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Galeria Kaufhof: Nächster Paukenschlag – Essen droht Drama

Galeria Kaufhof Karstadt steht erneut mit dem Rücken zur Wand. Wieder drohen dutzende Filialschließungen. Großes Bangen jetzt auch in Essen!

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Es herrscht schon wieder Krisen-Stimmung bei Galeria Kaufhof Karstadt. Der Essener Konzern ist erneut in Schieflage geraten. Wieder drohen zahlreiche Filial-Schließungen. Tausende Mitarbeiter bangen um ihre Jobs.

Zum zweiten Mal innerhalb von weniger als zwei Jahren musste der Handelsriese aus Essen den bitteren Gang vor das Insolvenzgericht antreten. Nun sucht Galeria Kaufhof Karstadt erneut Rettung in einem Schutzschirmverfahren – und das trotz massiver staatlicher Hilfen. Nun geht es wohl auch den Mitarbeitern in der Konzernzentrale an den Kragen.

Galeria Kaufhof in Not: Nächster Paukenschlag

Im vergangenen Schutzschirmverfahren 2020 mussten rund 40 Filialen schließen. 4.000 Mitarbeiter verloren ihre Jobs. Doch der Schnitt hätte nach Ansicht von Jörg Funder von der Hochschule Worms weitaus tiefer gehen müssen: „Der politische Wille und die Sorge um die Lebensfähigkeit vieler Innenstädte bei einer Schließung der Warenhäuser, aber auch die Interessen von Eigentümer Signa hätten das damals verhindert“, so der Handelsexperte. Zwar habe das Warenhaus eine Daseinsberechtigung, „aber es benötigt ein großes Einzugsgebiet. Darum ist nur Platz für 50 bis 60 Filialen in Deutschland, nicht für alle 131 Galeria-Kaufhäuser“, meint Funder.

Jetzt soll es also 40 weiteren Kaufhäusern an den Kragen gehen. Galeria-Chef Miguel Müllenbach spricht von einer „bedrohlichen Lage“ für das Unternehmen. Betriebsbedingte Kündigungen seien unvermeidbar. Und dieses Mal soll es nicht nur die Mitarbeiter in den Warenhäusern treffen.

Galeria Kaufhof: Beben in Essen

Nach Angaben der „WAZ“ soll die nächste Massenentlassung auch vor der Konzernzentrale in Essen keinen Halt machen. Hier sollen mehr als 1.000 Jobs in Gefahr sein. Die Gewerkschaft Verdi hat angekündigt, um jeden einzelnen Arbeitsplatz kämpfen zu wollen. Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger nahm in diesem Zusammenhang am Montagabend Galeria-Eigentümer René Benko in die Pflicht.


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„Unsere Kolleginnen und Kollegen in den 131 Warenhäusern fragen sich, wo der Eigentümer ist in dieser existenziell höchst bedrohlichen Situation für 17.400 Menschen und ihre Familien sei.“ Verdi fordere, dass der österreichischen Immobilienmilliardär zusätzliches Geld in das Unternehmen pumpe. Dazu habe die Gewerkschaft die Unternehmensleitung zu sofortigen Verhandlungen aufgefordert. (mit dpa)