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Essen, Oberhausen und Co: Museen rüsten gegen Klima-Kleber auf – mit einem irren Notfall-Kit

Museen in Essen, Oberhausen und anderen NRW-Städten wappnen sich gegen Attacken von Klimaaktivisten mit einem irren Notfall-Plan.

© Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Klimaaktivisten kleben sich in Madrid an Rahmen von Goya-Gemälden fest

Im Prado-Museum in Madrid haben sich Klimaaktivisten an zwei Gemälden des Barock-Meisters Francisco de Goya festgeklebt. Die Bilder wurden laut Museum nicht beschädigt. Die spanische Regierung verurteilte die Aktion. Zuletzt hatten Klimaaktivisten in zahlreichen Kunstmuseen Europas ähnliche Aktionen veranstaltet.

Klimaaktivisten lassen sich immer extremere Aktionen einfallen, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. Aktuell werden Museen immer mehr zur Zielscheibe. Es wird sich an zum Teil jahrhundertealten Kunstwerken festgeklebt – der entstehende Sachschaden ist dabei immer enorm. Auch in NRW-Städten wie Essen und Oberhausen ist man in Alarmbereitschaft.

Den Aktivisten geht es um die Botschaft – der historische Wert der Gemälde ist ihnen egal. Doch die Leiter der Museen wollen ihre Kunstwerke schützen. DER WESTEN hat beim Museum Folkwang in Essen und der Ludwiggalerie im Schloss Oberhausen nach ihrem Notfall-Plan gefragt.

Essen und Oberhausen: SO sieht der Notfall-Plan aus

Wenn Kunstwerke mit Tomaten, Kartoffelbrei oder Kleber in Berührung kommen, dann muss schnell gehandelt werden. Um das Gemälde zu retten, können manchmal Sekunden entscheiden. Die Kunstsammlung in Düsseldorf hat deshalb einen Notfall-Koffer immer griffbereit. Watte, Vaseline, und saugfähige Tücher gehören zu den wichtigsten Utensilien.

Aber auch in Oberhausen ist man auf eine Kleber-Attacke vorbereitet: „Wir besitzen seit Jahren – gesponsert von unserer Versicherung – einen Notfallkoffer für eventuelle Angriffe auf die Kunst. Von daher sind wir da schon lange gut aufgestellt“, so Christine Vogt, die Leiterin der Ludwiggalerie auf Anfrage von DER WESTEN. Aus aktuellem Anlass seien aber noch zusätzliche Maßnahmen getroffen worden.

Museen in NRW sind gut vorbereitet

„Da wir zurzeit Otfried Preußler, also Buchillustration zeigen, sind alle Werke unter Glas und von daher gut geschützt. Auch werden vor allem „die großen Namen der Kunstgeschichte“ von den Aktivist*innen gewählt, da es ihnen ja nicht um die Kunst, sondern um größtmögliche Aufmerksamkeit geht.“ Daher glaubt die Leiterin nicht, dass ihr Haus besonders gefährdet sei.


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Natürlich steht auch im Museum Folkwang in Essen der Schutz der Kunstwerke an oberster Stelle. Über die Sicherheitsmaßnahmen hält sich die Pressesprecherin Anna Rutten jedoch bedeckter: „Wir waren bereits vor den aktuell vermehrt auftretenden Attacken in anderen Museen für solche Szenarien sensibilisiert. Wir bitten um Verständnis, dass wir uns aufgrund der derzeitigen Situation öffentlich weder zu den bereits getroffenen Sicherheitsvorkehrungen und Einsatzplänen noch zu den als besonders gefährdet eingestuften Kunstwerken aus unserer Sammlung äußern.“

Dortmunder Museum verschärft Regeln

Auch in Dortmund haben sich die städtischen Museen schon vor Beginn der Aktionen der „Letzten Generation“ auf Notfallsituationen eingestellt. Es würden Materialien zum schnellen Eingriffen bei restauratorischen Notfällen beschafft, sagte eine Stadtsprecherin gegenüber DER WESTEN und weiter: „Zusätzlich gilt im Dortmunder U, dem Museum Ostwall sowie dem Museum für Kunst und Kulturgeschichte seit einigen Wochen ein Taschenverbot in den Ausstellungsräumen.“