Essen

Kennst du schon Manakish? Hier kannst du die „Syrische Pizza“ in Essen genießen

Im „Guten Appetit“ Gibt es Manakish, ein traditionelles Gericht aus Syrien

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Essen. In der Nähe des Essener Stadtgartens treffen seit Beginn des Jahres im „Guten Appetit“ kulinarische Welten aufeinander: Versteckt an der Bismarckstraße gelegen, verputzen hier auf 16 Quadratmetern Banker, Studenten und neugierige Laufkunden gleichermaßen ein kleines Stück Syrien. Die „Manakish“ von Nour Alouji (25) und Emad Murabieh (30) haben es den Essenern angetan.

Emads Mama macht die besten Manakish

Augenscheinlich ähnelt der belegte Hefe-Teigfladen einer Pizza oder einem Crêpe, beim ersten Bissen merkt man jedoch: solch ein Würzung bekommt bei uns keiner hin. Auch wenn Emad kein gelernter Koch ist, hier steckt Herzblut drin – ein kleines bisschen Heimat, in der seine Mama ihm früher die besten Manakish gezaubert hat. Das beschwört auf jeden Fall seine Frau Emad. „Bei uns ist es eigentlich ein traditionelles Frühstücksgericht. Aber man kann es den ganzen Tag essen“, erklärt die 25-Jährige.

Ob vegan, mit Fleisch oder doch lieber mit süßem Belag, die gut gewürzten Saucen, wie Muhammar oder Zatar, machen die Manakusheh (Singular) zum perfekten „syrischen Fastfood“. Und dabei kosten sie nur zwischen 1,50 und 2,50 Euro. Zubereitet werden sie auf einer heiß befeuerten Platte, die es so in Essen noch nicht gebe, erklärt Nour: „Dadurch werden sie besonders dünn.“

„Wir wollten dem Amt auch nicht auf der Tasche hängen“

Das junge Ehepaar wagt damit im Ruhrgebiet einen Neustart. Mit ihrem ersten kleinen Laden wollen sie sich ein Stück Zukunft aufbauen, die sie durch den Krieg in Syrien verloren haben. Sie wagen sich etwas – denn zuvor in Damaskus sah ihr Leben noch ganz anders aus: Die 25-jährige Nour hat einen Uni-Abschluss in Literatur und Englisch. Emad arbeitete in der Hotelbranche, bevor er vor zweieinhalb Jahren nach Deutschland kam. Vor einem Jahr holte er Nour nach.

„Es ist schwierig, hier einen Job zu finden“, erzählt Emad. Arbeitserfahrungen, Nachweise und fließende Deutschkenntnisse – das dauere Jahre. „Wir wollten nicht unbrauchbar sein und dem Amt auch nicht auf der Tasche hängen. Und da ich es liebe, zu kochen, haben wir die Möglichkeit ergriffen, etwas Eigenes zu beginnen.“

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„Die syrische Küche hat so viel zu bieten“

Und damit scheinen sie nicht nur den Nerv ihrer Heimatleute getroffen zu haben. „Die Deutschen sind sehr offen, was neues Essen angeht“, sagt Emad. Doch einige kommen nicht mehr nur zum Essen. So wie Moritz. Bei Manakish und Tee freundeten sich der Student und das Ehepaar an. Er lädt zum Kochen in seine WG, sie haben ihm schon ein kleines bisschen Arabisch beigebracht. „Klar, der Neuanfang hat uns Angst gemacht – aber wir haben viele coole Leute kennengelernt“, erzählt die 25-Jährige.

Bald sollen noch mehr Tische und Stühle auf dem kleinen Platz vor dem Laden aufgebaut werden: Bei Chai und arabischem Kaffee sollen hier Syrer wie Deutsche eine gute Zeit haben. Am besten zusammen.

Und sollte das „Guten Appetit“ gut laufen, wollen die beiden irgendwann vielleicht mal ein richtiges Restaurant eröffnen: „Die syrische Küche hat so viel zu bieten – vielleicht haben wir ja irgendwann die Möglichkeit, das den Menschen zu zeigen“, sagt Nour und lacht. Doch zuvor haben die beiden noch ein viel größeres Projekt vor sich: In drei Monaten erwarten sie ihr erstes Kind.

  • Öffnungszeiten: Montag bis Samstag von 7.45 Uhr bis 20 Uhr
  • Adresse: Bismarckstraße 13, 45128 Essen
 
 

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