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Pfleger aus Gelsenkirchen platzt der Kragen – „Viele Ausländer machen hier die Scheißarbeit“

„Mokinte“ ist ein TikTok-Star aus Gelsenkirchen. Immer wieder hat er mit Rassismus zu tun. Aber das treibt ihn an. 4 zu 2 lautet sein Rezept.

TikTok-Star aus Gelsenkirchen kämpft gegen Rassismus und Vorurteile.
u00a9 Stefan Schier / DER WESTEN

Das ist die Stadt Gelsenkirchen

Gelsenkirchen verbinden viele sofort mit dem FC Schalke. Doch die Stadt ist mehr als nur Fußball und Industrie. In diesem Video stellen wir dir sie vor.

Mohamed Heinz ist ein TikTok-Star aus Gelsenkirchen. Unter dem Namen „Mokinte“ folgen ihm knapp 60.000 Menschen und er hat über 2,5 Millionen Likes. Mo, wie er sich gerne selbst nennt, ist in Gambia geboren und dunkelhäutig.

Rassismus bekommt er laut eigenen Aussagen täglich zu spüren. „Du siehst aus wie kaka“, musste er sich als Kind anhören. Heutzutage liest er unter seinen Tik-Tok-Videos, dass er „am besten direkt zurück aufs Schlauchboot“ soll. Mo will sich das aber nicht gefallen lassen. Deshalb kämpft er gegen Alltagsrassismus. Mit dem 4 zu 2 Prinzip. Auf TikTok.

TikTok-Star aus Gelsenkirchen: Rassismus ist keine Ausrede

Der 28-jährige Gelsenkirchener arbeitet seit fünf Jahren als Heilerziehungspfleger und fühlt sich deutsch. Er lebt gerne im Ruhrgebiet, weil „die Menschen ein bisschen kerniger, aber trotzdem sehr liebenswert sind“. Trotzdem erlebt er fast jeden Tag Rassismus.

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„Für mich ist es fast schon anstrengend, darüber zu reden. Nicht betroffene Menschen tun oft so als würde man eine Ausrede suchen, wenn man sagt, dass man von Rassismus betroffen ist. Zum Beispiel, wenn wir keine Wohnung oder keine Arbeitsstelle bekommen oder einfach nur doof angemacht werden“, erzählt Mo gegenüber DER WESTEN.

TikTok-Star aus Gelsenkirchen wurde gemobbt

Mo ist im Kreis Viersen aufgewachsen. In seinem Dorf war er der einzige Dunkelhäutige und das ließen ihn die anderen Kinder spüren. „Warum siehst du aus wie kaka und Schokobon oder Mohrenkopf, wurde zu mir gesagt. Ältere Kinder haben mir sogar die Hose auf dem Spielplatz ausgezogen, auf den Baum geworfen und gesagt ‚komm, hol sie dir wieder‘. Manchmal wurde ich auch geschlagen“, erzählt der 28-Jährige.

Mohamed "Mo" Heinz aus Gelsenkirchen.
Mohamed „Mo“ Heinz aus Gelsenkirchen. Foto: Quelle: Foto/Stefan Schier

Der Gelsenkirchener glaubt, dass es Rassismus und Vorurteile gegen Ausländer gibt, weil die Menschen oft Angst vor etwas haben, was sie nicht kennen. „Die AfD nutzt die Angst der Menschen, um sich selbst Vorteile zu verschaffen. Aber Diskriminierung und Abschiebungen sind nicht die Lösung für die Probleme, die wir in Deutschland haben“.

TikTok-Star aus Gelsenkirchen: „Viele Ausländer machen hier Scheißarbeit“

Der TikToker möchte mit seinen Videos aufklären, um gegen Stereotypen und Stigmatisierungen von Ausländern vorzugehen. „Ohne Migranten wäre die deutsche Wirtschaft ganz schön aufgeschmissen. Viele Ausländer machen hier die Scheißarbeit“, so der Gelsenkirchener.

Auch deshalb hat sich der TikTok-Star aus Gelsenkirchen ein besonderes System auf der Social-Media-Plattform überlegt, um einerseits erfolgreich zu sein, aber andererseits auch möglichst viele Menschen mit gesellschaftskritischen Themen zu erreichen. Mit dem 4 zu 2 System.


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Mo produziert am Tag vier unterhaltsame und zwei gesellschaftskritische Videos. Letztere haben dabei aber auch immer etwas humorvolles. Das wäre die perfekte Mischung für den Algorithmus, um einerseits eine hohe Reichweite zu erzielen, aber trotzdem wichtige gesellschaftliche Themen anzusprechen. „Ich werde weiter versuchen auf eine lustige Art und Weise diese Dinge wie Rassismus den Leuten zu vermitteln“, so Mo.