gewohnt hat.

Das Fahrzeug mit Blaulicht vor der Tür zog die Aufmerksamkeit von etwa 40 Menschen auf sich, die sich in Totalán zusammengefunden hatten, um Julens Familie Zuspruch und Halt zu geben. Während im Haus die Zivilgarde den Eltern erklärte, dass ihr zweijähriger Julen tot ist, versammelten sich die Menschen spontan und in völliger Stille zu einer Totenwache um das Haus, aus dem Schluchzen drang.

9.44 Uhr:

Der tief getroffene Vater von Julen, José Rosello, hat nach Informationen des WDR am Freitagabend einen Nervenzusammenbruch erlitten - noch bevor sein kleiner Sohn tot aus dem Brunnen geborgen wurde. Rosello gestand, dass das Unfall-Loch, in dem Julen verschwunden ist, mit der nur 25 Zentimeter breiten Öffnung auf dem Grundstück des Freundes einer seiner Cousinen wohl nicht ausreichend gesichert war: „Es war mit einigen Steinen zugedeckt, die sie (die Cousine und der Freund) draufgelegt haben.“

Niemand habe diese Steine entfernt, sagte der arbeitslose Marktverkäufer. „Aber die Steine waren wohl nicht ganz fest. Julen ist wohl drauf getreten und durchgerutscht.“ Der Kleine war den Angaben zufolge sehr schlank, er wog nur elf Kilo.

8.58 Uhr:

Dieses kurze Video soll den Moment zeigen, an dem Julens Körper aus dem Bohrloch an die Erdoberfläche geholt wird:

8.44 Uhr:

Immer mehr Anteilnahme mit Julen und seinen Eltern überspült die sozialen Medien.

8.15 Uhr:

Julen und auch die Eltern und die Nachbarn des Kleinen, die durch eine schier unendliche Hölle der Gefühle getrieben wurden, sind neue, ganz besondere Opfer des spanischen Dürredramas. Der 107 Meter tiefe Brunnenschacht, in den das Kind am 13. Januar bei einem Familienausflug stürzte, wurde nach Behördenangaben auf der Suche nach Wasser ohne Genehmigung gegraben.

In Spanien ist das keine Seltenheit. Im Gegenteil: Nach Schätzung der Umweltorganisation Greenpeace gibt es im ganzen Land über eine Million solcher illegaler Löcher. Die Zeitung „El Mundo“ schrieb, in Wirklichkeit seien es viel mehr. Und „diejenigen Bohrungen, die nicht zum Erfolg führen, werden mehr schlecht als recht zugedeckt“.

Seit Jahren regnet es in Spanien aufgrund des Klimawandels zu wenig. Flüsse trocknen aus, vor allem im Süden und im Landesinneren gibt es immer mehr steinwüstenähnliche Landschaften. Besitzer von Grundstücken und Fincas beauftragen deshalb sogenannte „Poceros“, erfahrene „Löchergräber“ mit Bohrungen, die oft in wahren Nacht- und Nebelaktionen nachts nur bei Mondbeleuchtung gegraben werden. Im Volksmund heißen diese Schächte deshalb „Mondscheinlöcher“.

8.03 Uhr:

Das Mitgefühl nach der erschütternden Nachricht von Julens Tod ist weiter groß:

7.54 Uhr:

Den kleinen Julen kannten die wenigsten Menschen persönlich. Dennoch: Das Schicksal des Jungen, der in der Nacht zum Samstag im Süden Spaniens in einem tiefen Loch tot aufgefunden wurde, hatte knapp zwei Wochen sein ganzes Heimatland und auch die halbe Welt in Atem gehalten.

Die spanischen Notfalldienste und andere Rettungskräfte bekamen Solidaritätsbekundungen und Aufmunterung aus allen Ecken Europas, aber auch aus so entfernten Ländern wie Argentinien oder Costa Rica. „All unsere Gedanken sind bei diesem kleinen Engel“, postete Virginie aus Frankreich im Netz, und Olaf aus Halle (Saale) schrieb: „Auch ganz Deutschland wartet auf gute Nachrichten!!!“

Leider war das Zittern und Beten, das Daumendrücken am Ende umsonst.

7.34 Uhr

Julen ist tot, das steht nun fest. Zuvor hatten Experten versichert, dass es nicht ausgeschlossen war, das Kind lebend zu finden. Jedoch waren die Hoffnungen auf ein glückliches Ende des dramatischen Unfalls mit jeder Minute geschrumpft.

Besonders bei der Bohrung eines Parallel-Tunnels war es zu immer neuen Verzögerungen gekommen, weil die Retter auf extrem hartes Gestein stießen. Experten betonten, normalerweise seien für eine solche Aktion, bei der 40 000 Tonnen Erde abgetragen wurden, Monate nötig. Einen vergleichbaren Notfall in einer solchen Tiefe habe es weltweit noch nie gegeben, hieß es.

