Oberhausen

Cesar Millan in Oberhausen: Warum der „Hundeflüsterer“ so umstritten ist

Der „Hundeflüsterer“ Cesar Millan wird auf Grund seiner Trainingsmethoden immer wieder kritisiert.
Der „Hundeflüsterer“ Cesar Millan wird auf Grund seiner Trainingsmethoden immer wieder kritisiert.
Foto: Diana Langer, Montage: DER WESTEN
  • „Hundeflüsterer“ Cesar Millan tritt in Oberhausen auf
  • 2014 durfte er keine Hunde auf der Bühne trainieren
  • Viele Tierschützer kritisieren Millans Methoden

Oberhausen. Der „Hundeflüsterer“ Cesar Millan gibt regelmäßig Tipps, wie du deinen Fell-Liebling am besten erziehst. In Oberhausen hat Millan seine Tipps vor Live-Publikum gegeben. 2014 wurde ihm verboten, Problemhunde live zu trainieren.

Erziehungsmethoden werden kritisiert

Viele Tierschützer kritisieren seine Erziehungsmethoden scharf. Cesar Millan sei zu brutal und mache den Vierbeinern einfach nur Angst. Auch vor seinem Live-Auftritt in Oberhausen, demonstrierte die Jugendkampagne Peta Zwei vor der König Pilsener Arena.

In seiner TV-Show wird oft gezeigt, wie er seine Schützlinge anzischt und in die Seite Tritt. „Im deutschen Fernsehen werden nur geschnittene Folgen gezeigt, die meisten Folgen sind einfach zu brutal", sagt Mathias Stehr, Leiter des Peta Zwei Streetteams Münster.

Gestörte Hunde durch Erziehungsmaßnahmen

Die Hunde würden durch solche Erziehungmethoden psychisch verstört werden. Im Fernsehen werde nicht gezeigt, wie er Würgehalsbänder und Elektroschocks benutze.

Während seiner Show in Oberhausen kamen solche Methoden zwar nicht zum Einsatz, doch auf der offiziellen Website vertreibt der gebürtige Mexikaner zum Beispiel sein Würgehalsband „Pack Leader Collar“ für 44,99 US-Dollar.

2014 fiel er durch die Sachkundeprüfung

Doch das ist zu viel für Deutschland. 2014 konnte Cesar Millan die Sachkundeprüfung zum Hundetrainer in Deutschland nicht bestehen. Das Oberlandesgericht in Niedersachen verbot ihm sogar Problemhunde während seiner Show „The Leader of the Pack“ zu trainieren.

Laut Semmel Concerts Entertainment, den Veranstaltern der aktuellen Show „Once upon a Dog“, habe Millan bis heute keine Trainererlaubnis. Ein Grund sei, dass die Prüfung lediglich Handlungsempfehlungen enthalte und von jedem Veterinäramt anders ausgelegt werden könne.

Da Cesar Millan nach eignen Angaben die Hunde nicht trainiere, sondern lediglich mit ihnen interagiere sei der fehlende Nachweis unproblematisch. Zudem sei bei jeder Show ein ausgebildeter Hundetrainer vor Ort.

Neben den fehlenden Deutschkenntnissen, fehle Millan für eine solche Prüfung außerdem schlichtweg die Zeit. Für den theoretischen Teil müsse er einen aufwendigen und undurchsichtigen Prozess durchlaufen.

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Auch in den USA Probleme

Allerdings steht der Hundetrainer nicht nur in Deutschland in der Kritik. In den USA wurde gegen Millan sogar wegen Tierquälerei ermittelt, meldet die Tageszeitung Daily News im März 2016. Grund für die Ermittlungen war eine Folge der Show „Cesar 911“.

In der Sendung versuchte Cesar Millan eine französische Bulldogge mit ausgeprägtem Jagdtrieb unter Kontrolle zu bekommen. Obwohl der Trainer um die Probleme des Hundes wusste, ließ er ihn in einem Gehege voller Schweine frei.

Hund verletzt Schwein

Trotz Trainer blieb der Hund nicht ruhig, sondern rannte los und biss einem Schwein ins Ohr.

Doch das war nicht der einzige Fall. Bereits 2006 soll ein Verfahren gegen Cesar eröffnet worden sein, nachdem ein TV-Produzent den Trainer beschuldigte seinen Hund mit einem Würgehalsband verletzt zu haben.

 
 

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