Gelsenkirchen

„Meine Frau ist sauer ohne Ende!“ – Du wirst nicht glauben, was Adriano sich in seinen Hinterhof in Gelsenkirchen gebaut hat

Gelsenkirchener baut persönliches Winter-Wunderland in seinem Hinterhof

Adriano Gobbo hat in seinem Hinterhof sein eigenes Winter-Wunderland gebaut. Jetzt empfängt er hier Schulklassen und Kindergarten-Gruppen.

Adriano Gobbo hat in seinem Hinterhof sein eigenes Winter-Wunderland gebaut. Jetzt empfängt er hier Schulklassen und Kindergarten-Gruppen.

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  • Adriano Gobbo (66) hat in Gelsenkirchen-Horst eine einzigartige Weihnachtswelt geschaffen
  • In der Vorweihnachtszeit lädt er die ganze Nachbarschaft zu sich ein
  • Glühwein für die Eltern - Geschenke für die Kinder: Alles kostenlos!
  • Alle sind begeistert - nur seine Ehefrau ist genervt

Gelsenkirchen. Fünf selbst gezimmerte Holzhäuser, unzählige Deko-Figuren, sieben ferngesteuerte Kunstschnee-Düsen und eine Beleuchtung, die in den Vorweihnachtswochen die Stromrechnung weit in den vierstelligen Bereich hieven wird.

Vergiss alle weihnachtlichen Krippen, die du je gesehen hast, denn Adriano Gobbo (66) hat in Gelsenkirchen-Horst eine Weihnachtswelt der nächsten Generation geschaffen. Und das Beste: An seiner Freude über die für ihn schönste Zeit des Jahres lässt er jeden (kostenlos) teilhaben.

Über 1000 Reservierungen und „jeder ist willkommen“

Alle Schulen und Kindergärten der Nachbarschaft hat er in seinen Hinterhof in der Essener Straße 94 eingeladen. „Mittlerweile haben sich über 1000 Kinder angemeldet“, sagt der Italiener. Jeden Tag bestaunen zwei Gruppen sein riesiges Meisterwerk.

Bis zum 23. Dezember kannst auch du immer donnerstags bis sonntags von 17 Uhr bis 21 Uhr unangemeldet vorbeikommen. „Jeder ist willkommen“, so Adriano lächelnd und man kauft es ihm ohne zu Zögern ab.

Glühwein und Geschenke für umme

Denn der Frührentner nimmt trotz immenser Kosten für Holz, Deko und Beleuchtung keinen Eintritt.

Zusammen mit Nachbarn und Freunden serviert er dazu nicht nur Glühwein und Kuchen, sondern verteilt auch Geschenke an die Kinder. Alles kostenlos! „Ich bin wohl etwas verrückt“, gibt der Frührentner zu.

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Wie alles begann

Angefangen hat alles vor drei Jahren. Da hatte der ehemalige Betreiber des Eiscafes San Marco in Gelsenkirchen-Horst einen mannshohen Weihnachtsmann mit nach Hause gebracht und ins Fenster gestellt. „Meine Frau hatte sich aber immer davor erschreckt“, so der Rentner.

Der Kompromiss: Der Weihnachtsmann musste nach draußen auf den Carport. Damit er hielt, bastelte Adriano ein kleines Häuschen um die Figur. „Die Nachbarn hatten sich irgendwie darüber gefreut und sich immer davorgestellt. Dann habe ich entschieden, im nächsten Jahr etwas mehr zu machen.“

Los ging es kurz nach Weihnachten

Gesagt, getan. Mittlerweile ist es ein gigantisches Projekt geworden, das ihn mehrere Monate Arbeitszeit gekostet hat. „Die neue Idee war ein bisschen zu groß. Ich habe kurz nach Weihnachten angefangen und habe bis November gebraucht“, klärt der Weihnachts-Fan auf.

Aber wenn er in die strahlenden Kinderaugen schaut, weiß Adriano, dass es sich gelohnt hat. „Ich freue mich mehr als jeder andere“, gibt er zu.

Dann schmeißt er seine Kunstschnee-Maschinen an und hält sich den Bauch vor Lachen. Wie viel seifenähnliche Flüssigkeit er dafür täglich braucht? Zehn Liter. Das kostet ihn 40 Euro pro Tag. „Aber was wäre eine Weihnachtswelt ohne Schnee?“, fragt Adriano.

„Meine Frau ist sauer ohne Ende“

Seine Besucher feiern die Arbeit des 66-Jährigen. Nur: „Meine Frau ist sauer ohne Ende, weil wir gar keine Zeit mehr füreinander haben“, bedauert der 66-Jährige.

Ein wenig kann er sie verstehen, auch weil er für sein Hobby in diesem Jahr schon mehrere tausend Euro ausgegeben hat. Wie viel denn? „Das kannst du niemandem erzählen“, so der Italiener.

„Ich sage immer: Dieses Jahr ist das letzte Mal“

Ob es trotz allem im nächsten Jahr eine Neuauflage geben wird? „Ich sage immer: Dieses Jahr ist das letzte Mal“, kündigt Adriano an, weiß aber auch: „Wenn alles vorbei ist, kommt bestimmt wieder die Lust auf mehr.“

Vor allem, wenn das Feedback so positiv ist wie in diesem Jahr. „Ich habe noch nie so viele Komplimente bekommen“, sagt der Italiener. „Wenn sich die Kinder freuen, dann bin ich glücklich.“

Außerdem ist die neueste Krippe noch nicht ganz fertig geworden. „Das Schiebedach zu den Sternen fehlt noch“, so der passionierte Bastler. Hört sich ganz danach an, als müsste Adrianos Frau auch im nächsten Jahr wieder häufiger auf ihren Gatten verzichten.

 
 

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