7.21 Uhr:

Retter hatten seit dem 13. Januar versucht, zu dem Kind in dem extrem engen, nur 25 Zentimeter breiten Schacht vorzudringen. Allerdings gab es keine Lebenszeichen von ihm, zudem war unklar, in welcher Tiefe des illegal auf der Suche nach Wasser gegrabenen Loches es sich befand.

Dennoch hatten nicht nur die Eltern, die 2017 bereits einen Sohn verloren hatten, auf ein Wunder gehofft. Noch am Donnerstagabend waren Hunderte Anwohner aus dem Ort zu einer Mahnwache zusammengekommen, um für das Kind zu beten.

7.16 Uhr:

Nach tagelangen Bohrungen wurde der Junge in einer Tiefe von mehr als 70 Metern gefunden, wie das spanische Fernsehen berichtete. „Die Einsatzkräfte haben um 1.25 Uhr den unglücklicherweise leblosen Körper des Kleinen lokalisiert“, twitterte der Delegierte der Madrider Zentralregierung in Andalusien, Alfonso Rodríguez Gómez de Celiz, der den Eltern sein Beileid aussprach.

Die spanische Zivilgarde schrieb: „Leider haben wir es trotz aller Bemühungen so vieler Menschen nicht geschafft... Ruhe in Frieden Julen.“

6.56 Uhr:

Die Nacht brachte traurige Gewissheit: Julen ist tot, und ganz Spanien trauert. Fast zwei Wochen lang hatten Hunderte Einsatzkräfte unermüdlich gearbeitet, um den zweijährigen Jungen aus einem 107 Meter tiefen Brunnenschacht in dem Ort Totalán zu bergen. Am Freitag gelang es ihnen endlich, zu dem Kind vorzudringen. Jedoch konnten sie nur noch seine Leiche bergen.

Freitag, 25. Januar

23.27 Uhr: Die Retter sind zurück im Tunnel. Bislang ist noch niemand zurück. Ein gutes Zeichen?

22.57 Uhr:

Erst am Nachmittag veröffentlichte Luis E. Ramos von der spanischen Guardia Civil ein Video der gefährlichen Arbeit der Einsatzkräfte unter Tage. Am Abend verbreitete Ramos erneut ein Video.

Es zeigt die vierte Explosion, die notwendig war, weil die Kumpel zum wiederholten Mal auf hartes Gestein gestoßen waren:

Wann die Retter endlich zu der Stelle vordringen, ist unklar. Es fehlen nur noch wenige Zentimeter.

21.59 Uhr: Erneute Sprengung notwendig

Insgesamt soll die notwendige Sprengung mindestens zwei zusätzliche Stunden in Anspruch nehmen, berichten spanische Medien unter Berufung auf die Einsatzkräfte in Totalán.

Ursprünglich lautete die Prognose, dass die Kumpel rund 24 Stunden benötigen, um den fast vier Meter langen waagerechten Tunnel zu graben. Doch immer werden die Arbeiten durch die Beschaffenheit des Berges verzögert.

21.40 Uhr

Auf den letzten Zentimeter gibt es erneut Probleme. Wieder sind die Bergleute auf extrem hartes Gestein gestoßen, sagte Polizeisprecher Jorge Martín am Abend.

Deswegen sei wieder eine Mikrosprengung nötig, die extrem präzise sein müsse, da man dem Kind möglicherweise sehr nah sei, so der Sprecher

.

Nach der Erfahrung der drei Sprengungen in den vergangenen 24 Stunden, wird das wieder zu einer erheblichen Verzögerung führen.

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Kind Julen in Brunnen gefallen: Die wichtigsten Infos in Kürze:

  • Der zweijährige Julen ist am 13. Januar in Spanien in einen 110 Meter tiefen Brunnenschacht gestürzt
  • Die Rettungskräfte suchen fieberhaft nach dem Kind
  • Helfer stoßen auf immer neue Probleme bei den Bergungsarbeiten
  • Julen war bei einem Familienausflug plötzlich verschwunden
  • Inzwischen ermittelt die Justiz, wie es zu dem Unfall kommen konnte
  • Die Eltern des Kindes haben bereits ein Kind verloren
  • Im Brunnen wurden Haare des kleinen Julen gefunden
  • Ingenieure versuchen, einen Rettungstunnel zu errichten
  • Dabei kommt es immer wieder zu Schwierigkeiten
  • Die Rettungskräfte graben jetzt manuell: Helfer müssen in den Schacht steigen
  • Am Donnerstag haben die Arbeiten am Parallelschacht begonnen: Dies soll bis zu 24 Stunden in Anspruch nehmen
  • Am Freitagmorgen sind die Bergleute schon eineinhalb (von 3,8) Meter zu Julen vorgedrungen. Dazu musste die spanische Spezial-Polizeieinheit Guardia Civil zwei Mikro-Sprengladungen zünden

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20.07 Uhr

Jetzt kann es nicht mehr lange Dauern bis es Gewissheit über das Schicksal des zweijährigen Julen gibt. Die Kumpel sind am Abend nur noch wenige Zentimeter von der Stelle des Schachts entfernt, wo der Junge vermutet wird.

