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Ein Husky gehört nach Alaska, nicht ins Ruhrgebiet? Wieso ein Schlittenhund sich auch im Ruhrgebiet wohlfühlt

Ein Husky gehört nach Alaska, nicht ins Ruhrgebiet? Wieso ein Schlittenhund sich auch im Ruhrgebiet wohlfühlt

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Foto: imago stock&people, Montage: DER WESTEN
  • Huskys sind eigentlich Schlittenhunde
  • Im Schnee fühlen sie sich am wohlsten
  • Aber sie können problemlos in Deutschland leben

Essen. 

Huskys bezaubern viele Menschen: Mit ihrem dichten Fell, den hellblauen Augen und ihrer unverkennbaren Abstammung vom Wolf faszinieren sie viele Menschen. Auch zahlreiche Pottler halten Husyks zuhause.

Ein Husky gehört nach Alaska, nicht nach Deutschland? Falsch!

Sie dürfen sich allerdings oft den Vorwurf anhören: So ein Hund hat in unseren Breitengraden nichts zu suchen. Der gehört nach Alaska oder Sibirien, da wo es richtig kalt ist.

Falsch!

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Hundetrainerin Jennifer Ricken (39) aus Essen hat mit ihrem Hund Damon auch einen nordischen Hund zuhause, der zur Hälfte Husky ist. Daher hat sie sich mit dem Thema ausführlich auseinandergesetzt.

„Als allererstes: Ein Husky ist trotz seiner Ähnlichkeit zum Wolf immer noch ein Hund. Und alle Hunderassen sind vom Menschen gezüchtet und passen sich dadurch ihrer Umgebung an.

Andere Rassen leben auch nicht mehr am Herkunftsort

Ein Rhodeside Ridgeback, der ursprünglich zur Löwenhetzjagd in Afrika eingesetzt wurde, wird ja auch in Deutschland gehalten und da sage niemand, dass es ihm hier zu kalt sei im Winter. Nein, da werde dem Tier einfach eine Decke umgelegt und fertig.

Und genauso müsse man auf Huskys und andere nordische Hunde eingehen. „Natürlich fühlen sie sich bei kühleren Temperaturen wohler als wenn 30 Grad sind. Das geht aber jedem Hund so. Aber jeder kann es seinem Tier angenehm machen, so dass es keine Probleme gibt“, erklärt Jennifer Ricken.

Das oberste Gebot bei jedem Hund sollte sein: Beobachten, wie sich das Tier verhält und dementsprechend mit ihm arbeiten beziehungsweise spazieren gehen. „Wenn mein Hund hechelnd in der Ecke im Schatten liegt, dann sollte ich ihn auch nicht auffordern, diesen zu verlassen. Muss er mal dringend, dann meldet er sich schon. Und dann reicht bei hohen Temperaturen ein schneller Gang zum Baum und zurück.“

Fellpflege ist bei Huskys wichtig

Bei Huskys komme es zudem auf die Fellpflege an. Schon im Welpenalter müssen sich die Hunde daran gewöhnen, dass ihnen die Unterwolle rausgebürstet oder ausgezupft wird.

„Die Unterwolle ist wie eine Thermoskanne. Ist es kalt draußen, hält sie den Hund warm. Ist es warm draußen, hält sie den Hund ebenfalls warm. Denn Hunde schwitzen nur über die Zunge und die Pfoten. Also muss die Wolle im Sommer raus, damit der Hund durch dünneres Fell sich besser abkühlen kann.“ In der freien Natur wird die Unterwolle übrigens durch das Streifen durch Sträucher und Büsche ausgezupft. Und selbst im kalten Sibirien zupfen die Halter ihren Huskys die Wolle aus – das gehört einfach zur Fellpflege und wächst wieder nach.

Schon früh mit dem Auszupfen beginnen

Damit sich die Huskys nicht sträuben oder winseln während man in die Wolle herausbürstet, sollte das bereits im Welpenalter geschehen. So gewöhnen sie sich daran. Und keine Sorge, es tut nicht weh. An die ungewohnte Prozedur müssen sich die Tiere trotzdem gewöhnen.

Mit feuchtem Tuch abrubbeln

Und sollte alles nichts helfen, dann kannst du deinen Hund immer noch mit einem feuchten Tuch abrubbeln oder ihm eine Kühldecke oder -weste auflegen.

Huskys können in Deutschland genauso gut leben wie in Alaska. Sie müssen nur manchmal – wie andere Hunde ebenfalls – abgekühlt werden.