Kommentar

Es ist ein üblicher Reflex im Leistungssport. Bleibt der Erfolg aus, ist der Trainer das schwächste Glied in der Kette. Gerade in Mannschaftssportarten ein fast schon alltäglicher Vorgang. Auch bei NBO stimmten die Ergebnisse seit längerem nicht und spätestens nach der Niederlage in Chemnitz am Wochenende ist die Abstiegsgefahr förmlich greifbar. Bei den Fans war Trainer Stefan Mienack schon länger nicht unumstritten, dennoch kam die Trennung eher überraschend. Ein Bruch zwischen Trainer und Mannschaft war bis zum Schluss nicht unbedingt ersichtlich. Das Team rackerte und kämpfte, belohnte sich aber nicht. Ob und wie viele Fehler im taktischen Bereich gemacht wurden, ist von Außen betrachtet ebenfalls schwierig zu beurteilen.

Zu sagen, NBO und männliche Trainer passen nicht zusammen, ist daher sicher zu kurz gegriffen. Die Arbeit des hauptamtlich tätigen Stefan Mienack wurde im Gegensatz zu seinem (männlichen) Vorgänger Pedrag Lukic stets gelobt. Mienack ging mit viel Schwung an seine Aufgabe und hatte bei der Zusammenstellung des Teams gute Arbeit geleistet.

Die Entwicklung der Bundesliga-Mannschaft ist aber nur ein Aspekt bei der Beurteilung seiner Arbeit. Schließlich hatte NBO vor einem Jahr bewusst einen hauptamtlichen Trainer verpflichtet, der sich auch um die Koordination und Förderung der Jugendmannschaften kümmern sollte. Hierfür braucht es einen langen Atem und egal, wie Mienack dort bislang gewirkt hat, bedeutet die Trennung einen Rückschritt.

Um langfristig Oberhausen als Bundesliga-Standort halten zu können, ist die Stärkung des Jugendbereichs die dringlichste Aufgabe. Das ist ohne mindestens einen Hauptamtlichen nicht zu stemmen. Hier müssen bis zum Frühjahr die Weichen dringend neu gestellt werden. Schließlich muss die Zukunft von Helge Eggers geklärt werden, der als „Assistent des Vorstands“ in dieser Saison viele Aufgaben rund um die Jugend erledigte.

Die nur nebenberuflich zu bekommende Katja Zberch und ein hauptamtlicher Trainer müssen sich ja nicht ausschließen. Man muss ihn (oder sie) ihr ja nicht unbedingt vor die Nase setzen.