Von dort wollten sie ein Loch bohren und mit einer Kamera den Schacht ausleuchten, um Julen aufzuspüren.

18.25 Uhr:

Die Retter befinden sich auf der Zielgeraden. Aber was, wenn sie nur noch wenige Zentimeter von dem Schacht trennen?

Dann sollen die Kumpel laut der spanischen Zeitung „La Vanguardia“ ein rund 15 Zentimeter großes Loch bohren, durch das eine kleine Kamera gesteckt wird. Die soll Aufschluss darüber geben, wo sich Julen genau befindet. Vermutet wird, dass er in 70 Metern Tiefe feststeckt. Womöglich ist er aber auch viel tiefer im Schacht, dessen Tiefe auf etwa 107 Meter geschätzt wird.

17.55 Uhr: Retter kommen immer näher

Die Retter kommen dem mutmaßlichen Aufenthaltsort von Julen immer näher. Ein achtköpfiges Team von Bergarbeitern war am Freitagmittag noch knapp eineinhalb Meter von der Stelle entfernt, an der sich der Zweijährige befinden soll.

Seit Donnerstagabend haben die Kumpel in mühseliger Arbeit also zweieinhalb Meter geschafft.

16.18 Uhr: Polizei zeigt dramatisches Video

Die Guardia Civil hat ein Video veröffentlicht, dass die Arbeiten im Schacht zeigt. Es macht deutlich unter welch harten Bedingungen die Retter versuchen, den kleinen Julen zu erreichen:

15.11 Uhr: Einsatzkräfte rechnen mit Bergung im Laufe des Freitags

Countdown bei der Suche nach dem zweijährigen Jungen. Nur noch wenige Meter trennen die Kumpel von der Stelle, an der Julen vermutet wird. Am Mittag war eine dritte Mikrosprengung nötig, um mit den Tunnelarbeiten voranzuschreiten.

„Wir haben dieselben Probleme vorgefunden wie an den vergangenen Tagen: Extrem harter Felsen“, erklärt Polizeisprecher Jorge Martín die Maßnahme.

Eine genaue Zeit, wann der Tunnel fertiggestellt ist und Julen eventuell gefunden werden kann, konnte Martín nicht nennen. Man müsse „im Rhythmus des Berges“ arbeiten. Jedoch hofften die Einsatzkräfte, den Jungen noch im Laufe des Freitags bergen zu können.

14.26 Uhr: Julen ein Opfer des spanischen Dürre-Dramas?!

Nach Angaben von Behörden wurde der Brunnenschacht, in den der zwei Jahre Junge Julen gefallen war, offenbar illegal gegraben: Von Menschen, die auf der Suche nach Wasser waren.

Vor allem der Süden Spaniens hatte unter einer extremen, lang anhaltenden Dürre zu leiden.

In Spanien sind solche Grabungen keine Seltenheit. Nach Schätzung der Umweltorganisation Greenpeace gibt es im ganzen Land über eine Million illegaler Wasserlöcher.

Seit Jahren regnet es in Spanien aufgrund des Klimawandels zu wenig. Flüsse trocknen aus, vor allem im Süden und im Landesinneren gibt es immer mehr steinwüstenähnliche Landschaften. Besitzer von Grundstücken und Fincas beauftragen deshalb sogennante "Poceros", erfahrene "Löchergräber" mit Bohrungen, die oft in wahren Nacht- und Nebelaktionen nachts nur bei Mondbeleuchtung gegraben werden.

13.53 Uhr

Feuerwehrleute wässern den Bereich, auf dem der Hubschrauber mit neuem Sprengstoff an Bord landen soll:

13.33 Uhr:

„Wenn es jemand schafft, dann sind sie es“, sagt Javier Fernández, Präsident des Fürstentums Asturien, am Freitag über das Eingreifen der Hunosa Mining Rescue Brigade bei dem Versuch, den zweijährigen Jungen Julen zu retten.

12.25 Uhr:

„Eine dritte kleine Sprengung wurde vorgenommen, um weiter voranzukommen“, sagt Jorge Martín, Sprecher der Guardia Civil, gegenüber „El Pais“. Die Bergleute bohren die nötigen Löcher, steigen an die Oberfläche, holen die Spezialisten der Guardia Civil ab, platzieren Sprengstoff, steigen auf und zünden die Ladung.

