Essen

Essener (22) soll Kumpel erstochen haben, weil dieser wegen Bandidos-Tattoo gelogen hatte – dann wollte er ihm noch den Kopf abschneiden

David M. mit seinem Verteidiger Michael Wolff aus Essen.
David M. mit seinem Verteidiger Michael Wolff aus Essen.
Foto: DER WESTEN

Essen. Vier Freunde trinken zusammen Wodka in einer Dachgeschosswohnung in Essen. Einer von ihnen prahlt mit einem Tattoo von der Rockergruppierung Bandidos. Kurz danach ist er tot. Er soll von seinem Freund, David M. ermordet worden sein - weil er das besagte Tattoo gar nicht hatte.

Am Dienstagmorgen geht der Prozess wegen Mordes am Landgericht Essen weiter. Zum Auftakt hatte der Angeklagte David M. (22) neben seinem Verteidiger Michael Wolff gesessen, fast teilnahmslos gewirkt.

David M. soll Bekannten getötet haben wegen eines fehlenden Tattoos von den Bandidos

Damals mit im Saal: Der Sohn des Opfers, Mirko S. Er ist als Nebenkläger dabei, um für seinen Vater Gerechtigkeit zu fordern.

In der zweiten Aprilwoche dieses Jahres ist das Verbrechen in einer Dachgeschosswohnung in der Schmemannstraße in Essen-Altenessen geschehen.

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Die vier Freunde trinken zusammen Wodka. Laut Anklage hat das spätere Opfer damit geprahlt zu den Bandidos zu gehören und ein Tattoo zu haben, dass dies beweist. Als der Angeklagte es sehen will, zieht das Opfer sein Oberteil aus. Doch auf dem Oberkörper ist kein Tattoo zu sehen, es war gelogen.

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David M. soll ausgerastet sein

Daraufhin sei David M. ausgerastet. Er soll den 56-Jährigen gegen den Kopf geschlagen haben, als dieser zu Boden fiel, habe er auch noch gegen den Kopf getreten.

Mit den Worten „Ich bringe dich um“ ging er in die Küche und holte ein Brotmesser. Damit soll er insgesamt 20 Mal auf den Brust- und Bauchbereich des Opfers eingestochen haben.

Laut Staatsanwältin Jürgens haben die beiden anderen Anwesenden nicht eingegriffen, weil sie zu viel Angst vor dem Angeklagten gehabt hätten.

Er habe der Leiche noch den Kopf abschneiden wollen

Das Opfer ließen die drei Männer im Wohnzimmer liegen. Später soll David M. die Leiche in die Küche geschleppt haben. Rund eine Woche soll die Leiche in der Wohnung gelegen haben, die drei anderen Männer haben laut Anklage weitergetrunken.

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Und da dies noch nicht genug war, habe der Angeklagte noch seine Macht beweisen wollen: Er wollte dem Leichnam den Kopf abschneiden. Dies gelang ihm nur zum Teil, die Wirbelsäule konnte er laut Rechtsmedizin nicht durchtrennen.

Beiden anderen werden nicht angeklagt

Als der Angeklagte und einer der anderen Bekannten die Wohnung am 16. April mit der Leiche in Brand stecken wollten, hat die Polizei sie festgenommen.

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David M. nimmt die Anklage zu Prozessbeginn emotionslos entgegen. Er will zu einem späteren Zeitpunkt aussagen.

Die beiden anderen Männer, die in der Wohnung waren und den mutmaßlichen Mord mit angesehen haben, sind nicht angeklagt. Die beiden seien zu betrunken gewesen, um eine Aussage machen zu können. Ihr Gedächtnis habe laut Staatsanwaltschaft gelitten. Noch ist nicht einmal klar, ob sie als Zeugen zugelassen werden.

 
 

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