Essen

ZDF-Moderatorin Dunja Hayali zum Ausländer-Stopp an der Tafel Essen: „Das sind keine Rassisten, hört ihnen zu!“

ZDF-Moderatorin und Journalistin Dunja Hayali.
ZDF-Moderatorin und Journalistin Dunja Hayali.
Foto: imago/Revierfoto

Essen. Der Ausländer-Stopp an der Essener Tafel ist zu einem Politikum geworden. Die hohen Wellen, die die Entscheidung des Tafel-Vorsitzenden Jörg Sartor schlug (hier alle Infos), sorgten für heiße Diskussionen in ganz Deutschland.

Am Montag äußerte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Maßnahme, vorerst nur noch Deutsche als Neukunden zuzulassen. Auch Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht schaltete sich in die Debatte ein. Und auch ZDF-Moderatorin Dunja Hayali schrieb sich auf Facebook einiges an Frust über die Auswirkungen der Diskussionen von der Seele.

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„Die Leute, die dort freiwillig und unentgeltlich mithelfen, erleben jeden Tag hautnah, was Armut bedeutet. Deshalb sollte man ihnen unbedingt zuhören“, fordert Hayali. „Und es wäre grundfalsch, die Mitarbeiter*innen unter Diskriminierungsverdacht zu stellen oder sie gar zu Rassisten zu stempeln. In erster Linie sind das Menschen, die praktisch und unbürokratisch denjenigen helfen, die es bitter nötig haben.“

Hayali: „Nicht schlau, ‚Hunger Games‘ zu veranstalten“

Gleichzeitig ist sie sich aber auch sicher: „Die Essener Tafel hat die denkbar schlechteste Möglichkeit gewählt, ein Problem zu lösen. Es ist nicht besonders schlau, am unteren Ende unserer Gesellschaft ‚Hunger Games‘ zu veranstalten und Deutsche gegen Ausländer auszuspielen. Also Menschen gegen Menschen.“ Damit würden bestehende Konflikte bloß verschärft.

Punktesysteme, häufigere Öffnungszeiten oder Losverfahren, wie bei Tafeln in anderen deutschen Städten, wären für Hayali die deutlich bessere Lösung gewesen.

Nachdem auch unter dem Facebook-Beitrag der Moderatorin eine heftige Diskussion entbrannte, bearbeitete Hayali ihr Posting am Dienstagmorgen noch einmal. „Einige verstehen den Text (absichtlich) falsch“, schreibt die 43-Jährige. Sie verstehe das Motiv hinter der Entscheidung der Tafel sehr gut, teile aber nicht die Konsequenz. Auch will sie ihre Aussagen weder als Tolerierung für das Beschmieren von Autos noch als Kritik an den Helfern verstanden wissen.

 
 

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