Ruhrgebiet: Strömen bald Touristen ins Revier? Aus diesem Grund sollten auch wir stolz auf unsere Region sein

Schicht im Schacht - Die Geschichte des Bergbaus im Ruhrgebiet

Schicht im Schacht - Die Geschichte des Bergbaus im Ruhrgebiet

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Ruhrpott-Kolumne

Essen / Recklinghausen. Rom, Rio, Ruhrgebiet – unser Revier im gleichen Atemzug mit den imposantesten Reisezielen der Welt nennen? Klingt überheblich? Dass das sehr wohl geht, beweist der Blick in die „Best of the World“-Liste des „National Geographic“!

Ja genau, richtig gelesen! Denn wer durch die Top 25-Liste der Reiseziele für 2022 im hiesigen Reisemagazin blättert, sieht plötzlich ein ganz vertrautes Bild aus dem Ruhrgebiet. Denn kurz nach Nationalparks in Ecuador oder Mosambik erstrahlt dort in vollem Glanz tatsächlich die Essener Zeche Zollverein.

Ruhrgebiet: Auszeichnung fürs Revier! Wir können stolz auf unseren Pott sein

Der markante rote Förderturm ist im Mittelpunkt des bunten Bildes vom Unesco-Weltkulturerbe zu sehen. Die rote Fassade der Kohlenwäsche oder anderen ehemaligen Zechengebäuden verschwindet fast inmitten des gelb-goldenen Herbstlaubes und des strahlend blauen Himmels über dem Revier.

Und hier kommen wir zum Punkt: Nicht nur das Bild beweist, dass der Pott schon lange nicht mehr nur grau ist. Unsere Industriekultur ist etwas ganz Besonderes. Das hat nun auch „National Geographic“ gewürdigt und uns ein Plätzchen für Touristen reserviert.

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Im Ruhrgebiet spricht man Tacheles und redet nicht lange um den heißen Brei herum. DER WESTEN-Redakteurin Julia Scholz beschäftigt sich in der Kolumne „Da sachste, wat Sache ist“ mit aktuellen Themen, die die Menschen im Revier bewegen.

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Geschwärmt wird da von der Nachhaltigkeit und dem Strukturwandel, die an der Zeche Zollverein geleistet wurden. Das Werksschwimmbad im Sommer und die Eisfläche an der Kokerei werden lobend hervorgehoben. Auch die Halde Hoheward in Recklinghausen und der kürzlich eröffnete „Hohe Mark Steig“ würden Natur und Industrie perfekt vereinen.

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Die Ruhr Tourismus GmbH spricht von einem „Ritterschlag für die Region“. Jetzt ist doch allerspätestens Zeit, dass auch wir mächtig stolz auf unsere Region sind. Und uns auf Entdeckungstour begeben. Aber Hand aufs Herz! Es geht nicht nur uns im Ruhrgebiet so, dass wir am liebsten ganz weit weg wollen, um unbekannte Dinge zu erkunden. Tourist in seiner eigenen Heimat ist man selten.

Das habe ich zuletzt noch bemerkt. Ein Bayer erzählte, dass auch er gern die weite Welt sieht, viele Ortschaften in seinem Freistaat aber gar nicht so genau kennt. Das Schloss Neuschwanstein habe er noch nicht besichtigt. Obwohl dorthin auch Millionen internationale Touristen pilgern.

Wir sollten unsere Region mehr kennen und lieben lernen. Die Zeche Zollverein sollte jeder in der Metropolregion mindestens einmal gesehen haben. Aber auch der Landschaftspark Duisburg-Nord, der Kemnader See, das Bergbau-Museum in Bochum, die Mondlandschaft auf der Halde Haniel, der Tetraeder in Bottrop, der Gasometer in Oberhausen, der Essener Dom, der Nordsternpark in Gelsenkirchen, der Botanische Garten im Rombergpark in Dortmund und noch viele weitere Ausflugsziele sind eine Reise wert. Probier' es mal aus!

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Übrigens: Wenn du erfahren willst, welche anderen 24 Orte auf der ganzen Welt es ins Ranking für 2022 geschafft haben, kannst du es bei „National Geographic“ nachlesen. Ich werde mich jetzt jedenfalls mal auf den Weg machen. Den Wanderweg „Hohe Mark Steig“ kenne ich auch noch nicht. Und warum soll ich da bis nächstes Jahr warten, wenn er doch praktisch um die Ecke ist?