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Krefeld: Identität bestätigt! Eingemauerte Leiche ist Vermisste aus Gelsenkirchen

Krefeld: Identität bestätigt! Eingemauerte Leiche ist Vermisste aus Gelsenkirchen

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Krefeld: Identität bestätigt! Eingemauerte Leiche ist Vermisste aus Gelsenkirchen

Krefeld: Identität bestätigt! Eingemauerte Leiche ist Vermisste aus Gelsenkirchen

Mord oder Totschlag? Das ist der juristische Unterschied

Gelsenkirchen. 

Schock-Fund in Krefeld!

Wie Ermittler am Montag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur bestätigten, ist eine eingemauerte Frauenleiche in Krefeld entdeckt worden. Die Spur führt offenbar nach Gelsenkirchen. Die Ermittlungen haben die Polizei Gelsenkirchen und die Staatsanwaltschaft Essen übernommen.

Krefeld: Identität bestätigt! Eingemauerte Leiche ist Vermisste aus Gelsenkirchen

Wie die Polizei und die Staatsanwaltschaft am Dienstag gemeinsam mitteilen, handelt es sich bei der Frauenleiche um die sterblichen Überreste der im Juni 2019 verschwundenen Anna S. (†35) aus Gelsenkirchen. Das hat eine Obduktion zweifelsfrei ergeben. Das vorläufige Gutachten der Rechtsmedizin ergab, dass die Gelsenkirchenerin vermutlich erstickt wurde.

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Der Unterschied zwischen Mord und Totschlag:

  • Totschlag ist laut deutschem Strafrecht die vorsätzliche Tötung eines Menschen, die NICHT die Merkmale für Mord erfüllen
  • Mordmerkmale: Mordlust, Befriedigung des Geschlechtstriebs, Habgier, Heimtücke, Grausamkeit, Einsatz eines gemeingefährlichen Mittels, Ermöglichungsabsicht (um Straftaten begehen zu können), Verdeckungsabsicht (um Straftaten zu verdecken)
  • Freiheitsstrafe bei Totschlag: 5-15 Jahre
  • Freiheitsstrafe bei Mord: bei Feststellung der besonderen Schwere der Schuld lebenslänglich, bei verminderter Schuldfähigkeit oder Kronzeugenregelung weniger

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Damit hat sich der Verdacht bestätigt, weil der Keller für ihren ehemaligen Lebensgefährten Michael S. zugänglich war. Der Ex-Mann von Anna S. wurde im Dezember 2020 für den Mord an ihr zu einer lebenslänglichen Haftstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt – obwohl die Leiche der Gelsenkirchenerin zu dem Zeitpunkt nicht gefunden wurde.

Krefeld: Mord an Anna S. aus Gelsenkirchen restlos aufgeklärt

Doch die Beweislast gegen den damals 47-Jährigen war erdrückend. Ermittler stießen damals auf Fotos und Videos, die zeigen, wie Michael S. die vermutlich bereits tote Anna S. misshandelt hatte. Die Bilder zeigen die 35-Jährige gefesselt mit einer Plastiktüte auf dem Kopf auf dem Boden seiner Krefelder Wohnung. Das mutmaßliche Motiv: Rache, weil Anna S. ihn verlassen habe.

Das Urteil gegen den bereits 1999 zu elf Jahren Haft verurteilten Michael S. wurde vom Bundesgerichtshof bestätigt. Damals hatte er eine Frau mit 100 Messerstichen getötet.

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Weitere Meldungen aus Gelsenkirchen:

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Vor Gericht schwieg Michael S. damals zu den Mordvorwürfen an Anna S.. Der Familie verwehrte ihr Mörder die Chance auf eine Beerdigung. Immerhin das könnte nun bald möglich sein. (ak, mg mit dpa)