Mülheim

Nach AfD-Zoff in Duisburg - Gastronom bringt Mülheimer Kult-Imbiss „Erika's Braterei“ zurück

Eva Höppener hilft ihrem Lebensgefährten Frank Betke im Mülheimer Traditions-Imbiss.
Eva Höppener hilft ihrem Lebensgefährten Frank Betke im Mülheimer Traditions-Imbiss.
Foto: Oliver Müller / Alexander Keßel
  • Seit Mai stand „Erika's Braterei“ leer
  • Anfang Oktober öffnete der Mülheimer Kult-Imbiss wieder seine Tür
  • Der neue Betreiber war anfangs skeptisch - jetzt ist er vollkommen überzeugt

Mülheim. Er kann es immer noch nicht wirklich glauben. Frank Betke (50) sitzt am Ende der Eröffnungswoche in seinem neuen Imbiss an der Aktienstraße in Mülheim.

Dass er mit „Erika's Braterei“ einen beliebten Laden übernommen hat, wusste er. „Aber das der Laden so einen Kult-Status hat, hätte ich nie gedacht.“ Die Mülheimer rennen ihm die Bude ein - „ab 17 Uhr geht die Tür überhaupt nicht mehr zu“, sagt der Gastronom.

Deswegen steht ihm die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Dabei hatte der gelernte Koch große Zweifel daran, ob die Übernahme von „Erika's Braterei“ der richtige Schritt sei.

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Drohungen der Antifa wegen AfD-Mitgliedern im „Franky's“

Seit Mai stand die Wurstbraterei leer, nachdem die Tochter der langjährigen Betreiberin, Erika Langer, den Laden aufgegeben hatte. Freunde hatten Betke dazu geraten, sich die Bude mal anzuschauen. Nach 20 Jahren in der gehobenen Gastronomie jetzt ab an die Friteuse? „Das war für mich anfangs ein Problem“, gibt der gelernte Koch zu.

Zuletzt hatte Betke in Duisburg „Franky's Club Restaurant“ geführt. Dort hatten ihm Antifa-Aktivisten die Scheiben eingeworfen, weil er neben Vertretern von Stadt, Kirche und Parteien auch Mitglieder der AfD bediente. Letztlich hatte eine neue Brandschutzvorschrift das Fass zum Überlaufen gebracht. Betke gab das „Franky's“ auf und orientierte sich neu.

„Bisher kannte ich fast nur Städte, in denen immer gemeckert wird“

Im Mülheimer Kult-Imbiss fühle er sich nach dem Start einfach nur wohl. „Bisher kannte ich fast nur Städte, in denen immer gemeckert wird“, berichtet Betke. Das sei in Mülheim erfrischend anders. „Herzlich und warmherzig“ seien die Leute in der Stadt. Das habe er in seinem Leben bislang nur in Köln erlebt.

Die Mülheimer will er nun mit selbstgemachten Saucen zu Pommesbuden-Klassikern überzeugen. Neben Currywurst, Frikadelle und Pommes setzt Betke auch auf einen täglich wechselnden Mittagstisch.

„Hier bin ich einfach nur der Frittenmann“

Bisher übertrifft „Erika's Braterei“ jede seiner Erwartungen. Wenn es geschmeckt hat, rufe man ihm schon mal die Worte „War geil heute“ über den Tresen, berichtet Betke. Diesen direkten Kontakt zu seinen Gästen feiert er.

„Hier bin ich einfach nur der Frittenmann“, schätzt der Gastronom seine neue Rolle und will sie ernst nehmen: „Ich will einfach gute Qualität bieten.“ Davon kannst du dich jetzt täglich von 15-22 Uhr selbst überzeugen.

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