Essen

Polizei Essen kann kein Schießtraining mehr machen: „Wir sind sauer, wir wurden völlig unvorbereitet getroffen“

Die Essener Polizei hat ein Problem, die Beamten können an ihrem Schießstand kein Training mehr absolvieren.
Die Essener Polizei hat ein Problem, die Beamten können an ihrem Schießstand kein Training mehr absolvieren.
Foto: Imago/ Itar Tass (Symbolbild)
  • BLB schließt Schießstand
  • Essener Polizei ist verärgert
  • Behörde auf der Suche nach neuem Schießstand

Essen. Die Essener Polizei ist vollkommen verärgert. Der Grund: Sie kann vorerst kein Schießtraining mehr absolvieren, weil der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) den Schießstand der Polizei wegen baulicher Mängel geschlossen hat.

„Der BLB hat uns die Tür vor der Nase zugeschlagen“, so Polizeisprecher Uli Faßbender. „Das hat uns völlig überraschend in dieser Heftigkeit getroffen“, so der Sprecher weiter. Die Anlage ist jetzt stillgelegt. Doch wo kann die Essener Polizei ihren Schießübungen jetzt nachgehen?

Essener Polizei beobachtet den Verfall schon länger

„Den Schlüssel mussten wir von heute auf morgen abgeben, obwohl wir unsere Miete fleißig gezahlt haben“, erklärt Faßbender gegenüber DER WESTEN. Der schlechte bauliche Zustand des Schießstands habe sich schon länger angekündigt. Trotzdem sei nichts passiert. „Am Gelände hat sich über Jahre nichts verbessert“, so Faßbender.

„Wir sind Mieter dieses Platzes, der BLB muss uns den Platz funktionsfähig zur Verfügung stellen“, doch über Monate und Jahre sei der Schießstand in keinem guten Zustand gewesen und jetzt habe man plötzlich weichen müssen, so der Polizeisprecher.

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Neues Gutachten stellte Mängel fest

Ausschlaggebend für die Entscheidung des BLB ist ein neues Gutachten, das die baulichen Mängel vor kurzem feststellte.

Besonders übel für die Essener Polizei sei die Kurzfristigkeit der Entscheidung und Bekanntgabe gewesen. „Wir sind sauer, wir wurden völlig unvorbereitet getroffen“, so Faßbender im Gespräch mit DER WESTEN.

1.500 Beamte aus Essen und Mülheim betroffen

„Betroffen sind 1.500 Beamte aus Essen und Mülheim, denen das Schießtraining jetzt fehlt. Etwa die Hälfte von ihnen müsste das Training zeitnah durchführen“, so der Polizeisprecher.

Besonders schwierig sei die Situation jetzt für die Spezialeinheiten der Essener Polizei. „Die Spezialeinheiten mit einem höheren Bedarf an Schießtraining trainieren teilweise jeden Tag und können das jetzt nicht mehr.“ Dabei müssten gerade diese Beamten einsatzbereit gehalten werden, so Faßbender.

Aufbau von neuem Schießtraingzentrum könnte Jahre dauern

„In Duisburg, Oberhausen und Dortmund hat die Polizei eigene Schießstände, auf die können wir aber erstmal nicht ausweichen, denn die sind ausgelastet,“ so Faßbender.

„Der Aufbau eines neuen Trainingszentrums in Essen könnte drei bis vier Jahre dauern“, so der Polizeisprecher und dies sei natürlich zu lange. Deshalb versuche die Polizei Essen momentan zusammen mit den anderen Behörden eine Alternative für den Schießstand in Essen zu finden.

 
 

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