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Essen: Hamsterei bringt Gastro in Bedrängnis – Pizzabäcker zu drastischer Entscheidung gezwungen

Essen: Hamsterei bringt Gastro in Bedrängnis – Pizzabäcker zu drastischer Entscheidung gezwungen

Essen: Hamsterei bringt Gastro in Bedrängnis – Pizzabäcker zu drastischer Entscheidung gezwungen

Essen: Hamsterei bringt Gastro in Bedrängnis – Pizzabäcker zu drastischer Entscheidung gezwungen

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Kosten Hamsterkäufer uns jetzt leckeres Essen? Kein Mehl und Öl in Sicht. Hamsterkäufer haben erneut die Regale in den Supermärkten leergefegt. Das bekommen jedoch nicht nur die Verbraucher zu spüren.

Besonders für die Gastronomie ist das ein Fiasko. DER WESTEN hat mit Mohammad Rawi gesprochen, dem stellvertretenden Inhaber der Pizzeria Venezia in Essen. Er fürchtet um das Traditions-Restaurant seiner Familie.

Essen: Pizzabäcker klagt über Hamsterkäufe

Zwei Jahre lang hat sich die Gastronomie mit viel Mühe und Not durch die Corona-Pandemie gekämpft. Einige Lokalitäten haben es gar nicht geschafft und mussten schließen. Die Pizzeria Venezia in Essen gehört nicht dazu.

Den stellvertretenden Inhaber Mohammad Rawi plagen dennoch große Sorgen. „Die Preise sind bei manchen Artikeln extrem gestiegen. Zum Beispiel brauchen wir am Tag mehr als fünf Kilo Fleisch. Wir zahlen jetzt mehr als das Doppelte.“

Die Gastronomen bekommen aktuell die volle Breitseite der gestiegenen Energiekosten und Rohstoff- sowie Lebensmittelpreise in Folge des Ukraine-Kriegs zu spüren.

Essen: Speiseöl- und Mehlkrise trifft Pizzeria – gibt es HIER bald keine Pizza mehr?

Doch die explodierenden Preise sind nicht das Einzige, was den Pizzabäcker verzweifeln lässt. „Die letzten drei bis vier Wochen hatten wir extreme Probleme Sonnenblumenöl zu bekommen. Jetzt das Gleiche mit Mehl. Und das brauchen wir ja nun mal für unsere Arbeit.“

Ohne Speiseöl und Mehl keine Pizza und auch keine Pizzabrötchen. „Wir brauchen ungefähr 350 Kilo Mehl pro Woche. 30 bis 40 Kilo Mehl am Tag allein für Pizza. In den Supermärkten dürfen auch Gastronome nur einen Sack mit 25 Kilo am Tag kaufen. Ich habe Angst, den Kunden irgendwann sagen zu müssen, dass ich keine Pizza mehr habe“, so der 42-Jährige.

Essen: Hamsterkäufe wie zu Corona-Zeiten

Was für viele Menschen zu Beginn der Corona-Pandemie Klopapier und Hefe waren, ist jetzt Speiseöl und Mehl. Aus Angst vor einer drohenden Knappheit aufgrund des Ukraine-Krieges horten einige Menschen wieder fleißig Vorräte an. Die Discounter reagieren, indem sie die Rationierung von Produkten auf eine bestimmte Anzahl pro Person festlegen.

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Die Ukraine mit 51 und Russland mit 27 Prozent sind die weltweit wichtigsten Exportländer für Sonnenblumenöl. Und Deutschland deckt seinen Bedarf an Sonnenblumenöl zu einem überwiegenden Großteil aus dem Import ab.

Bei Brotgetreide wird Deutschland dagegen als Selbstversorger gezählt. „Gut 95 Prozent des Getreides, das in Deutschland zu Mehl verarbeitet wird, kommt auch aus Deutschland. Die Versorgung ist aktuell sichergestellt“, teilt der Verband Deutscher Mühlen mit.

Essen: Hamstern stellt Gastronomie vor große Probleme – Pizzabäcker hat keine Wahl

Deshalb betont der Handel immer wieder, dass eigentlich genug Mehl und Speiseöl zur Verfügung stünden. Das Hamstern sei jedoch das Problem. Denn die Produktionsketten kämen bei der großen Nachfrage einfach nicht mehr hinterher.

Doch für den Pizza-Inhaber sei das noch nicht das Ende der Probleme. „Auch die Qualität hat sich geändert. Die ist extrem schlecht geworden. Wir können die Produkte in der alten Qualität nicht kaufen. Es gibt sie einfach nicht auf dem Markt“, erklärt der Pizzabäcker.

Mohammad Rawi muss deshalb eine drastische Entscheidung treffen: „Wir sind gezwungen entweder schlechte Qualität für einen teuren Preis zu kaufen oder gar keine.“ Vor allem bei Oliven, geschälten Tomaten und Mais beobachte er das Problem.

Essener Pizzabäcker in Sorge: „Werden auf jeden Fall Kunden verlieren“

Die einzige Möglichkeit, um den steigenden Lebensmittelpreisen und der Knappheit entgegenzuwirken, sei es, mehr Geld für die Gerichte zu verlangen. Ein Schritt, den der 42-Jährige nur ungern geht: „Wir werden auf jeden Fall Kunden verlieren. Wir merken jetzt schon, dass es weniger werden. Wenn wir vorher eine Portion Nudeln für neun Euro verkauft haben und jetzt elf Euro dafür nehmen, dann gibt es welche, die sich beschweren.“

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Das Restaurant gehört seinem 73-jährigen Onkel Chams Kasem. Seit 20 Jahren gibt es die Pizzeria an der Rüttenscheider Straße 52 in Essen schon. „Die letzten sechs Monate haben wir ein absolutes Minusgeschäft gehabt. Ohne die Corona-Hilfen des Staates könnten wir überhaupt nicht überleben.“ 27 Angestellte werden in dem Restaurant beschäftigt. Bislang musste niemandem gekündigt werden und die Inhaber hoffen, dass es so bleibt.