Essen

So lebte die kriminelle Mütter-Bande in Altenessen: Ein Nachbar erzählt vom Schandfleck der Straße

Vor einem Jahr stürmte die Polizei das Haus im Palmbuschweg.
Vor einem Jahr stürmte die Polizei das Haus im Palmbuschweg.
Foto: DER WESTEN
  • Vor einem Jahr stürmte die Polizei das Haus am Palmbuschweg
  • Dort lebten die Roma-Frauen, die dutzende Einbrüche in Deutschland begangen hatten
  • So erinnert sich ein Mitarbeiter der evangelischen Familienhilfe an seine Nachbarn

Essen. Die Vorgärten sind gepflegt. Die Fenster geputzt. Gardinen mit feinen Häkelmustern zieren sie. Die Häuser in dieser Ecke Altenessens sind altbacken, aber nicht hässlich. Nachkriegsbauten halt. Der Palmbuschweg ist nicht die schönste Straße Essens. Aber auch weit davon entfernt, ein Viertel voller Schrottimmobilien zu sein.

Doch die Hausnummer 121 sticht heraus. Die Tür notdürftig verrammelt. Klingelschilder ohne Namen. Ein Briefkasten, der seine besten Tage hinter sich hat. Bis vor einem Jahr war das Haus noch von Roma-Familien bewohnt. Darunter: eine hochkriminelle Einbrecherbande.

Mehrere Frauen hatten über Jahre dutzende Einbrüche verübt. Ende 2015 begann die Polizei sie zu observieren. Vor einem Jahr dann der Zugriff. Im März wurden sie zu hohen Haftstrafen verurteilt.

Heute erinnern nur noch die Vorhängeschlösser an den Mülltonnen der evangelischen Familienhilfe an diese Zeit. Die ist genau gegenüber der Hausnummer 121. Ein Mitarbeiter klärt auf: "Wir mussten unsere Mülltonnen verschließen, weil die Familien aus dem Haus ihren Müll säckeweise bei uns reingestopft haben."

Auch sonst war der Palmbuschweg damals nicht so beschaulich anzusehen wie heute. Das Haus war mit Menschen überfüllt, fast täglich wurden Kisten in die Wohnungen hinein und hinausgetragen. Es war ein stetiges Kommen und Gehen: "Man kannte ein paar Gesichter, aber es waren auch immer wieder neue Männer und Frauen hier", so der Anwohner. Der Müll stapelte sich auf der Straße.

Die Ecke war ein Schandfleck der Straße.

Und laut war es, manchmal bis spät in die Nacht. "Da musste ich dann auch mal mit den Herren, die sich auf der Straße trafen und lautstark diskutierten, reden." Direkt neben der Familienhilfe ist ein Wohnheim für Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen. Die Männer standen auf dem kleinen Parkplatz vor der Familienhilfe. Raubten den Jungen und Mädchen den Schlaf.

Und die Frauen gingen unbemerkt auf ihre Klautouren.

Vor gut einem Jahr war dann der letzte Roma aus dem Haus verschwunden. Seitdem hat sich die Situation merklich gebessert, sagt der Mitarbeiter der Familienhilfe.

Eine syrische Familie wohnt mittlerweile wieder in einer der Wohnungen im Haus. Kleine Blümchen stehen auf der Fensterbank. Hinter dem Fenster hängen Gardinen mit kleinen Häkelmustern.

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