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Essen: Ladesäulen für Elektro-Autos blockieren Parkplätze auf Rüttenscheider Straße

155 dieser Ladesäulen soll es bald insgesamt in Essen geben.
155 dieser Ladesäulen soll es bald insgesamt in Essen geben.
Foto: Funke Foto Services

Essen. Auf der Rüttenscheider Straße in Essen sind Parkplätze schon immer Mangelware. Die beliebte Einkaufsstraße in Essen lockt tausende Kunden, viele kommen mit dem Auto und wollen in der Nähe ihres Einkaufsziels auch parken. Doch das wird demnächst noch schwieriger, als es eh schon der Fall ist.

155 Ladesäulen für E-Autos in Essen

Denn in Essen sollen insgesamt 155 Ladesäulen für Elektro-Autos aufgestellt werden. Und dort sollen dann nur E-Autos während des Ladevorgangs parken dürfen. Alle anderen Wagen müssen mit einem Knöllchen rechnen oder dass sie abgeschleppt werden, wenn sie dort eine Parkbucht mit Ladesäule blockieren. Viele der Ladesäulen sind in Rüttenscheid, Rellinghausen und Bergerhausen geplant.

Das stößt auf wenig Gegenliebe bei Einzelhändlern und Kunden. Rolf Krane von der Interessengemeinschaft Rüttenscheid gibt an, dass die Parkplätze in Geschäftslage zu wertvoll seien für Ladevorgänge. Denn diese seien extrem wichtig für den Einzelhandel. „Außerdem werden die bereits bestehenden Ladestationen in Rüttenscheid jetzt schon nicht ausgelastet“, so Krane.

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Am Rüttenscheider Stern, im Parkhaus an der Bertholdstraße und nun auch noch an den neuen Standorten seien es nun sechs Stationen, in der Krawehlstraße sollen demnächst noch zwei hinzukommen.

2082 Elektro-Autos im November in Essen

Für Krane unverständlich, auch wenn er prinzipiell dafür sei, die Elektro-Mobilität weiter auszubauen. Doch das nicht auf Kosten der Einzelhändler und Kunden.

In Essen gibt es laut der Stadt dieses Jahr im November 2082 zugelassene Elektro-und Hybrid-Fahrzeuge. Nur 489 davon haben einen reinen Elektro-Motor, alle anderen können auch mit Benzin oder Diesel fahren, wenn nötig. Aber: Immerhin sind die reinen Elektro-Autos in Essen um 25 Wagen angestiegen im Vergleich zum Vormonat.

Noch mehr Ladesäulen für Elektro-Autos sollen nach Rüttenscheid kommen

In den nächsten Monaten sollen noch weitere Ladesäulen auf die Rüttenscheider Straße kommen. Entschieden wurden die Standorte von den Unternehmen Innogy und Allego im Alleingang, berichtet die WAZ. Im Rahmen eines 200 mal 200 Meter großen Rasters, das über die Stadt gelegt wurde, sollten die Konzerne entscheiden, wo es für sie Sinn mache, eine Ladesäule innerhalb des Rasters zu platzieren. Und dort, wo viele Autos fahren und parken wollen, ist die Chance deutlich höher, dass E-Autos dort auch geladen werden sollen.

Gesetzlich ist das Ganze gar kein Problem. Denn laut Bundesgesetzgebung haben E-Autos und Hybridfahrzeuge Vorrang vor Verbrennungsmotoren, der Umwelt zuliebe. Auch der Oberbürgermeister Thomas Kufen steht hinter den Ladesäulen. Denn nur mit ihnen sei es möglich, dass die Verkehrswende gelinge, sagte er gegenüber der WAZ.

Mit dem Aufstellen von 155 Ladesäulen in der Stadt wolle man die E-Mobilität vorantreiben und hofft darauf, dass mehr Leute auf ein Elektrofahrzeug umsteigen. Gerade jetzt, wo viele Dieselfahrzeuge wegen des Dieselfahrverbots vor dem Aus stehen, eine kalkulierte Lösung.

16.000 Euro Minimum für ein Elektro-Auto

Dass so ein neu angeschafftes Elektrofahrzeug laut dem Online-Portal Elektroauto-news.de im günstigsten Fall rund 16.000 Euro kostet, wird dabei allerdings nicht bedacht.

Für die Rüttenscheider Straße, die Einzelhändler und die Interessengemeinschaft bedeuten die Ladesäulen erstmal: Weniger Parkplätze auf einer eh schon vollkommen überfüllten Straße mit wenigen Parkmöglichkeiten oder teure Knöllchen für Kunden, die mit ihrem Benziner oder Diesel auf einem Parkplatz stehen, der nur für Ladevorgänge vorgesehen ist. (fb)

 
 

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