„Der Prozess dauert anderthalb Stunden, und dann wird eine weitere halbe Stunde benötigt, um Luft einzuführen und die kontaminierte Luft wieder abzuleiten“, fügte er hinzu

12.18 Uhr:

„Der Berg bestimmt unsere Arbeit“, hat Jorge Martin von der Guardia Civil der spanischen Zeitung "El Pais" gesagt. Das Material im Berg sei sehr hart. Deshalb ist ein Hubschrauber der Guardia Civil nach Sevilla geflogen, um weiteren Sprengstoff zu holen.

10.34 Uhr:

Lebt der kleine Julen noch? Es würde an ein Wunder grenzen. Rafael Castor (55) ist an der Rettung beteiligt. Er gibt sich wendig Illusionen hin. „Ich hoffe, dass das Kind bald rauskommt", sagte er der Bild. „Wir wissen, dass der Junge nicht mehr am Leben ist. Wir müssen ganz ehrlich sein. Das ist sehr schmerzhaft.“

9.40 Uhr:

Das achtköpfige Team von Bergarbeitern war am Freitagmorgen noch knappe zweieinhalb Meter von der Stelle entfernt, an der der seit zwölf Tagen verschollene zweijährige Junge Julen vermutet wird.

Die Männer, die im andalusischen Totalán seit Donnerstagabend in einem rund 80 Meter tiefen Rettungsschacht unter schwierigsten Bedingungen einen waagerechten Tunnel graben, hätten in etwas mehr als zwölf Stunden rund eineinhalb von insgesamt 3,8 Metern geschafft, berichteten Medien unter Berufung auf die Einsatzkräfte. Man hoffte, den Jungen noch im Laufe des Freitags bergen zu können.

Von dem Kind gab es weiterhin kein Lebenszeichen. Man hofft, dass es noch am Leben sein könnte. Julen soll am 13. Januar bei einem Ausflug mit seinen Eltern in einen 107 Meter tiefen, illegal gegrabenen Schacht gefallen sein. Weil das Loch nur einen Durchmesser von 25 bis 30 Zentimetern hat, hatten die Retter entschieden, einen parallelen Schacht auszuheben, um zu Julen vorzudringen. Er wird in einer Tiefe von 70 bis 80 Metern vermutet.

9.22 Uhr:

Nach etwa 15 Stunden Arbeit haben sich die Minenretter etwa die Hälfte des Weges zu Julen durchgegraben. Liegend und mit Spitzhacken grabend, teils mit Hilfe von Mikro-Sprengladungen, arbeiten sie sich Stück für Stück in dem waagerechten Tunnel vor zum Brunnenschacht.

Rund 300 Menschen sind mittlerweile in die Suche nach dem Zweijährigen im Brunnen eingespannt – darunter auch Einsatzkräfte der „Guardia Civil“, einer Spezialeinheit der spanischen Polizei.

8.35 Uhr:

Die spanische Politikerin Maria Gámez spricht von einer „langen, arbeitsreichen Nacht“ in Totalán und spricht der Familie des kleinen Julen Mut zu:

7.47 Uhr:

7.14 Uhr:

Experten der spanischen Polizeieinheit „Guardia Civil“ haben am Freitagmorgen zwei Sprengsätze im Bohrloch gezündet, um in dem harten Gelände weiter nach Julen suchen zu können. Es liegen immer noch gut zwei Meter Erdreich zwischen den Bergleuten und Julen.

7.02 Uhr:

Nach den ersten Arbeitsstunden hatten die Kumpel der Bergrettung unter Tage etwa einen meter der insgesamt 3,8 Meter gegraben, die sie vermutlich von dem kleinen Julen trennen. Das berichtet die spanische Zeitung „El Pais“. Zudem haben die Bergleute den Durchmesser des Hohlraums im Schacht vergrößert.

6.33 Uhr: Bergung von Julen (2) in Totalán noch immer im Gange

Die Einsatzkräfte am Bohrloch in Totalán sind immer noch in vollem Einsatz. Seit 12 Tagen ist der Zweijährige in dem 110 Meter tiefen Brunnenschacht, in den er am 13. Januar gestürzt ist. Seitdem gibt es kein Lebenszeichen von dem kleinen Jungen.

Julens Eltern warten seit Donnerstagabend am Rande des Schachts darauf, dass ihr Sohn aus dem Loch geholt wird. Sollte Julen tot sein - was sehr wahrscheinlich ist - ist bereits das zweite Kind, das die Familie verloren hat.

(mb/pen/ak/ms/jg/göt/lin/dpa)

 
 

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