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Essen: Bordelle wieder offen – doch Betreibern droht neues Problem! „Sind doch hier kein Straßenstrich“

Coronavirus: Verdachtsfall? Das musst du jetzt tun!

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Essen. Endlich glühen die Bettlaken wieder...

Die Corona-Inzidenz in Essen sinkt immer weiter, der Sommer naht und die Temperaturen steigen. Die Menschen in Essen zieht es ins Freie, endlich hat man seit Ausbruch der Corona-Pandemie wieder das Gefühl, Normalität zu erleben.

Nach monatelangen Zwangsschließungen dürfen in Essen auch Bordelle wieder öffnen. Doch trotz Öffnung und Hygienekonzept herrscht nicht bei allen Freudehäusern pure Freude...

Essen: Bordelle nach Lockdown wieder offen – doch Betreibern droht schon neues Problem!

Das „Club Michelle“ besteht schon seit der Jahrtausendwende, ist laut Google eines der beliebtesten Bordelle in Essen. Seit einiger Zeit hat es wieder für Kundschaft geöffnet. Doch es ist längst nicht mehr so wie noch vor der Pandemie, wie die Bordell-Betreiber Michaela N. gegenüber DER WESTEN erklärt: „Wir haben natürlich Federn gelassen. Zwar sind auch wir während des Lockdown vom Staat unterstützt worden, aber die laufenden Kosten mussten ja weiterbezahlt werden. So sind wir knapp über die Runden gekommen.“

Michaela N. weiter: „Wir haben das Problem, dass sich in der Lockdown-Zeit die Damen anders orientiert haben. Einige leben nicht mehr hier, andere sind ins Internet abgewandert und bieten ihre Dienste privat auf Portalen an. Dort ist meistens kein ausreichendes Hygienekonzept vorhanden.“

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Anders sieht es im „Club Michelle“ aus: Jeder Kunde muss sich vorher telefonisch anmelden, seine Kontaktdaten werden festgehalten, dazu muss er einen negativen Schnelltest vorlegen. Auch die Damen würden täglich getestet, Desinfektionsmittel für die Hände stehe überall bereit und für die Zeit vor und nach dem Schäferstündchen müsste ein Mundschutz getragen werden.

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Das ist die Stadt Essen:

  • geht auf das vor 850 gegründete Frauenstift Essen zurück
  • 582.760 Einwohner, neun Stadtbezirke und 50 Stadtteile, viertgrößte Stadt in NRW
  • seit 1958 Sitz des neugegründeten Bistums Essen
  • Wahrzeichen unter anderen: Zeche Zollverein, Villa Hügel, Grugapark Essen
  • war 2010 Kulturhauptstadt Europas und 2017 Grüne Hauptstadt Europas
  • Oberbürgermeister ist Thomas Kufen (CDU)

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Essen: Bordell-Betreiberin prangert Politik an! „Prostitution verschwindet nicht, nur weil man Clubs schließt“

Deshalb könne sie nicht verstehen, warum die Stadt Essen nicht schon früher eine Öffnung ins Auge gefasst habe. „Wir als Branche haben mehrmals an die Politik appelliert. Prostitution verschwindet ja nicht, nur weil man Clubs schließt. Deshalb wäre eine Öffnung unter Aufsicht mit Hygienekonzept viel früher schon angebracht gewesen.“

Michaela N. selbst habe während des Lockdown auch erwogen, sich beruflich zu verändern. Sie zu DER WESTEN: „Ich habe mich umschulen lassen, für den Fall der Fälle.“ Der „Fall der Fälle“, also eine komplette Schließung des Betriebs, sei zwar noch weit entfernt. Doch N. weiß: „In der Branche gibt es bereits viele Privatclubs, die schließen mussten.“

Sie sei froh, dass die Kunden zurückkommen würden, wenngleich die Zahl ihrer „Mädchen“, wie sie sagt, gesunken sei: „Wir sind doch hier kein Straßenstrich. Wir kennen unsere Stammkunden, das sind keine 'bösen Fremdgeher', wie man immer als Vorurteil denken würde.

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Es gibt Menschen, die ihre Partnerin tragisch verloren haben und welche, die sich nach Nähe sehnen, die in ihrer Ehe fehlt.“ Die Resonanz der Kundschaft zeige ihr, dass Bordell-Betriebe notwendig sind, weil Nachfrage bestehe.

Essen: Prostituierte froh über Wiederöffnung – „Wir sind wichtig, uns braucht man“

DER WESTEN hat auch mit der Prostituierten „Jenny“ gesprochen. Sie will anonym bleiben, sagt zur Wiedereröffnung: „Ich bin froh, dass ich wieder arbeiten kann. Ich hatte zum Glück Ersparnisse, sodass ich die Lockdown-Zeit gut überbrücken konnte. Aber es ist immer schöner, wenn man wieder Kolleginnen und Kunden sieht und endlich wieder draußen ist. Ich mache meinen Job gern und hätte den nur ungern aufgegeben.“

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Sie wisse aber von Kolleginnen, die ins Ausland gegangen sind, weil Deutschland lange dicht gemacht hat: „Das kann ich sogar nachvollziehen. Man kann über uns urteilen, wie man will. Aber klar ist auch, dass man uns braucht und wir wichtig sind. Dieses Hin und Her mit Corona raubt vielen die Planungssicherheit.“

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Bleibt zu hoffen, dass die Inzidenz weiterhin niedrig bleibt und das älteste Gewerbe der Menschheit zumindest in Essen nicht weiterhin Probleme bekommt. Damit die Decken weiter glühen können...