Marl

Trotz Höhenangst: Kapitän Thomas fährt dich mit dem Heißluftballon über das Ruhrgebiet - und ändert deinen Blick auf die Welt

Ballonpilot Thomas Leyer fährt über dem Ruhrgebiet

Trotz Höhenangst fährt Thomas Leyer als Pilot bei Ballonsport Marl.

Trotz Höhenangst fährt Thomas Leyer als Pilot bei Ballonsport Marl.

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  • Thomas Leyer ist nicht schwindelfrei
  • Trotzdem ist er von Beruf Ballonfahrer
  • Seine Perspektive auf das Ruhrgebiet ist beispielhaft

Marl. Vor der ersten Fahrt mit einem Heißluftballon gibt es diverse Sätze, die einen unter Umstände aus der Ruhe bringen könnten. Ein Ballonpilot, der mit den Worten „da kriegen mich keine zehn Pferde rauf!“ auf eine Leiter zeigt, gehört definitiv dazu.

Doch bei Thomas Leyser ist das anders. Dieser Mann strahlt eine Ruhe aus, die wohl nur ein Mensch erwerben kann, der die Welt seit mehr als 17 Jahren immer wieder von oben betrachtet. Thomas Leyer ist einer von sieben ausgebildeten Kapitänen aus der Crew von Ballonsport Marl.

Dass er trotz seiner Höhenangst problemlos in die Lüfte steigt, kann Leyser plausibel erklären.

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Ballonpilot Thomas Leyer fährt über dem Ruhrgebiet

Trotz Höhenangst fährt Thomas Leyer als Pilot bei Ballonsport Marl.
Ballonpilot Thomas Leyer fährt über dem Ruhrgebiet

Ein Korb ist noch lange kein Hochhaus

Wer sich ein wenig mit der menschlichen Anatomie beschäftigt hat, weiß, dass das der Gleichgewichtsorgan im Ohr sitzt. Es reagiert auf Beschleunigung und Drehung. Dazu bekommt es über seine Sinneszellen Reize von anderen Organen.

Eine wichtige Rolle als Informant des Gleichgewichtsorgans übernimmt das Auge. Leyser erklärt: „Wenn ich von einem hohen Gebäude nach unten schaue, verzerrt das Auge das Bild. Der untere Teil des Hochhauses wirkt schmaler. Dadurch kommt es dem Menschen im ersten Augenblick so vor, als kippe das Gebäude nach vorn.“

Doch dann schaltet sich das Gehirn mit seinen Erfahrungen ein und gibt den Befehl: Erneut fokussieren! Diese sehr schnell stattfindenden Prozesse können beim Menschen zum Schwindel führen, so der Kapitän.

Aber: Selbst wenn du dich in mehreren hundert Metern Höhe befindest, kommt dieses Gefühl im Korb eines Heißluftballons allerdings nicht auf. Denn der ist lediglich etwa 1,20 Meter hoch. Und damit nicht hoch genug, um eine Verzerrung hervorzurufen. Die Höhe und den Abstand zum Boden, der durchaus beträchtlich ist, nehmen die meisten Menschen als nicht so bedrohlich wahr.

Das kann der Autor dieser Zeilen, selbst anerkannter Höhenschisser, nach einer Fahrt mit dem Ballon bestätigen.

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Wie wird man eigentlich zum Ballonpiloten?

Warum Thomas Leyser Ballonfahrer geworden ist? „Andere bekommen den Beruf über die Familie vererbt. Ich konnte nach der ersten Fahrt an nichts anderes mehr denken, wollte unbedingt selber steuern“, erinnert sich der Kapitän.

Dann erwarb er den Pilotenschein. Dabei lernte er alles Nötige etwa über Luftrecht, Navigation und insbesondere die Meteorologie. Zur praktischen Ausbildung gehören über 50 Starts und Landungen, „am besten zu verschiedenen Jahreszeiten“, rät Leyser. Denn der Ballon reagiert auf jede Wetterlage.

Und Sicherheit geht vor. Schließlich kann der Pilot über die Gasflamme und spezielle Luken im Schirm nur die Höhe des Heißluftballons steuern. Die Geschwindigkeit und Richtung bestimmt einzig und allein der Wind.

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Philosophischer Kapitän

Für Leyser ist das einer der großen Reize seines Berufs: „Du weißt nie, wo du landen wirst“, freut er sich über jede Fahrt.

Wenig später blickt er herunter auf die Welt und wirkt nachdenklich: „Worin liegt bloß der Sinn für all die Konflikte? Warum müssen sich Nachbarn wegen eines Zauns streiten?“

Hier hoch oben über dem Ruhrgebiet zeigt sich, dass der Kapitän nicht nur eine gute Perspektive auf die Welt hat, sondern auch den Blick für das Wesentliche.

 
 

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